Nach dem ersten Spieltag: Von Tabellenführern, Spätzündern und langen Gesichtern

Fußball-Bezirksliga

Zwei Siege, ein Unentschieden und zwei bittere Niederlagen - so lautet die Bilanz der heimischen Bezirksligisten nach dem ersten Spieltag der Saison 2019/20.

Schwerte

, 11.08.2019 / Lesedauer: 7 min
Nach dem ersten Spieltag: Von Tabellenführern, Spätzündern und langen Gesichtern

Die Geisecker Luis Pothmann, Lars Veith und Florian Kliegel beim 7:0-Auftaktsieg gegen den SSV Hagen in Aktion (v.li., schwarze Trikots). © Manuela Schwerte

Geisecker SV - SSV Hagen 7:0 (6:0)

Es war der erste Auftakterfolg, den Thomas Wotzlawski als Trainer des Geisecker SV feiern konnte. Doch so einfach wie beim 7:0-Sieg gegen den Landesliga-Absteiger SSV Hagen war es zu Beginn einer Saison noch nie.

Bereits nach fünf Minuten eröffnete der starke Lukas Schäfer den Torreigen. Zunächst scheiterte er an SSV-Keeper Khokhlunov. Doch Hagen versuchte anschließend hinten heraus zu spielen, Lukas Wieczorek eroberte den Ball und leitete direkt an Schäfer weiter, der dieses Mal keine Probleme hatte – 1:0.

Nach einer Viertelstunde war es dann Marius Manecki, der nach einer Kopfballablage von Florian Kliegel aus drei Metern den zweiten Treffer auf dem Fuß hatte, doch er brachte den Ball im Tor nicht unter. Besser machte es Schäfer, als er nach einer schönen Kombination über Thiele und Kliegel zum 2:0 traf (24.). Nach 27 Minuten war die Partie dann eigentlich entschieden, als Kliegel zum 3:0 einschob.

Die Hagener liefen den Geiseckern nur noch hinterher und konnten sich teilweise nur durch Fouls helfen. Bei einem harten Einsteigen verletzte sich dann Kliegel. Doch auch dies konnte die Gastgeber nicht stoppen. Schäfer bereitete über links vor und Thiele traf zum 4:0 (40.).

Kliegel versuchte es noch einmal, bekam den Ball zugespielt und traf humpelnd zum 5:0 (45.). Es war seine letzte Aktion in der Partie.

Damit hatten die Geisecker aber immer noch nicht genug, denn Florian Ruß vollendete eine Schäfer-Vorarbeit zum 6:0-Pausenstand.

In der zweiten Hälfte verflachte die Partie. Geisecke ließ es etwas ruhiger angehen. Hagen hatte jetzt etwas mehr Ballbesitz, aber ohne wirklich für Gefahr zu sorgen. Auf der anderen Seite dauerte es bis zur 70. Minute, ehe Schäfer wieder für etwas Torgefahr sorgen konnte. Doch sein Schuss konnte noch geblockt werden. So plätscherte die Partie vor sich hin.

Erst in den letzten Minuten drehte der Gastgeber noch mal auf. Zunächst scheiterten Patrick Filla und Lars Veith per Kopf, anschließend zögerte der junge Cangün Akgün vor dem Tor zu lange.

Lars Veith sorgte mit seinem Kopfball in der 88. Minute für den 7:0-Endstand.

Geisecke: Tim Helmdach, Julian Boethin, Tobias Thiele, , Patrick Filla, Luis Pothmann, Lukas Schäfer, Lars Veith, Marius Manecki, Florian Kliegel (46. Cangün Akgün), Lukas Wieczorek (65. Mert Yildrim), Florian Ruß.

Tore: 1:0, 2:0 beide Schäfer (5., 24.), 3:0 Kliegel (27.), 4:0 Thiele (40.), 5:0 Kliegel (45.), 6:0 Ruß (45.+1), 7:0 Veith (88.).

VfL Schwerte - SSV Kalthof 1:2 (0:0)

Der VfL Schwerte hat den Saisonauftakt in den Sand gesetzt. Gegen den SSV Kalthof kassierte der VfL eine bittere 1:2-Heimniederlage.

Ein Konter in der allerletzten Minute entschied die Begegnung: Die Blau-Weißen hatten zunächst einen Freistoß vor dem Gästetor und wurden dann umgehend klassisch ausgekontert. Und ein so erfahrener Spieler wie Sebastian Hegemann ließ sich die Chance im direkten Duell mit dem Schwerter Keeper Stefan Ladkau dann nicht mehr nehmen. Hegemann spitzelte den Ball an Ladkau vorbei und traf den VfL damit ins Herz.

Die letzten Bemühungen des VfL brachten in der Nachspielzeit dann auch nichts mehr ein. Die Kalthofer nahmen am Ende etwas glücklich die drei Punkte vom Schützenhof mit.

Der ohnehin schon personell gebeutelte Gastgeber musste schon nach einer knappen halben Stunde umstellen, da es bei Nils Berg nicht mehr weiterging. Für ihn kam Janis Dworak.

Chancen gab es auf beiden Seiten vor der Pause nur je eine. Erst zielte Lukas Beßlich nach einem langen Ball von Kai Hintzke genau auf Torwart Mike Lenzen (16.). Auf der Gegenseite schaffte es Marius Kaminski nicht mehr, den Ball aus der Luft auf das Schwerter Tor zu bringen (35.). Ansonsten herrschte in beiden Strafräumen eher Flaute – da war noch Luft nach oben.

Mit einem Paukenschlag ging es kurz nach dem Wechsel weiter: Apostolos Vasileiou stand nach einem Freistoß am Elfmeterpunkt sträflich frei und nickte zum 0:1 ein (47.).

Dieser Gegentreffer zeigte Wirkung, denn beim VfL hatte man zunächst nicht den Eindruck, dass hier und heute noch etwas gehen würde. Doch dann kam Yannis Schwarze für Mert Aslan auf den Platz, was sich gleich positiv auf die Angriffsbemühungen auswirkte.

Schon vor diesem Wechsel hämmerte David Sprungk den Ball aus acht Metern über das Kalthofer Tor (59.), dann unterlief Lenzen eine Hintzke-Ecke. Doch Kapitän Robin Heuft setzte den Kopfball links neben den Kasten (67.).

Der verdiente Ausgleich ließ aber nicht mehr lange auf sich warten: Lukas Beßlich war auf dem linken Flügel nicht zu stoppen. Seine Flanke fand David Sprungk in der Mitte. Lenzen konnte zwar noch einmal klären, aber Schwarze staubte zum 1:1 (69.) – es sah wenigstens nach einem Punkt zum Auftakt aus für den VfL. Aber dann kam Hegemann.

Schwerte: Stefan Ladkau, Luca Vöckel, David Sprungk, Robin Heuft, Maher Alanames (82. Ayoub Belabbes), Kai Hintzke, Lukas Beßlich, Tim Birnkraut, Mert Aslan (62. Yannis Schwarze), Nils Berg (29. Janis Dworak), Gianlucca Zocco (73. Lennard Smits).

Tore: 0:1 (47.), 1:1 Schwarze (69.), 1:2 (90.).

FC Blau-Weiß Voerde - ETuS/DJK Schwerte 1:0 (1:0)

Es bleibt dabei: Der ETuS/DJK Schwerte kann zum Auftakt nicht gewinnen. Die 0:1-Niederlage auf dem stumpfen und viel hohen Naturrasen in Ennepetal (Aussage André Haberschuss) war die Fortsetzung einer schwarzen Serie: Viermal hintereinander haben die „Östlichen“ nun das erste Spiel einer neuen Saison verloren.

Spielerische Akzente blieben am Sonntagnachmittag auf dem Platz Am Tanneneck beinahe zwangsläufig aus. „Es war einfach nicht möglich, auf diesem Belag zu kombinieren“, meinte ETuS/ DJK-Trainer André Haberschuss. So passierte in beiden Strafräumen ziemlich wenig – und doch gingen die Gastgeber in der 24. Minute in Führung: Bei einem langen Ball in den Strafraum zögerte Keeper Dominik Pfannenschmidt, der Stammtorwart Hedtheyer (Urlaub) zwischen den Pfosten vertrat, mit dem Herauslaufen. Voerdes Özdemir legte sich den Ball am Schlussmann vorbei und schob zum 1:0 ein.

Rodi Mohammad war auf Schwerter Seite zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr dabei. Schon nach gut 20 Minuten nahm Haberschuss den Mittelfeldspieler vom Feld, weil er nach einer Gelben Karte am Rande eines Platzverweises wandelte.

Nach Wiederanpfiff versuchten es die Schwerter mit vielen langen Bällen.

Nach einer Stunde hätte dies beinahe zum Ausgleich geführt, doch Jasmin Smajlovic scheiterte an Keeper Hakenberg. Derselbe Spieler hatte auch fünf Minuten vor Schluss nochmal die Möglichkeit, wenigstens einen Punkt zu retten. Doch anstatt selbst abzuschließen, hätte Smajlovic in dieser Szene besser quergelegt.

Dies tat er nicht, sodass es bis zum Schluss beim 1:0 für Voerde blieb – der ETuS/DJK hatte den Saisonauftakt in den Sand gesetzt. Wieder mal.mid

Schwerte: Dominik Pfannenschmidt, Yannik Körner, Jasmin Smajlovic, Kevin Loke (77. Dustin Schürholz), Rodi Mohammad (21. Kadir Yilmaz), Oguzhan Cona, Kevin Kinach, Lorenzo Schlage, Dennis Cela, Filipe Barreto Ferreira, Ismail Ayar.

Tor: 1:0 (24.).

Gelb-Rot: Kinach (79., wiederholtes Foulspiel).

SC Hennen - Sinopspor Iserlohn 1:0 (0:0)

Strahlende Gesichter gab es um kurz vor 17 Uhr am Sonntag im Naturstadion bei den Hennenern Anhängern. Nicht nur, weil die „Zebras“ soeben mit 1:0 gegen den Aufsteiger Sinopspor Iserlohn gewonnen hatten, sondern vor allem auch, weil eine Mannschaft auf dem Platz gestanden hatte, mit der sich die Anhänger wieder identifizieren konnten und die einen erfrischenden Auftritt hingelegt hatte. Damit ist die Meisterschaftspremiere von Trainer Holger Stemmann in Hennen gelungen.

Gefreut haben dürfte den neuen Mann an der Linie, dass seine Mannschaft zu Null spielte – zeigte sie sich doch im letzten Testspiel vor einer Woche noch mit sieben Gegentore eher löchrig in der Abwehr. Dabei spielten mit Brian Prince in der Innenverteidigung und Moritz Hupach als Linksverteidiger zwei Youngster, die aus der A-Jugend gekommen sind. Beide konnten überzeugen.

In einer angenehm fairen Partie hätte der SC Hennen in der 13. Minute in Führung gehen müssen, als Boulakhrif und anschließend zweimal Hupach scheiterten. Nur zwei Minuten hätte sich Weigelt nach einem Hupach-Anspiel die Ecke aussuchen können, doch die Gäste klärten im letzten Moment.

In der Folge hatten die gut organisierten „Zebras“ das Spiel zwar im Griff, doch zu Großchancen kam es bis zur Pause nicht mehr. In der ersten Viertelstunde nach Wiederanpfiff wurden die Gäste etwas stärker. Hennen hatte umstellen müssen, da Danila verletzungsbedingt ausfiel. Quardt rückte nun in die Innenverteidigung und Prince für Danila ins Mittelfeld.

Hennen kämpfte sich in die Partie zurück und als Haris Elezovic dann nach einer Ferreira-Ecke zum 1:0 (70.) einköpfte, war der erste „Dreier“ der Saison greifbar. Die eine oder andere brenzlige Situation gab es zu überstehen. Die beste Konterchance ließ Ferreira nach einem Prince-Solo aus, doch es reichte auch so zum gelungenen Saisonstart.

Hennen: Marvin Zimmermann, Marcel Rudzinski, Brian Osei Prince, Haris Elezovic (90.+1 Julian Wanzke), Moritz Hupach, Jan Loos, Kevin Danila (54. Joshua Quardt), Claudio Ferreira, Dominik Essmann, Hassan Boulakhrif, Michael Weigelt (84. Marcel Kordt).

Tor: 1:0 Elezovic (70.).

Rot-Weiß Lüdenscheid - SC Berchum/Garenfeld 3:3 (1:1)

Was für ein Finish! Da gerät der SC Berchum/Garenfeld im Duell beim Vorjahres-Vizemeister in der 79. Minute durch einen Lüdenscheider Freistoß mit 1:3 ins Hintertreffen, um dann doch noch einen Punkt mitzunehmen. Marcel Grzondziel machte es möglich, der in der Schlussphase noch zweimal zur Stelle war und noch zum 3:3 ausglich. Grzondziel hatte auch schon den ersten Treffer des SC besorgt.

Im weiten Rund des altehrwürdigen Nattenbergstadions hatten die Berchum/Garenfelder Probleme, zu ihrem Spiel zu finden. Dies habe hauptsächlich mit dem Untergrund zu tun gehabt, wie Trainer Fabian Kampmann feststellte. Denn spielerisch sei auf dem stumpfen Naturrasen nicht viel gegangen.

Trotzdem gingen die Gäste nach einer guten Viertelstunde durch Grzondziel in Führung. Sicherheit gab dieser Treffer allerdings nicht – im Gegenteil. Berchum/Garenfeld ließ sich von den nicht zimperlich zu Werke gehenden Lüdenscheidern den Schneid abkaufen. Einer zögerliches Abwehrverhalten sorgte für den Gegentreffer zum 1:1-Halbzeitstand, ehe der SC dann durch ein Konter-Gegentor und einen direkten Freistoß mit 1:3 in Rückstand gerieten.

Doch kurz vor dem dritten Treffer hatte sich Lüdenscheids Torwart Brackmann zu einer Tätlichkeit gegen Jerome Nickel hinreißen lassen, für die er „Rot“ sah. Dieser Platzverweis hatte Signalwirkung für die Berchum/Garenfelder, die sich dann mit dem Grzondziel-Doppelpack auch noch belohnten.

Danach lag sogar noch der Siegtreffer in der Luft, aber das wäre dann wohl ein bisschen zu viel des Guten gewesen.

Berchum/Garenfeld: Dominik Hollmann, Luca Becker, Justin Amstutz (61. Georgios Ntontos), Tim Böckenförde (86. Dennis Zuhmann), Nicolas Külpmann, Marcel Grzondziel, Vladimir Kunz, Kevin Noschka (41. Jerome Nickel), Daniel Wanderer, Christian Deuerling, Manuel Pais.

Tore: 0:1 Grzondziel (16.), 1:1 (36.), 2:1 (62.), 3:1 (79.), 3:2, 3:3 beide Grzondziel (82., 85.).

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