VV Schwerte und SC Hennen sehen sich wieder

Volleyball: Oberliga

Der Jubel beim VV Schwerte war am Ende der vergangenen Saison ebenso groß wie die Enttäuschung beim SC Hennen. Während die Damen des VVS den lang ersehnten Aufstieg in die Oberliga feierten, stiegen die Hennerinnen einigermaßen chancenlos ebendort hin wieder aus der Regionalliga ab. Am Sonntag beginnt die Saison 2017/18 mit dem direkten Duell beider Mannschaften.

SCHWERTE

, 22.09.2017 / Lesedauer: 4 min

VV Schwerte

Die Vorbereitung: Weil viele Spielerinnen verletzungs- und krankheitsbedingt fehlten, war es für Knut Powilleit schwierig, die ganze Mannschaft auf taktische Neuerungen im Spiel einzustellen. „Uns hat es da leider mit Krankheiten oft erwischt. Das ist ein kleiner Wermutstropfen“, meint Powilleit. Seine Mannschaft nahm bei einem Vorbereitungsturnier in Gladbeck vor drei Wochen teil. In dieser Woche hat der Trainer noch zwei Testspiele organisiert – „um den letzten Schliff zu bekommen.“

Das Personal: Für den neuen Trainer und Nachfolger von Maik Wlodarsch waren beim Amtsantritt alle Spielerinnen, nicht nur die Neuzugänge, unbekannt. Für das Team galt das in Bezug auf die neuen Spielerinnen nicht, denn drei der vier externen Neuzugänge haben eine Volleyball-Vergangenheit in Schwerte. Lisa Schulte-Schmale (Iserlohn), Kira Schäfer (TV Hörde) und Felina Bönninger (zuletzt im Auslandsstudium) spielen nun wieder in der Alfred-Berg-Sporthalle. Außerdem verstärkt Stefanie Herkelmann den Neu-Oberligisten und kommt vom Lüner SV. Die Nachwuchsspielerin Frieda Gottschalk gehört jetzt fest zum Kader der 1. Damen. Nicht mehr dabei im Vergleich zur Vorsaison sind Lynn Kosina (Münster), Christina Queren (zurück nach Paderborn), Christine Schücker (nach Köln), Martina Buchatz (tritt kürzer), Mareike Krafczyk (2. Mannschaft. Und mit Caro Hermsen fehlt eine VVS-Leistungsträgerin wegen einer Knieverletzung langfristig.

Das Saisonziel: Als Aufsteiger gibt es für den VVS nur ein Ziel: den Klassenerhalt. Da die Liga für Knut Powilleit größtenteils unbekannt ist, hält er sich mit genauen Prognosen zurück. „Wir müssen von Spieltag zu Spieltag sehen und schauen, wie die anderen Mannschaften aufgestellt sind. Für uns wird es sehr wichtig sein, als Team eine Einheit zu bilden, die auch Rückschläge kompensieren kann.“ Er hofft aber auch auf den Aufsteiger-Effekt: Mit Unbekümmertheit und der Euphorie aus dem Frühjahr will der VVS forsch in die Saison starten. Den Start hält Powilleit für besonders wichtig. Der ist aber auch besonders schwierig: Denn nach dem Absteiger Hennen trifft der VVS direkt auf den TV Hörde und VoR Paderborn – zwei Teams mit hohen Ambitionen.

Die Stärken und Schwächen: „Wir versuchen das Spiel über die Mitte mehr zu forcieren“, verrät Powilleit. Auf den Außen sieht er seine Mannschaft gut aufgestellt. In der Blockabwehr und im Aufbau ist dagegen noch Potenzial. Als Aufsteiger, so Powilleit, sei es auch besonders wichtig, die „Unforced Errors“, also die einfachen Fehler im Aufbau, zu unterbinden.

Das Derby zum Start: Ob Hennen, Paderborn oder Hörde – für Powilleit macht es zumindest aus analytischer Sicht keinen Unterschied, wer zu Beginn der Gegner ist. Er ist nicht nur neu in der Liga, sondern eben auch in der unmittelbaren Region. Die Spielerinnen des VVS und SC Hennen kennen sich nicht nur geografisch bedingt. Bis vor zwei Jahren spielten beide Vereine noch in der Verbandsliga. Nun findet das Wiedersehen in der Oberliga statt. „Für die Mannschaft ist das eine schöne Sache am Anfang. Wir sollten unseren Schwung mitnehmen und den Spieltag genießen“, meint der Trainer, der Hennen standesgemäß für den Favoriten hält. „Wir müssen aber auch nicht in Ehrfurcht erstarren.“

SC Hennen

Die Vorbereitung: Der SC Hennen hatte mit ähnlichen Problemen wie der VVS zu kämpfen. Zwar stiegen die Hennnenerinnen schon am 1. Juli in die Vorbereitung ein. Doch: „Durch die Kombination aus Urlaub und Krankheit war es eher durchwachsen“, resümiert Trainer Christoph Schulte. Mit dem Engagement seiner Spielerinnen ist er sehr zufrieden. Vielleicht auch deshalb hatte Hennen einen Überraschungserfolg zu feiern. Bei einem teils hochkarätig besetzten Turnier des MTV Köln schnappte sich Hennen den Sieg.

Das Personal: Das Team, das 2015 den Oberliga-Aufstieg und ein Jahr später sogar den Regionalliga-Aufstieg feierte, bleibt weitgehend zusammen. Zwei Neuzugänge sind dazugestoßen. Lena Blumenstein kommt vom VVS, Jana Ress spielte zuletzt in Herne. Sie sollen Paula Schneider auf der Zuspielerin-Position unterstützen. Die geriet zur kleinen Baustelle, da Rahel Oefner weiterhin am Knie verletzt ist und dieses Jahr kein Spiel mehr machen wird.

Das Saisonziel: Christoph Schulte will unbedingt den Spirit aus den Aufstiegsjahren zurückholen. Der ebbte im Regionalliga-Jahr durch die starken Gegner zumindest zeitweise ab. Schultes Motto: „Mutig drauf und Vollgas.“ Doch er schätzt die Oberliga als ziemlich stark sein. Eine automatische Favoritenrolle als Absteiger weist er zurück. „Wir wollen frühzeitig Abstand auf die Abstiegsplätze aufbauen. Dann müssen wir mal schauen“, ist Schulte eher vorsichtig.

Die Stärken und Schwächen: „Uns fehlen noch die Automatismen, die wir in den Aufstiegsjahren und davor angesammelt haben. Diese Beständigkeit muss noch wachsen“, erklärt Christoph Schulte. Als Pluspunkt sieht er den Mix aus erfahrenen und jungen Spielerinnen.

Das Derby zum Start: Für Schulte ist das Lokalduell „immer etwas Besonderes“. „Das ist eine gesunde Rivalität, wobei die Betonung auf gesund liegt. Auf dem Feld wird sich gerieben, danach ist aber auch alles gut. Das finde ich wichtig“, sagt Schulte. Er erwartet ein Duell auf Augenhöhe und schiebt sogar die Favoritenrolle auf die andere Seite der Ruhr. „Schwerte sehe ich durch die Aufstiegseuphorie einen Tacken vorne.“ Neuzugang Ress und Vanessa Hannusch fehlen zum Derbyauftakt.

Das Duell steigt am Sonntag (24. September) um 15 Uhr, Ortlohnhalle, Langerfeldstraße 84, 58638 Iserlohn.

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