Ruhr Füchse - ein erfolgreiches Projekt geht in sein drittes Jahr

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Die Kooperationsteams der beiden Schwerter Handballklubs, die Ruhr Füchse, entwickeln sich weiter in die richtige Richtung.

Schwerte

, 14.08.2020, 18:56 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die beachtliche Zahl von 16 Mannschaften schicken die beiden im Nachwuchsbereich kooperierenden Schwerter Handballklubs zur Spielzeit 2020/21 ins Rennen – plus drei Mini-Gruppen, in denen der Nachwuchs schon früh an die Grundlagen der Sportart herangeführt wird.

Keine offizielle Jugendspielgemeinschaft

Am Status der Ruhr Füchse hat sich im Vergleich zur Vorsaison nichts geändert. In den offiziellen Tabellen des Kreises und des Verbandes wird man den Begriff Ruhr Füchse weiterhin vergeblich suchen, denn um eine offizielle Jugendspielgemeinschaft handelt es sich bei den Ruhr Füchsen nach wie vor nicht.

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Stattdessen firmieren die einzelnen Teams entweder unter HSG Schwerte/Westhofen oder HVE Villigst-Ergste.

Die Jugendlichen, die beim jeweils anderen Verein angemeldet sind, sind per Gastspielrecht einsatzberechtigt.

Als Marke mehr und mehr etabliert

Aber dieses offizielle Konstrukt ist letztlich nur eine Formalie. De facto haben sich die Ruhr Füchse mehr und mehr zu einer Marke etabliert, die sich sehen lassen kann. „Von der grundsätzlichen Ausrichtung her ist uns beides wichtig: Wir arbeiten leistungsorientiert, aber es ist uns auch wichtig, in der Breite gut aufgestellt zu sein“, sagt Sascha Benninghoff, Jugendleiter der HVE Villigst-Ergste.

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Benninghoff, sein HSG-Pendant Alexander Nicklay sowie mehrere Vorstandsmitgliedern der Stammvereine bilden ein Führungsgremium der flachen Hierarchien – einen alleinigen „Chef“ für die Belange der Ruhr Füchse gibt es nicht. „Wir entscheiden gemeinsam“, sagt Till Becker, Vorsitzender der Handballabteilung des TV Jahn Rot-Weiß Schwerte, unter zustimmendem Kopfnicken seiner Mitstreiter.

Keine „Quali“-Turniere wegen Corona

Zu den sportlichen Ambitionen: Besonders stark aufgestellt ist der Schwerter Handball-Nachwuchs im B-Jugend- und vor allem im C-Jugendbereich.

Geplant war, dass vier Ruhr-Füchse-Teams (männliche und weibliche C-Jugend, weibliche B- Jugend und weibliche A-Jugend) in zwei Wochen an den Qualifikationsturnieren für eine überkreisliche Spielklasse teilnehmen.

Doch seit Freitagnachmittag steht fest, dass diese „Quali“ nicht in der vorgesehenen Turnierform ausgetragen wird – Corona lässt grüßen. Stattdessen soll die Qualifikation nun in Einzelspielen durchgeführt werden, die bis zum 27. September ausgetragen sein müssen.

Männliche C-Jugend hat Oberliga sicher

Für die männliche C-Jugend der Ruhr Füchse gilt dies aber nicht. In dieser Altersklasse sind die Schwerter als Nummer eins der Setzliste im Kreis automatisch für die Oberliga qualifiziert, spielen also nach den Herbstferien in der höchst möglichen Spielklasse um Punkte.

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Wie stark diese von David Wolff, Johannes Stolina und Sebastian Schmitz trainierte Mannschaft einzuschätzen ist, belegt auch die Nominierung für einen Sichtungslehrgang des Handballverbandes Westfalen am vergangenen Wochenende. Mit Tobias Becker, Jonah Kathol, Nils Bleigel, Johann Vöing, Jeremy Grebe, Bastian Vanderstraeten, Felix Pepper und Lennart Prünte erhielten nicht weniger als acht Ruhr-Füchse-Spieler eine Einladung zu dieser Fördermaßnahme.

Bei den beiden Letztgenannten handelt es sich um Neuzugänge, die von der DJK Bösperde nach Schwerte gewechselt sind. Darüber hinaus gibt es mit Yannik Peters (HTV Hemer) und Ben Kauert (TS Evingsen) zwei weitere externe Neuzugänge.

„Sie sehen, dass sie eine Perspektive haben“

Dabei legen die Ruhr-Füchse-Verantwortlichen großen Wert darauf, dass diese Spieler nicht abgeworben worden sind. „Sie kommen zu uns, weil sie sehen, dass sie hier eine gute Perspektive haben“, sagt Sascha Benninghoff.

Perspektive – ein gutes Stichwort auch für Peter Hollmann. Dieser trainiert die C2-Jugend, die ausschließlich aus Spielern des Jungjahrgangs besteht.

„In sportlicher Hinsicht, aber auch im Sinne von Zusammenhalt und mannschaftlicher Geschlossenheit ist es uns wichtig, Jahrgangsmannschaften zu bilden“, erklärt Hollmann.

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Weil er mit seiner talentierten Truppe als zweite C-Jugend nicht in einer überkreislichen Liga antreten darf, hat Hollmann eine so genannte Freundschaftsliga ins Leben gerufen. So wird das Team nach den Herbstferien neben den normalen Meisterschaftsspielen auf Kreisebene sich mit fünf ambitionierten Mannschaften aus anderen Kreisen (Ewaldi Aplerbeck, Teutonia Riemke, TV Aldekerk, ASV Hamm und HSG Herdecke-Ende) messen, um sich weiterzuentwickeln.

Insgesamt gibt es sogar drei männliche C-Jugendmannschaften, die in der Spielzeit 2020/21 für die Ruhr Füchse auf Torejagd gehen.

Auch im weiblichen Bereich sieht es gut aus

Im weiblichen Bereich sieht es ähnlich gut aus. Hinter der ambitionierten B1-Jugend (Trainer Louis Weinberger und Claudia Peters) und C1-Jugend (Trainer Phillip Dammers und Jannes Görler) gibt es jeweils eine zweite Mannschaft als Unterbau.

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Und auch die älteste Ruhr-Füchse-Mannschaft, die weibliche A-Jugend, bewirbt sich um einen Platz in einer überkreislichen Liga. Eine männliche A-Jugend können die Ruhr Füchse dagegen nicht stellen – ein Zustand, der aber nicht über die Dauer der Spielzeit 2020/21 hinaus anhalten soll.

Und wie ist es generell gedacht, wenn die Spieler, die jetzt noch als Jugendliche zweier unterschiedlicher Vereine gemeinsam in einem Team spielen, sich mittelfristig beim Übergang in den Seniorenbereich für eine Seite entscheiden müssen?

Die Antwort auf diese Frage brennt offenbar noch nicht auf den Nägeln, meint Till Becker stellvertretend. „Klar – auch über solche Dinge machen wir uns Gedanken. Aber bis es so weit ist, haben wir noch Zeit.“

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