André Kracker regt sich über Ausrichter Vinnum auf - und will 2020 nicht teilnehmen

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Borks Trainer André Kracker hat ausgeteilt: Westfalia Vinnum, Gastgeber des Stever-Lippe-Cups, bekommt sein Fett weg. Im kommenden Jahr will er keinesfalls mitmachen.

von Sebastian Reith, Nico Ebmeier

Bork, Vinnum

, 22.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Laune von André Kracker, dem neuen Trainer vom Fußball-B-Ligist PSV Bork, war nicht gerade die beste am Donnerstagabend, als auf dem Kunstrasenplatz von Westfalia Vinnum die Gruppe A die Vorrundenplätze ausspielte. Man könnte die Stimmung des Borker Trainers sogar durchaus als geladen bezeichnen. Und das hatte einen Grund.

Am Ende der Vinnumer Vorrunde, die Bork als Schlusslicht abschloss, hatte Kracker drei angeschlagene Spieler. Schon während des Spiels hatte er die Spielweise von Westfalia Vinnum lautstark kritisiert und nach den Partien die „Gangart des Gegners“ angeprangert. Zu hart für ein Vorbereitungsspiel, unfaire Aktionen, brutale Grätschen - so die Meinung des Borker Coaches.

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André Kracker greift Michael Nachtigall verbal an

Auch Sonntagabend hatte sich Kracker noch nicht beruhigt, obwohl er in Weddinghofen einen ordentlichen Test seiner Elf gesehen hatte (3:3). Ganz im Gegenteil. „Die können froh sein, dass wir es durchgezogen haben“, sagte Kracker. Er habe also offenbar mit dem Gedanken gespielt, das Turnier abzubrechen. „Das ist falscher Ehrgeiz. Wir möchten bei einem Vorbereitungsturnier Erkenntnisse sammeln“, sagte er Sonntag. Was brachte ihn so auf?

André Kracker regt sich über Ausrichter Vinnum auf - und will 2020 nicht teilnehmen

Tobias Böcker ist mehrfach gefoult worden. © Sebastian Reith

Geärgert hatte sich Kracker zuvor auch über die Aussagen von Michael Nachtigall, Vinnums neuem Trainer. Konfrontiert mit der Kritik, hatte Nachtigall von „normalen Szenen“ gesprochen: „Es waren keine bösen Fouls. Wir haben nicht nachgetreten oder den Fuß draufgehalten.“ Kracker sieht das anders, zählte diverse Aktionen auf, unter anderem das Foul von Arnd Forsmann, der Tobias Böcker an der Seitenlinie zu Fall brachte. Krackers Ansage an seinen Vinnumer Trainerkollegen: Nachtigall habe sich den „falschen Job“ ausgesucht, denn ein Vorbild gebe er nicht ab.

Michael Nachtigall ist sich keiner Schuld bewusst

Der neue Trainer von Westfalia Vinnum dagegen überrascht die erneute Kritik seines Kollegen: „Ich dachte eigentlich, wir hätten das direkt am Spielfeld schon geklärt. Er meinte, dass ich seine Spieler vom Spielfeldrand beleidigt hätte, aber meine Kritik galt nur dem Schiedsrichter, den wir beide als etwas unglücklich empfanden. Dass ihn das immer noch stört, habe ich nicht erwartet.“ Generell hat Nachtigall auch eine Begründung für das durchaus harte Einsteigen seiner Mannschaft: „Wir sind noch in der Vorbereitung und da ist es klar, dass die Kräfte am Spielende schwinden. Dann passiert es schnell, dass man hier und da ein, zwei Mal zu spät kommt.“

Wirklich böse Fouls habe der Neu-Vinnumer nicht gesehen: „Es gab keine Ellenbogenschläge und gestreckten Beine. Es gab zwar schon viele Fouls, aber das lag nur an der Hektik im Spiel.“ Die Gelb-Rote Karte seines Offensivakteurs David Olschewski dagegen sah Nachtigall als völlig berechtigt an: „Es war eine völlig unnötige Grätsche von hinten, bei der durchaus schlimme Verletzungen die Folge sein können. Danach habe ich ihn auch zur Seite genommen und gesagt, dass sowas wirklich nicht sein müsste.“

André Kracker will im kommenden Jahr nicht teilnehmen

Und deshalb steht für Kracker fest: 2020 wird das Turnier ohne seine Borker stattfinden. „Die Briefmarke können die sich sparen.“ Solange Kracker Trainer in Bork ist, scheint Vinnum keine Einladung mehr verschicken zu müssen an den Nachbarn.

Im Gegensatz dazu fährt Michael Nachtigall eher einen Anti-Konfrontationskurs. „Ich kannte ihn vorher nicht und hatte gehofft, alles längst mit ihm geklärt zu haben. Letztendlich hat jeder seine Meinung und so würde ich gerne noch mit ihm ein Bier trinken gehen, obwohl ich dann eher auf das Bier verzichten würde, weil ich davon gar kein Fan bin“, sagt der Trainer lachend.

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