Rohrmeisterei ändert Plateau-Pläne

SCHWERTE Die Natur hat das PLateau hinter der Rohrmeisterei zurück erobert. entstanden ist ein riesiges Biotop, so dass die Pläne für die Gestaltung des Außengeländes geändert werden müssen.

von Reinhard Schmitz

, 12.07.2007, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min
Rohrmeisterei ändert Plateau-Pläne

Frosch in dem Biotop.

Henkels Teich ist wieder da! Bilder von unbeschwerten Kindertagen fluten in Eckehard Weist (62) hoch, wenn er seinen Fuß auf das Rohrmeisterei-Plateau setzt. In einer kleinen Senke, eingerahmt von einem Wall aus Brennnesseln, hat sich das vor Jahrzehnten zugeschüttete Gewässer seinen Platz zurückerobert. Im Schutz seines dichten Schilfgürtels quaken die Frösche, tanzen die Libellen.

Früher gab es ein riesigen Staubecken

"Früher war hier ein riesiges Becken, an allen Seiten betoniert", erinnert sich Weist: "Das ging steil runter." Zum Baden lud es nicht ein, dazu war die Ruhr angenehmer. Doch an frostigen Tagen traf sich die Jugend an Henkels Teich, wie das Staubecken nach dem damaligen Stadtwerkechef genannt wurde. Straße gegen Straße wurde mit selbstgeschnitzten Schlägern auf der zugefrorenen Fläche Eishockey gespielt.

Natur gegen Architekten-Pläne

Jetzt punktete die Natur gegen die Architekten-Pläne, auf dem Rohrmeisterei-Plateau eine künstliche Wasserfläche anzulegen. "Das Biotop bietet die Chance, die Rohrmeisterei - neben Kultur, Architektur und Gastronomie - auch zu einem Projekt des Naturschutzes zu machen", erkannte Tobias Bäcker, Vorstand der Rohrmeisterei-Stiftung. Deshalb änderte er umgehend den Entwurf für das Plateau, um das Biotop in die Neugestaltung einzubeziehen. Ein Holzsteg soll über das Gewässer zu den "Ruhrbalkonen" führen, die über die Hangkante einen Blick ins Ruhrtal eröffnen. Bäcker schwärmt schon von dem "zusätzlichen Anziehungspunkt, wenn man zwischen Libellenschwärmen und quakenden Fröschen (Bild) Richtung Ruhrbalkon flanieren kann."

Auch Molche und Kröten fühlen sich in dem natürlichen Paradies schon heimisch, das sich binnen Jahresfrist gebildet hat. Wie viele andere Tierarten sich dort noch tummeln, ist für die Arbeitsgemeinschaft Ornithologie und Naturschutz bislang schwer festzustellen. "Die Tiere muss man herausfangen, um sie bestimmen zu können", verdeutlicht Vorsitzender Dieter Ackermann. Exakt aufgelistet hat er dagegen bereits an die 50 wertvolle Pflanzenarten von der Armleuchteralge bis zur Zaunwinde: "Da ist etwas entstanden, was in unheimlich kurzer Zeit sehr, sehr schön geworden ist."

 

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