Bezirksligen vor dem Aus? - Verband diskutiert Liga-Reform

Handball

Der demografische Wandel der Gesellschaft macht es vor allem den Ballsportarten nicht leicht. Die Handballer beklagten in den letzten 15 Jahren den Verlust von 350 Seniorenmannschaften - allein in Westfalen. Diese Situation macht eine Reform der Ligen-Struktur erforderlich. "Es ist höchste Zeit. Wir müssen handeln", meint Günter Brinkis, Vizepräsident des Westfälischen Handballverbandes.

BORK/OLFEN

29.12.2010, 12:52 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bezirksligen vor dem Aus? - Verband diskutiert Liga-Reform

Die sechs dem WHV angehörenden Bezirksligen sollen abgeschafft und dafür Kreis-Oberligen eingeführt werden. "Die Tendenz, dass wir weniger Mannschaften haben, geht weiter. Die Geburtenraten stehen doch fest, daran wird sich nichts ändern", sagt Brinkis, der davon ausgeht, dass in den nächsten fünf Jahren erneut 100 Teams weniger am Spielbetrieb teilnehmen.

Das Problem dabei: Die Kreise bluten nach den bisherigen Regeln des Spielbetriebs aus. Sie müssen dafür sorgen, dass in den übergeordneten Ligen des Verbands Westfalen stets genug Mannschaften spielen. "Und so haben wir auf Kreisebene schnell deutlich weniger Ligen", so Brinkis.Kurze Wege und niedrigere Kosten Die Einführung der neuen Kreis-Oberligen, die organisatorisch vom jeweiligen Kreis geführt würden, verspricht "kurze Wege und damit niedrigere Kosten, dazu einige neu gewonnene Mannschaften auf höherem Niveau. Die aktuellen Bezirksligisten sollen nicht glauben, sie würden absteigen, sondern sie spielen eben in einer anderen Klasse", so Brinkis, der auch im Kreis Hellweg als zweiter Vorsitzender tätig ist.

Im dadurch verschlankten Verband Westfalen wären in dem Fall nur noch die Landes-, Verbands- und Oberligen organisiert. Der Meister der Kreis-Oberligen, von denen es insgesamt zwölf geben würde, steigt direkt in die Landesliga auf. Zudem werden die Ligen aufgestockt. Bei den Männern würden dann 16 und bei den Frauen, bei denen der Verlust von Mannschaften nicht ganz so dramatisch wie bei den Männern ist, 14 Teams pro Liga um Meisterschaftspunkte kämpfen. Neu wäre die Abschaffung der Bezirksligen nicht. In den Verbänden Niederrhein und Mittelrhein gibt es die schon seit einiger Zeit nicht mehr. Ob und wenn ja, wie die Reform durchgesetzt wird, ist aber noch völlig offen.Keine Auswirkungen bei den heimischen Teams Für die beiden heimischen Handballteams aus Olfen und Bork hätte die nun angedachte Reform zunächst keine Auswirkungen. Die Borker Mannschaft spielt zurzeit in der 2. Kreisklasse Hellweg gegen den Abstieg. Ähnlich sieht die Situation beim SuS Olfen aus. Das Team von Michael Huthsteht in der 1. Kreisklasse Industrie auf dem zweiten Tabellenplatz, hat also noch Chancen auf den Aufstieg. Von der Kreisklasse würde es aber auch erst in die nächsthöhere Kreisliga gehen. Die jetzt diskutierte und eventuell eingeführte Kreis-Oberliga würde erst danach folgen.

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