„Wir brauchen 21 Spieler, die für die Roosters durchs Feuer gehen“

Eishockey

Der ehemalige Spieler Christian Hommel ist Co-Trainer der Iserlohn Roosters und kümmert sich auch um die Planungen für die nächste Saison.

von Linus Jäger

Schwerte

, 12.02.2019, 18:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Wir brauchen 21 Spieler, die für die Roosters durchs Feuer gehen“

Früher Spieler, jetzt Co-Trainer der Iserlohn Roosters: Christian Hommel am Rande der Bande, hier beim DEL-Spiel in Krefeld © Eishockey Magazin/Brueggemann

Christian Hommel, ehemaliger Spieler der Iserlohn Roosters, ist seit fast drei Monaten Co-Trainer der Sauerländer, die in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) aktuell auf Rang zwölf stehen. Wir haben mit dem 38-Jährigen vor dem Auswärtsspiel in Nürnberg (Mittwoch, 19.30 Uhr) über seine ersten Monate als Co-Trainer, die Bindung zu den Fans und sein Schlafdefizit gesprochen.


Wie haben Sie die ersten Monate als Co-Trainer in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) erlebt?

Es hat mit sehr viel Freude und Gänsehaut angefangen. Als der sportliche Erfolg ausblieb, wurde ich vor neue Aufgaben gestellt. Die negativen Schlagzeilen haben mich stark gemacht, denn insgesamt habe ich viel gelernt.


Wünschen Sie sich manchmal, dass Sie der Mannschaft auf dem Eis helfen können und nicht hinter der Bande?

Ob dazu meine Fitness reicht, das weiß ich nicht. Manchmal denkt man über gewisse Situationen nach, wie man sie als Spieler gelöst hätte. Aber ich habe mich mit dem neuen Aufgabenbereich gut angefreundet.


Wie läuft die Zusammenarbeit mit Headcoach Jamie Bartman?

Jamie hat mich total akzeptiert, wir haben ein super Vertrauensverhältnis und arbeiten sehr gut zusammen.


Welche spielerischen Verbesserungen gab es im Vergleich zu Vorgänger Rob Daum?

Wir waren in der neutralen Zone zu offen und haben es dem Gegner zu einfach gemacht. Da hat die Umstellung gefruchtet. Am Ende brauchen wir 21 Spieler, die durchs Feuer gehen, Bock haben und die Vorgaben auch umsetzen können.


Was muss sich bis Saisonende noch verbessern?

Wir haben zuletzt zweimal gewonnen, weil wir hungriger waren und Kleinigkeiten konstant umgesetzt haben. Wir müssen weniger Strafminuten nehmen, um Kraft zu sparen und selber im Powerplay erfolgreich sein. Konstanz ist ein sehr wichtiges Wort.


Was ist das Ziel für die restlichen Spiele?

So viele Siege wie möglich zu holen und sich perfekt auf jeden Gegner vorzubereiten.


Welche Rolle spielen dabei die Fans, die aktuell teilweise einen Stimmungsboykott machen?

Ohne die Fans gibt es kein Eishockey in Iserlohn, denn sie gehören hierhin wie der Seilersee. Natürlich sind unsere Fans etwas anderes gewohnt, das ist uns auch klar.


Wie schaffen Sie es, Co-Trainer zu sein und zeitgleich nach Neuverpflichtungen Ausschau zu halten?

Live-Scouting ist natürlich schwierig, aber wir haben da genug Computerprogramme für. Es ist viel Arbeit, viele Telefonate mit Agenten und Scouts und dies auch mal gerne bis Mitternacht und deswegen auch weniger Schlafstunden. Ich möchte aber betonen, dass das Business nie still gestanden hat.


Was muss sich beim Personal für die neue Saison ändern?

Wir brauchen Charakter und Spieler, mit denen man sich identifizieren kann. Die Fans sollen wieder stolz auf ihr Team sein und nicht mit Bauchschmerzen aus der Halle gehen. Zudem soll der Biss und Wille wie unser Roosters-Hockey zurückkommen.


Wem drücken Sie im Meisterschaftskampf die Daumen, wenn die Roosters es nicht in die Playoffs schaffen?

Mein Favorit sind die Roosters, deswegen drücke ich keinem bestimmten Team die Daumen. Die Spiele sollen dann möglichst gute Werbung für das deutsche Eishockey sein, denn die DEL ist eine starke Liga in Europa.

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