Nach dem Derby: Die beste Saisonleistung des VfL Schwerte und Redebedarf beim ETuS/DJK

Fußball-Bezirksliga

Das war es also, das ewig junge Schwerter Fußball-Derby zwischen dem VfL Schwerte und dem ETuS/DJK Schwerte. Der VfL hat es durch ein Tor von Luca Vöckel mit 1:0 gewonnen.

09.09.2019, 19:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach dem Derby: Die beste Saisonleistung des VfL Schwerte und Redebedarf beim ETuS/DJK

Unter den rund 350 Zuschauern, die zum Derby auf den Schützenhof gekommen waren, war auch Jörg Silberbach, Ex-Trainer des VfL Schwerte. © Manuela Schwerte

Ein Festival der Torchancen war es nicht – und so ist es auch letztlich nicht verwunderlich, dass ein einziger Treffer die Partie entschieden hat: Luca Vöckels Tor in der 28. Minute, als der aufgerückte VfL-Defensivspieler nach einer Ecke davon profitierte, dass ETuS/DJK-Keeper Dominik Pfannenschmidt den Ball durch die Finger flutschen ließ.

„Bereit, auch nach hinten zu arbeiten“

Wie so oft nach solchen Spielen beurteilten die beiden Trainer das Geschehen auf dem Kunstrasen unterschiedlich. Dominik Buchwald, Trainer des VfL Schwerte, war sehr zufrieden. „Alle waren bereit, auch nach hinten zu arbeiten. Und bei Ballbesitz waren wir deutlich besser als in den Spielen davor“, meinte Buchwald, der die beste Saisonleistung seines Teams gesehen hatte.

Daran hatten auch drei Spieler ihren Anteil, die zum ersten Mal in der Blau-Weißen Startformation standen: Das sind zum einen die beiden Neuzugänge Amir Khan und Sofoklis Ioannidis, die ihr zweifellos vorhandenes spielerisches Potenzial andeuteten.

Noch weit weg von hundert Prozent

„Mir war wichtig, gute Fußballer auf dem Feld zu haben. Es war klar, dass es in der zweiten Halbzeit schwerer wird bei den beiden – die haben überhaupt keine Vorbereitung absolviert und sind erst seit ein paar Wochen im Training“, erklärt der VfL-Trainer. Bei wieviel Prozent ihrer Leistungsfähigkeit sind die beiden denn momentan? „Jedenfalls noch weit weg von hundert“, sagt Buchwald, im Zivilberuf Mathelehrer – er muss es also wissen.

Der dritte Startelf-Debütant des VfL stand zwischen den Pfosten: David Graudejus scheint seine langwierigen Fußprobleme weitgehend überwunden zu haben und strahlte auf Anhieb jede Menge Sicherheit aus – gut für den VfL, doch vorerst ein kurzes Vergnügen. Denn schon am kommenden Sonntag wird Graudejus wieder nicht im Tor stehen, weil er in Urlaub fährt.

Lauter Geräuschpegel in der Gästekabine

Vom glücklichen Sieger VfL Schwerte zum unterlegenen ETuS/DJK. Der Geräuschpegel in der Gästekabine stieg kurz nach Spielschluss deutlich in die Höhe – Trainer André Haberschuss machte seinem Unmut lautstark Luft. Was sein Team auf dem Schützenhof abgeliefert hatte, gefiel dem Coach der „Östlichen“ in mehrfacher Hinsicht nicht. Wo war die Bereitschaft, den Derby-Charakter der Partie anzunehmen? Vor allem in der ersten Halbzeit spielten wirkten sie gehemmt. Mit Beginn der zweiten Hälfte wurde es dann besser, doch echte Torchancen spielten sich die Gäste gegen den diszipliniert verteidigenden VfL nicht heraus.

Was an Aggressivität zunächst fehlte, trat dann in der Schlussphase umso mehr zutage – allerdings in ganz anderer Ausprägung als der Trainer sich das gewünscht hat. Gemeint sind die beiden Platzverweise in der 84. Minute. Gelb-Rot gegen Filipe Ferreira wegen Foulspiels – über die Berechtigung dieses Platzverweises lässt sich streiten. Dass die Rote Karte gegen Kadir Yilmaz „wegen versuchter Tätlichkeit“, wie es der Iserlohner Schiedsrichter Szkudlarski im Spielbericht eingetragen hat, eine korrekte Entscheidung war, wollten dagegen nicht einmal die eingefleischtesten ETuS/DJK-Anhänger bestreiten.

Auch wenn man es bei den „Östlichen“ nicht gerne hört: Sie haben offenbar ein Disziplin-Problem, das muss auch Trainer Haberschuss eingestehen. „Es kann nicht sein, dass wir nach fünf Spielen schon fünf Platzverweise haben“, sagt der Trainer. Nur beim bisher einzigen Saisonsieg in Gevelsberg hat seine Mannschaft ein Spiel zu elft beendet – darüber wird zu reden sein, kündigt der Coach an.

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