Nolte landet sensationell auf Rang vier

Bob-WM in Winterberg

Erline Nolte war noch gar nicht ausgestiegen, der Schlitten stand noch nicht - da sah man durch das Visier der Schwerter Anschieberin, dass bei ihr schon die ersten Tränen flossen. Pilotin Stefanie Szczurek klopfte ihrer Anschieberin mit beiden Händen fest auf den Helm. Das macht sie immer, wenn sie zufrieden ist. Konnte sie auch. Erline Nolte hat ihren Bob in Winterberg einen sensationellen vierten WM-Platz geschoben.

SCHWERTE

, 01.03.2015, 13:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ungläubige Gesichter: Erline Nolte (re.) hat mit Stefanie Szczurek den vierten Platz bei der Bob-WM in Winterberg erreicht - da flossen die Freudentränen.

Ungläubige Gesichter: Erline Nolte (re.) hat mit Stefanie Szczurek den vierten Platz bei der Bob-WM in Winterberg erreicht - da flossen die Freudentränen.

"Das ist das Schönste, was ich bisher erlebt habe. Da sind alle Emotionen ausgebrochen. Ich habe mich so gefreut! Mit dem vierten Platz hätte ich niemals gerechnet. Zum Saisonhöhepunkt so ein Ergebnis ist unglaublich. Es war der tollste Saisonabschluss, den ich mir hätte vorstellen können", sagte Nolte. Auch wenn es keine Medaille geworden ist - der vierte Platz bei der Bob-WM im Sauerland ist das erfolgreichste Ergebnis in Noltes Karriere.

Nach vielen sechsten bis achten Plätzen im Weltcup und einer Bronzemedaille bei der EM ist Rang vier bei der WM das i-Tüpfelchen auf eine starke Saison. "Es war meine allererste WM. Dann direkt mit Platz vier einzusteigen - da werde ich mich immer dran erinnern", sagte sie kurz nach dem Rennen im Zielbereich.

Knapper Zieleinlauf

Am Finaltag gab es ein ganz enges Finish: Zwei Hundertstel betrug der Vorsprung von Szczurek und Nolte auf die Belgierin Elfje Willemsen - die fiel nach dem dritten Lauf zurück. Doch dafür kamen die US-Amerikanerinnen Jamie Greubel Poser und Jazmine Fenlator von hinten angeflogen. Beide legten im vierten Durchgang vor. Als Szczurek durch den Kanal lenkte, schmolz der Vorsprung langsam, aber kontinuierlich.

Mit sechs Hundertsteln Vorsprung verteidigte sie schließlich ihren vierten Rang - die Bahn hätte wohl keine Kurve länger sein dürfen. In allen vier Läufen blieb das Duo mit Schwerter Beteiligung auch vor Doppel-Olympiasiegerin Kaillie Humphries. "Die habe ich eigentlich alle vor uns gesehen. Steff hat alles rausgeholt und vier saubere Fahrten hingelegt", sagte Nolte.

Nolte mit großem Anteil

Aber auch die Westhofenerin hatte ihren Anteil an dem Erfolg. Zweimal schob sie den Schlitten zur drittbesten Startzeit und bewies damit, dass sie in der Weltklasse angekommen ist. Die Medaillenränge waren am Samstag noch etwas weiter entfernt. Cathleen Martini auf dem Bronzerang hatte ein Polster von einer halbe Sekunde. Sie beendete in Winterberg ihre Karriere - als Nachfolgerinnen boten sich Stefanie Szczurek und Erline Nolte aber an.

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