Angst vor einem erneuten Corona-Abbruch? „Es wäre für alle ein Debakel“

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Die heimischen Trainer haben geteilte Meinung zur kommenden Saison. Die steigenden Corona-Zahlen sind allgegenwärtig. Steht die Saison schon wieder vor einem Abbruch?

von Nico Ebmeier, Sebastian Reith

Selm, Olfen, Nordkirchen

, 24.08.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Infektionszahlen in Deutschland steigen seit Wochen wieder. Bedroht das den Start der Saison im Amateurfußball am 6. September? Bei zu vielen Corona-Fällen in der Hinrunde, das hat der Verband mitgeteilt, wird es eine Annullierung geben. Wird die Saison erst in der Rückrunde abgebrochen, zählt die Tabelle. Zwei Wochen vor dem Auftakt haben wir die heimischen Trainer befragt, ob sie befürchten, dass die Saison am 6. September womöglich nicht wie geplant starten kann und es größere Unterbrechungen gibt.

„Ich habe da keine Angst vor und ich könnte einen Abbruch auch absolut nicht verstehen“, sagte Mario Plechaty, Trainer des FC Nordkirchen. Ein Abbruch wäre für alle ein Debakel. „Die Terminfindung im nächsten Jahr würde ganz schwierig werden. Bei einem Corona-Fall müssen dann halt die Maßnahmen stattfinden, aber ein Abbruch wäre für mich nicht verständlich“, so Plechaty.

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Jupp Ovelhey, Trainer des SuS Olfen, gab sich da relativ gelassen, „weil wir letztendlich sowieso nichts daran ändern können. Ich gehe erstmal davon aus, dass der Verband versucht, wieder Normalität einkehren zu lassen“, sagte Ovelhey. Wenn dann zu viele Vereine Corona-Fälle haben, werde man sehen, wie der Verband dann reagiert.

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„Ein erneuter Lockdown wäre allerdings für alle Ligen fatal, aber ich kann verstehen, dass man gerade im Dortmunder Raum darüber nachdenkt. Es bräuchte aber wohl schon signifikante Beweise, dass der Fußball schuld an steigenden Zahlen ist, damit der Wettbewerb wieder abgebrochen wird“, so Ovelhey.

A-Liga-Trainer rechnen mit Saisonstart am 6. September

Pascal Harder, Trainer des A-Ligisten Grün-Schwarz Cappenberg, sagte: „Angst ist relativ – aber klar ist, dass alles passieren kann. Gerade wenn die Zahlen weiter nach oben schießen. Ich war lange so gut wie sicher, dass die Saison normal startet, aber wenn es weitere Fälle gibt, wird man schauen müssen. Aber solange sich die Zahlen nun nicht nochmal extrem verändern, wird alles normal beginnen.“

Michael Nachtigall hält mögliche Absagen für Glaskugel-Leserei: „Wir bereiten uns vor, als wenn es am 6. September losgeht. Ich glaube, dass der Saisonanfang relativ sicher ist, auch wenn einige Mannschaften betroffen sind.“

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„Logischerweise mache ich mir meine Gedanken darüber. Das hat sich aber seit der Beginn der Krise auch nicht groß verändert. Man wird immer abwarten müssen und sehen, wie sich die Zahlen verhalten“, sagte Capelles Trainer Reinhard Behlert.

„Ich glaube aber, dass die Mannschaften im Dortmunder Raum definitiv größere Probleme haben, als wir. Klar ist, dass Corona aber nicht verschwinden wird und deshalb müssen wir damit leben. Wenn sich aber alle vernünftig benehmen, wird die Saison normal starten. Zumindest für Capelle kann ich sagen, dass wir alles dafür tun, dass die Zahlen wieder runter gehen“, sagte Behlert weiter.

Beurteilung der Situation ist schwierig

Michael Luppus, Trainer des SV Südkirchen, falle es schwer, das Thema richtig zu beurteilen. „In Nordkirchen kamen wir seit Wochen kaum in Berührung mit Corona. In einem Ballungsgebiet wie Dortmund ist das etwas anderes. Es wäre schade, wenn wir am Ende nicht starten“, sagte Luppus.

Sanmi Ojo, Trainer des PSV Bork, sagte: „Es ist natürlich die ganze Zeit allgegenwärtig. Man kann sich das auch mittlerweile echt gut vorstellen, dass es auch bald bei uns irgendwann mal einen Fall geben wird. Wir machen erstmal so weiter, wie es bisher war, und müssen abwarten. Wenn es dann allerdings einen Abbruch geben würde, müsste er auch schon wirklich berechtigt sein. Sonst hängt da viel zu viel hinter.“

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