Stoppschild Corona: Tägliches Training ohne konkretes Wettkampfziel

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Jasmin Dziuron wollte richtig durchstarten, doch die Corona-Krise hat sie ausgebremst. So gut wie alle Wettkämpfe 2020 sind abgesagt, inklusive der WM im September.

Schwerte

, 15.04.2020, 17:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie hatte große sportliche Pläne für dieses Jahr: Die Schwerter Rettungsschwimmerin Jasmin Dziuron (26) gehört zum Kader der Nationalmannschaft und hatte sich für 2020 viel vorgenommen.

Rettungsschwimmer mit voller Wucht getroffen

Aber dann kam die Corona-Krise, die die Rettungsschwimmer – wie viele andere Sportarten auch – mit voller Wucht getroffen hat.

Saisonhöhepunkt sollte eigentlich die Weltmeisterschaft im italienischen Urlaubsort Riccione sein. Doch die für September terminierten Titelkämpfe sind schon vor gut vier Wochen abgesagt worden.

Der Terminkalender für 2021 ist voll

„Eventuell soll die WM ins Jahr 2021 verschoben werden. Aber daran glaube ich nicht so recht, der Terminkalender ist voll“, sagt Dziuron mit Blick auf die Europameisterschaft und die World Games (Weltspiele nicht-olympischer Sportarten) – zwei internationale Großereignisse, die das Jahr 2021 der Rettungsschwimmer prägen und die eigentlich keinen Platz mehr lassen für eine zusätzliche Weltmeisterschaft.

Ein Länderkampf in den Niederlanden Mitte März sollte eigentlich Dziurons Auftaktwettkampf des neuen Jahres sein. Doch hier setzte Corona genauso ein Stoppschild wie für einen weiteren internationalen Wettkampf Anfang Mai in Frankreich sowie für Titelkämpfe auf nationaler Ebene wie Landes- und Bezirksmeisterschaften.

„Es gibt keinen echten Saisonhöhepunkt“

Zuletzt wurde dann auch noch der traditionelle DLRG-Cup vom Terminplan gestrichen, der Mitte Juli in Warnemünde hätte stattfinden sollen. Spätestens nach dessen Absage bleibt Jasmin Dziuron nur die ernüchternde Erkenntnis: „Es gibt für uns dieses Jahr keinen echten Saisonhöhepunkt.“

Logisch, dass es unter diesen Voraussetzungen für Jasmin Dziuron nicht leicht ist, ihr Trainingsprogramm so durchzuziehen, wie es für eine ambitionierte Nationalmannschaftsschwimmerin normalerweise notwendig ist. Neun bis zehn wöchentliche Trainingseinheiten absolviert die 26-Jährige neben ihrer Vollzeitstelle in der Finanzverwaltung.

Laufeinheiten und Krafttraining

Die Inhalte der Trainingseinheiten, die es in diesen Tagen online vom Bundestrainer gibt, haben sich durch Corona zwangsläufig verändert. Die Schwimmbäder sind geschlossen, sodass der Schwerpunkt zwangsläufig auf Laufeinheiten und Krafttraining liegt. Weil Jasmin Dziurons Hauptdisziplin die so genannten Beach Flags (Kurzsprint im Sand) sind, gehören diese Elemente aber ohnehin schon immer zu ihrem Trainingsprogramm.

Ansonsten versucht Jasmin Dziuron, das Beste aus der Situation zu machen: „Man muss sich darauf einlassen – ich trainiere trotzdem jeden Tag“, sagt die Schwerterin – auch ohne ein konkretes sportliches Wettkampfziel für 2020.

Zur Person

Jasmin Dziuron (26) hat mit elf Jahren bei der DLRG-Ortsgruppe Westhpofen-Garenfeld mit dem Rettungsschwimmen begonnen. Seit drei Jahren startet die Schwerterin für die DLRG Schloss Holte-Stukenbrock (Ostwestfalen). Jasmin Dziurons größte Erfolge auf internationaler Ebene waren der achte Platz im Beach- Flags-Finale bei der Weltmeisterschaft in Australien 2018 und die Bronzemedaille im 100 Meter Livesaver bei der Europameisterschaft 2019 im italienischen Riccione.
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