Aus Afghanistans erster Liga zum SuS Olfen

Fußball

Seit acht Monaten spielt der aus Afghanistan geflüchtete Jawid Yaftali in der zweiten Mannschaft des SuS Olfen. Am Sonntag, 6. September, hat er sein Pflichtspieldebüt in der dritten Mannschaft in der Kreisliga C gefeiert. Seinen dreijährigen Sohn Hijran möchte er so früh wie möglich für die Mini-Kicker des SuS begeistern.

OLFEN

10.09.2015, 15:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Aus Afghanistans erster Liga zum SuS Olfen

Flüchtling Jawid Yaftali SuS Olfen

Der 27-jährige Fußball-Fanatiker Jawid Yaftali lebt in einer der Olfener Flüchtlingsunterkünfte in der Kirchstraße. Mit drei weiteren Personen teilt er sich dort ein einziges Zimmer. Es sieht hier den Umständen entsprechend sauber aus – die Nachbarn sind freundlich, lächeln. Seine Frau Marina (22) und sein Sohn Hijran (3) wohnen mit ihm zusammen.

Am 29. Oktober 2014 kam Yaftali aus Afghanistan nach Frankfurt und wurde dann nach Bielefeld transferiert, erzählt er – es ist ein Mix aus Englisch und Deutsch.

Pass ist angekommen

In Olfen landete er knapp zwei Monate später. Im Januar stellte das Pfarrheim „Haus Katharina“ den Kontakt zum SuS Olfen her. Seitdem trainiert er in der zweiten Mannschaft. „Mein Pass ist gerade erst angekommen“, sagt Yaftali. Am vergangen Sonntag lief der zentrale Mittelfeldspieler zum ersten Mal in einem Pflichtspiel für den SuS Olfen auf – vorerst jedoch in der Drittvertretung.

Sein 16-jähriger Bruder Suhaib kam vor drei Monaten nach Deutschland und hat noch keinen Spielerpass, trainiert aber in der B2 des SuS.

„Am Anfang war es schwierig, weil ich die Mitspieler noch nicht kannte, aber Fußball ist einfach mein Leben“, so Yaftali. 2012 spielte der Rechtsfuß für ein Jahr in der Roshan Afghan Premier League für das damals gerade gegründete Team Mawjhai Amu. An der „Tajik State Medical University“ der Republik Tajikistan studierte er sieben Jahre lang Medizin auf Russisch und erwarb das Diplom.

Damit kann der Akademiker in Deutschland erst einmal nichts anfangen. „Ich muss das B2- und C1-Level im Deutschunterricht schaffen und dann werde ich mein Studium wieder aufnehmen“, erklärt Yaftali. Sein Studium müsse dann anerkannt werden.

In Olfen möchte er in jedem Fall bleiben: „Ich mag Olfen und fühle mich hier wohl. Die Leute hier sind nett und die Stadt ist sauber und ruhig“, sagt Yaftali weiter. Sein Sohn Hijran soll vielleicht schon nächstes Jahr bei den Mini-Kickern des SuS Olfen spielen.

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