So war der erste DFB-Auftritt für Klems und Garcia

Interview mit Futsal-Nationalspielern

DFB-Trikot, Nationalhymne, Live-Übertragung im Fernsehen – die beiden Holzpfosten-Futsaler Nils Klems und Sandro Jurado Garcia durften sich beim viertägigen DFB-Lehrgang mit der Nationalmannschaft in Georgien wie kleine Stars fühlen. Im Interview sprechen die beiden über die aufregende Reise, die sie nachhaltig beeindruckt hat.

SCHWERTE

, 21.04.2016, 05:13 Uhr / Lesedauer: 3 min
So war der erste DFB-Auftritt für Klems und Garcia

Die beiden Schwerter Nils Klems (li.) und Sandro Jurado Garcia in der deutschen Umkleidekabine. Bis zum WM-Titel ist es zwar noch ein sehr weiter Weg, aber die vier Sterne auf der Brust von den Fußballern sind zumindest ein Anreiz.

Willkommen zurück! Sind ein paar georgische Worte hängen geblieben?

Klems: Gaumarjos, hallo, liebe Ruhr Nachrichten! Ehrlich gesagt, bis auf "hallo" und "danke", nämlich "madloba", ist nichts aus dem georgischen Wörterbuch hängen geblieben. Die meiste Zeit waren wir allerdings auch komplett unter uns im Hotel, im Bus oder in der Halle, da gab es nicht so viele Berührungspunkte mit der georgischen Sprache – die man im Übrigen auch nicht lesen kann.

Was habt ihr in den vier Tagen erlebt?

Jurado Garcia: Es war ein intensiver und hochkonzentrierter Lehrgang. Ich durfte das größte Highlight in meinem Leben erleben – und zwar im Trikot der Deutschen Futsal-Nationalmannschaft im allerersten Spiel überhaupt als erster auf dem Parkett stehen. Ein unbeschreibliches Gefühl, das macht mich riesig stolz!

Klems: Das Programm war extrem voll mit Training, Spielen, entsprechenden Besprechungen und Busfahrten zur Halle – der Verkehr in Tiflis ist eine Katastrophe! Wie es also bei einem solchen Lehrgang sein sollte, haben wir uns nahezu rund um die Uhr mit Futsal beschäftigt. Zumindest am Freitagabend blieb aber doch noch die Zeit für einen kurzen gemeinsamen Ausflug in die Stadt.

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Am nächsten Tag hattet ihr dann das erste Spiel.

Klems: Das war natürlich das Aufregendste. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, beim ersten Spiel einer Deutschen Futsal-Nationalmannschaft dabei zu sein, mit dem DFB-Trikot einzulaufen und die Hymne zu singen. Wenn man nach den Spielen von den Zuschauern nach dem Trikot und nach Fotos gefragt wird, dann merkt man schon, welche Begeisterung die Menschen auch 3000 Kilometer entfernt für den Fußball und den DFB haben und fühlt sich für einen Moment nicht mehr wie ein Amateursportler.

Jurado Garcia: Das Spiel wurde ja auch im georgischen Fernsehen übertragen – mein Kindheitstraum! Und wenn ich sagen würde, man fühlt sich dabei nicht wie ein kleiner Star, wäre das gelogen.

Die Spiele gegen Georgien gingen 0:4 und 0:5 verloren. Unzufrieden seid ihr mit der sportlichen Leistung aber nicht, oder?

Jurado Garcia: Meiner Meinung nach spiegeln die Ergebnisse den Spielverlauf nicht ganz wider. Wir haben bei beiden Spielen bis zum 0:2 wahnsinnig gut dagegen gehalten. Es hat sich einfach die Erfahrung und Cleverness der Georgier durchgesetzt.

Klems: Klar ärgert es uns alle, dass wir kein Tor gemacht haben. Aber es waren unsere ersten Spiele in dieser Konstellation und dafür war es wirklich okay. Die georgische Nationalmannschaft gibt es seit 20 Jahren, da haben wir natürlich einiges aufzuholen. An vielen Stellen konnte man schon unser Potential erkennen. Und viele taktische Vorgaben haben wir trotz der kurzen Vorbereitung schon ordentlich umgesetzt.

Das erste Spiel der Deutschen gegen Georgien (und mit georgischem Kommentar):

Auch eure Freizeit habt ihr in Georgien mit dem Team verbracht. War das immer harmonisch? 

Klems: Absolut. Es waren wirklich ausnahmslos Top-Jungs dabei. Trotz des großen Konkurrenzkampfes, den es logischerweise gibt, war die Stimmung im Team immer gut. Das ist schon sehr erstaunlich und macht so ungemein Spaß.

Jurado Garcia: Das Team hat all meine Erwartungen übertroffen - sowohl in sportlicher als auch menschlicher Hinsicht. Wir haben viel Freizeit gemeinsam verbracht und die eine oder andere lustige Geschichte war bei jedem auch dabei.

Wie geht es jetzt bis zum ersten Länderspiel am 30. Oktober weiter?

Jurado Garcia: Natürlich erstmal mit der Vorbereitung mit den Holzpfosten, worauf ich mich auch schon wieder tierisch freue. Danach findet im September der nächste Lehrgang mit dem erweiterten Kader der Nationalmannschaft statt. Im Oktober geht's dann mit dem 16-köpfigen Kader in den letzten Lehrgang vor den ersten offiziellen Länderspielen am 30. Oktober und 1. November hier in Deutschland. Mein Ziel ist es, dann auch dabei zu sein.

Klems: Im Juli findet noch die Studenten-Weltmeisterschaft statt, an der ein Großteil des Teams aus der Nationalmannschaft teilnehmen soll. Jeder Spieler bekommt zusätzlich einen individuellen Trainingsplan. Wichtig ist natürlich auch das Futsal-Training in den Mannschaften. Wir fangen nächste Woche wieder mit der Saisonvorbereitung an. Für uns persönlich ist es extrem wichtig, dass sich unsere Trainingsmöglichkeiten verbessern, damit wir entsprechend regelmäßig Futsal trainieren können. Da hinken wir in Schwerte im Vergleich zu den anderen Nationalspielern ganz schön hinterher. Sandro und ich wollen aber natürlich auch in Zukunft als Schwerter zur Nationalmannschaft gehören. Es heißt also mehr denn je: trainieren, trainieren, trainieren.

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Vier Tage lang wart ihr Zimmernachbarn, jetzt könnt ihr es ja verraten: Welche Marotte habt ihr beim jeweils anderen beobachtet?

Klems: (lacht) Ich glaube, Sandro wäre es nicht so recht, wenn ich das hier erzähle. Nee, im Ernst: So viel Zeit im Zimmer gab es ja gar nicht. Meistens ging die dann für Gespräche übers Training, Nachrichten an Freunde und Familie und für Schlafen drauf – also alles ganz unspektakulär.

Jurado Garcia: Hm, gute Frage, bei Nils ist mir aber leider auch nichts Besonderes aufgefallen. Ich war wie er auch viel am Handy und habe Freunden und Familie berichtet.

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