Nolte investiert für ihre vierte Saison noch mehr

Bobsport

Wenn sie etwas aufhalten kann, ist es eine Erkältung. Weil die sich bei Erline Nolte unangenehm einquartiert hatte, musste sie den Weltcup-Start mit ihrer neuen Pilotin Anja Schneiderheinze in Altenberg absagen. Dafür darf sie am Wochenende auf ihrer Heimstrecke in Winterberg ran.

SCHWERTE

, 01.12.2015, 15:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nolte investiert für ihre vierte Saison noch mehr

Pilotin Anja Schneiderheinze (2.v.re.) fährt mit ihren drei Anschieberinnen (v.li.) Annika Drazek, Franziska Bertels und Erline Nolte durch die Saison. Sie ist bekannt dafür, ihre Anschieberinnen durchzuwechseln, bei den Highlight-Rennen ist aber die derzeit beste deutsche Anschieberin Drazek Favoritin.

Diesen Moment, ausgebremst zu werden, kannte sie aus dem August. Nur in der XXL-Version. Da teilte ihr ihre Pilotin Stefanie Szczurek mit, mit dem Bobsport aufzuhören. Nolte schob sie durch die letzte Saison, die mit dem sensationellen vierten Platz bei der WM in Winterberg gipfelte.

Die beiden Freundinnen hatten die Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang anvisiert. Nach Szczureks überraschendem Rückzug kamen Nolte die Tränen. Eine Woche war sie ohne Team. Doch schnell kamen die ersten Anfragen. Nolte entschied sich für Anja Schneiderheinze, Olympiasiegerin von 2006 und amtierende Vizeweltmeisterin.

Im Team der 37-jährigen Schneiderheinze sind außerdem noch Franziska Bertels. Und Annika Drazek. Die junge Drazek schiebt erst seit einem Jahr an, ist aber das deutsche Ausnahmetalent. Beim ersten Anschubtest im August schaffte sie eine Zeit von 4,87 Sekunden.

Die Umstellung – bei Stefanie Szczurek war sie gesetzte Anschieberin – sieht Nolte jedoch gelassen. Vor zwei Wochen schob sie sich und Schneiderheinze zur Deutschen Meisterschaft. Und auch sonst ist die erfahrene Pilotin dafür bekannt, regelmäßig durchzuwechseln.

Nach einer Ernährungsumstellung in diesem Jahr möchte Nolte im nächsten Jahr ihr Trainingsniveau steigern. Dann will die 26-Jährige eine zweite Athletikeinheit in ihr Programm einbauen. Momentan ist es eine, zusätzlich zum Bahntraining. An einem normalen Trainingstag ist sie vier Stunden eingespannt.

„Das alles“, erzählt Nolte, „könnte ich nicht machen, wenn ich nicht so leidenschaftlich dabei wäre.“ Und wenn sie nicht so hohe Ambitionen hätte. Beim nächsten Weltcup am Freitag, 4. Dezember, in Winterberg darf sie anschieben. Für die zweite Weltcup-Hälfte, die mit attraktiven Reisen nach Amerika reizt, und vor allem die WM im Februar muss sie sich aber erst noch qualifizieren. An der WM im in Innsbruck hängt sie am meisten: „Sie ist das Wichtigste.“

2012 wagte sich Nolte das erste Mal in einen Eiskanal. Seitdem geht‘s so senkrecht steil nach oben, dass sie selbst ihren Vier-Jahres-Plan übertrifft. Aber es gibt ja noch Plan O, den für Olympia. „Seit ich ein Kind bin, habe ich immer gesagt, dass ich da mal hin möchte“, Sie hat erstmal auch nur bis 2018 geplant. „Das normale Leben“, sagt sie, „kann ich dann immer noch haben.“ Und bis dahin gibt sie Vollgas.

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