VV Schwerte gegen SC Hennen - ein Derby im Zeichen von Corona

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Derby als Geisterspiel - Zuschauer sind am Sonntag im Oberliga-Spitzenspiel nicht dabei. Im Vorfeld der Partie gab es ein ziemliches Hin und Her. Wer blendet die Pandemie am besten aus?

Schwerte

, 24.10.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

VV Schwerte gegen SC Hennen - das Derby in der Volleyball-Oberliga steht ganz im Zeichen von Corona. Zuschauer sind nicht zugelassen für das Lokalduell, bei dem der Tabellendritte den Spitzenreiter empfängt. Die beiden Kapitäninnen, Schwertes Magdalena Stolz (34) und Hennens Natascha Marks (33), mussten eine Menge Flexibilität in der vergangenen Woche mitbringen.

Eine Allgemeinverfügung führte zur Absage, dann kamen Lockerungen und das Spiel wurde noch wieder angesetzt (Sonntag, 17 Uhr, Alfred-Berg-Sporthalle). Nervt Sie das nicht?

Stolz: Nerven ist das falsche Wort. Man ist bereit, den Aufwand auf sich zu nehmen. Wir freuen uns, dass die Allgemeinverfügung des Kreises revidiert wurde. Es ist natürlich ein Bruch zur Organisation und den Abläufen, die man innehat. Aber weil wir leidenschaftliche Volleyballerinnen sind, sind wir bereit, die Aufgaben auf uns zu nehmen.

Marks: Mich nervt es schon. Innerhalb einer Woche haben wir drei verschiedene Aussagen erhalten von „wir dürfen nichts“ bis „wir dürfen alles“.

Natascha Marks (2.v.r) ist Kapitänin des SC Hennen.

Natascha Marks (2.v.r) ist Kapitänin des SC Hennen. © Bernd Paulitschke

Wie beeinflusst die Pandemie Ihren Sport?

Stolz: Volleyball ist eine Kontaktsportart. Wir klatschen uns viel ab und kommen in der Mitte zusammen. Es war in den ersten Monaten ungewohnt und kostete Überwindung, die Automatismen zu unterbinden. Dem Teamspirit hat das aber keinen Abbruch getan, auch wenn wir uns lieber öfter herzen würden.

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Drückt die Situationen bei Ihnen in der Mannschaft nicht auf die Stimmung?

Marks: Ein bisschen schon, weil vieles nicht planbar ist. Letzte Woche hieß es noch, dass wir nicht spielen. Dann lässt die Motivation im Training nach, weil man sich ja für den Fight am Wochenende vorbereiten möchte. Man nimmt sich auch privat etwas anderes vor. Dann hieß es, dass wir doch wieder spielen. Da ist viel Flexibilität und Organisation erforderlich. Bock ist noch da!

Stolz: In der Freizeit machen wir weniger. Ich kenne es sonst so, dass wir nach Spielen noch etwas zusammen unternehmen. In der laufenden Saison ist das stark zurückgegangen. Jetzt müssen wir uns fragen, was mit welcher Personenzahl erlaubt ist.

Ist man bei Spielen nicht viel zu abgelenkt, sich damit zu beschäftigen, wann die Maske auf sein muss und wann nicht?

Stolz: Wenn wir ein Heimspiel haben, kriegen wir es gar nicht mit. Die Maske tragen wir vom Parkplatz bis in die Halle und bis auf das Feld. Dann können wir sie abnehmen. Bei Auswärtsspielen habe ich das anders empfunden. Hygienekonzepte werden hin- und hergeschickt, wir müssen klären, ob geduscht werden darf, es gibt Teilnehmerlisten - das ist alles viel Bürokratie und das empfinde ich als gewöhnungsbedürftig, aber nicht als störend. Sobald das alles erledigt habe, kommt man in seinen Tunnel. Dann startet das Warm-up und auf dem Feld ist es so, als wenn die Pandemie nicht existiert.

Marks: Schwerte hat uns die Corona-Hygienerichtlinien schon vor Längerem geschickt. Viele Dinge daraus sind identisch. Man hat sich daran gewöhnt.

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Was bedeutet Ihnen das Derby?

Stolz: Natascha kenne ich schon seit der C-Jugend. Ich freue mich immer auf das Derby, bei dem es ein positives Spannungsfeld gibt. Hennen hat tolle Spielercharaktere und in den letzten Jahren waren es immer schöne und spannende Duelle

Marks: Leider findet es ohne Zuschauer statt. Die Atmosphäre von der Bühne fehlt. Schwerte hätte sicherlich einige Fans gehabt, wir hätten einige mitgebracht.

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