Zwei Mannschaften im Wettkampf gegeneinander - das passt nicht zur Corona-Lage

rnMeinung

Mit Engelszungen reden Politiker auf uns ein, wir mögen unsere sozialen Kontakte reduzieren. Aber dann muss man auch sportartübergreifend konsequent sein, meint unser Autor.

Schwerte

, 26.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch wenn dem einen oder anderen das Thema mittlerweile zum Hals heraushängt: Corona ist auch im lokalen Sportgeschehen allgegenwärtig – das ist in diesen Tagen nun mal so. Leider.

Basketballer und Handballer haben entschieden

Ob beim Derby der Volleyball-Oberliga, das als Geisterspiel ohne Zuschauer über die Bühne ging, ob bei kurzfristigen Spielabsagen im Fußball oder generell bei den Sportarten Basketball und Handball, deren Verantwortliche in der vergangenen Woche grundsätzliche Entscheidungen im Umgang mit dem Virus gefällt haben.

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Die Basketballer haben die Vereine mit ins Boot geholt, die ein eindeutiges Votum abgegeben haben: Einen Saisonstart am kommenden Wochenende, wie er eigentlich geplant war, können sie sich nicht vorstellen vor dem Hintergrund, „dass die Landkarte der Infektionen immer roter wird“, wie es der Schwerter Alexander Prinz so anschaulich formuliert hat. Der Saisonauftakt ist zunächst mal in den Januar verschoben worden.

„Den Spielbetrieb so weit wie möglich durchführen“

Eine Befragung unter den Handball-Vereinsverantwortlichen würde vermutlich ein ähnliches Ergebnis hervorbringen. Trotzdem fährt der Vorstand des westfälischen Verbandes eine andere Linie und will den Spielbetrieb der wenige Wochen alten Saison „so weit wie möglich durchführen.“

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Das gilt für die Ligen ab Landesliga aufwärts. Die Spielklassen darunter laufen unter Federführung der Kreise – und diese halten nichts von der Weiter-so-Marschroute. Das gilt für den heimischen Kreis Iserlohn/Arnsberg ebenso wie für die Nachbarkreise Hellweg und Industrie – hier wird der Spielbetrieb vorerst ruhen.

Pro-Argument: Hygiene-Konzepte funktionieren

Ob der Handballverband Westfalen vor diesem Hintergrund bei seiner Haltung bleiben kann, bleibt abzuwarten. Mit dem Finger braucht aber niemand auf die Verbands-Verantwortlichen zu zeigen. Denn man muss beileibe kein Corona-Leugner sein, um nicht auch handfeste Argumente für das Fortführen der Saison zu haben.

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Die mit großem Aufwand erstellten Hygienekonzepte der Vereine scheinen zu funktionieren – dass sich jemand über den Handball infiziert hat, ist nicht bekannt. Folglich sieht man beim Verband „keinen Einschränkungsbedarf bei der Ausübung unseres schönen Sports“.

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Trotzdem: Bei allem Verständnis dafür, dass das Handballerherz blutet, wenn der Spielbetrieb eine Pause machen muss, passt diese Haltung nicht mit der allgemeinen Corona-Lage zusammen.

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