Schwerter Sportler kritisiert: „So zerstört man den Vereinssport und den Wettbewerb“

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Bereits vor einem möglichen Sport-Lockdown seitens der NRW-Landesregierung haben die Verantwortlichen des Westdeutschen Tischtennisverbandes (WTTV) eine Entscheidung gefällt.

von Linus Jäger

Schwerte

, 28.10.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Spielbetrieb in allen Spiel- und Altersklassen auf Verbandsebene (einschließlich seiner Bezirke und Kreise) wird bis zum Ende des Kalenderjahres unterbrochen. Demnach werden die noch nicht ausgetragenen Mannschaftsspiele der Vorrunde gestrichen.

Der Plan der Verbands-Verantwortlichen ist, dass die Saison im Januar 2021 fortgesetzt wird. Hierfür werden nur die Begegnungen der bereits geplanten Rückrunde herangezogen, soweit sie in der Vorrunde nicht stattgefunden haben.

Nachgefragt bei der TTVg, in Ergste und in Holzen

Und wie kommt die Verbands-Entscheidung bei den heimischen Klubs an? Wir haben uns bei den Vereinsvertretern der TTVg Schwerte, der SG Eintracht Ergste und des TuS Holzen-Sommerberg umgehört. Die Statements:

Steven Prause (Mannschaftskapitän der ersten Herrenmannschaft der TTVg Schwerte): „Es war absehbar, dass der Spielbetrieb abgesagt oder ausgesetzt wird. Mit der Pause besteht zumindest die Möglichkeit, die Saison nächstes Jahr fortzusetzen. Mal schauen, wie sich die Lage bis dahin entwickelt.

Steven Prause (TTVg Schwerte) hätte die Saison gerne fortgesetzt.

Steven Prause (TTVg Schwerte) hätte die Saison gerne fortgesetzt. © Foto: Manuela Schwerte

Ich persönlich hätte gerne weiter gespielt, schätze mein Risiko auch eher gering ein. Ich kann aber auch nachvollziehen, dass man das eher konservativ bewertet. Es ist ein harter Cut, den gerade die kleineren Vereine erstmal überstehen müssen.“

Julian Seibert (Kapitän der ersten Herrenmannschaft der SG Eintracht Ergste): „Ich finde die Unterbrechung und Verkürzung der Saison das falsche Signal. Die Hygienekonzepte funktionieren, und Tischtennisspiele sind dank Masken, Abständen und Lüften recht sicher. Da Doppel nicht erlaubt sind, ist man von seinem Gegner mehrere Meter entfernt – also kontaktlos.

Julian Seibert hält das Aussetzen der Saison für ein falsches Signal.

Julian Seibert hält das Aussetzen der Saison für ein falsches Signal. © Manuela Schwerte

Es ist der zweite Abbruch/Unterbrechung der Tischtennissaison in Folge – so zerstört man den Vereinssport und den Wettbewerb. Die Hoffnung, dass die Saison dann weiter gespielt wird, ist bei mir klein, denn im Januar wird Corona nicht verschwunden sein.“

Thomas Eisenberg (Abteilungsvorsitzender des TuS Holzen-Sommerberg): „Wir haben uns bereits gedacht, dass der Verband reagiert – nur, dass es so schnell geht, hatten wir nicht gedacht. Die Entscheidung war unvermeidbar, da verschiedene Kommunen die Hallen geschlossen haben und ein regulärer Spielbetrieb nicht möglich ist. Typisch ist aber der Flickenteppich: Ab Oberliga wird erstmal weitergespielt, da hier der Deutsche Tischtennisbund die Ligen verwaltet. Wir hoffen, dass die Hallen geöffnet bleiben, damit wir zumindest unserem Sport im Training nachgehen können. Tischtennis ist als kontaktloser Sport sicher und wir stehen mehr als zwei Meter vom Spieler entfernt. Es wäre eine große Enttäuschung, wenn uns der Sport ganz weggenommen würde.“

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