Platz 4 fühlt sich für Nolte wie Goldmedaille an

Bob-WM

Die Bob-Saison ist für Erline Nolte vorbei. Eine Saison, in der die Schwerter Bob-Anschieberin ihre steile Karriere weiter vorangetrieben hat. Das Märchen ist weiter gegangen. Mit dem sonst so undankbaren vierten Platz bei der Weltmeisterschaft kann sie sich sehr gut anfreunden. "Dieser Platz ist für uns wie eine Goldmedaille", sagte sie.

SCHWERTE

, 02.03.2015, 14:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Erline Nolte hat mit Stefanie Szczurek den vierten Platz bei der Bob-WM in Winterberg erreicht.

Erline Nolte hat mit Stefanie Szczurek den vierten Platz bei der Bob-WM in Winterberg erreicht.

Der vierte Platz in Winterberg war für Erline Nolte eine Riesen-Überraschung. „Das Beste, was ich für realistisch hielt, war der achte Platz“, sagt die Schwerter Anschieberin, die den Bob ihrer Pilotin zu vier guten Startzeiten beschleunigte.

Platz drei hielt sie trotz aller Euphorie für unrealistisch: „Ich wusste, wie weit die anderen vorne sind. Da hätte schon eine stürzen müssen. Aber Cathleen Martini, die auf dem Bronzerang war, macht keinen solchen Fehler, dass sie ihren Vorsprung noch verfährt."  

 

Das gute Ergebnis – auch das Teamergebnis mit den Rängen zwei bis vier aus deutscher Sicht – wollte die Westhofenerin nicht überbewerten. „Es war ein nacholympisches Jahr. Richtung Olympia wird es wesentlich härter. Unser Material war auch noch nicht das, was wir in den nächsten Jahren zeigen wollen.“ Es dürfte also noch Luft nach oben sein – auch bei der Konkurrenz. Denn im Jahr nach Olympischen Spielen rotiert das Personalkarussell, durch das auch Nolte in den Weltcup gedreht wurde, und es wird viel getestet.

Fest steht aber auch, dass Pilotin Stefanie Szczurek, die mit Nolte seit drei Jahren im Team ist, nach Cathleen Martinis Rücktritt zur Nummer zwei hinter Anja Schneiderheinze aufsteigen wird. Nolte glaubt, dass da das letzte Wörtchen gesprochen ist: „Es gibt viele gute Nachwuchsfahrerinnen, die nachrücken. Die Leistungsdichte in Deutschland ist sehr hoch. Es kann sehr schnell gehen.“

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So wie bei ihr selbst. Im Herbst wird es wieder eine Selektion geben, doch langfristig dürfte das Duo gute Chancen haben, sich fest einen Platz im Weltcup zu sichern. „Wir gehen natürlich mit einem guten Gefühl aus der Saison raus. Das nehmen wir mit für die nächste Saison“, meint Nolte.

Besonders zufrieden kann sie mit den Startzeiten sein. Hier bewies ihr Team, dass es mit der Weltspitze mithalten kann. Am Tag nach dem Finale verbrachte Nolte Zeit mit ihrer Familie. Bald steht dann auch Urlaub an. „Ein Erholungsurlaub auf Mallorca“, verrät sie. Danach muss die Sportsoldatin einen Unteroffizierslehrgang absolvieren und ist bis Anfang Juni, wenn das Training schon begonnen hat, eingebunden.

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