Von „hirnrissig“ bis „nachvollziehbar“: Das sagen die heimischen Fußball-Klubs zur Unterbrechung

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Ab dem 2. November steht der Sport wieder still. Das gab die Bundesregierung am Mittwoch bekannt. Viele heimische Vereine sind betroffen. Das sind die Reaktionen der Klubs.

Selm, Olfen, Nordkirchen

, 28.10.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Fußball wird bald wieder ruhen. Ab dem 2. November ist der Spiel- und Trainingsbetrieb ausgesetzt, nachdem die Corona-Zahlen stark ansteigen. Das sind die Reaktionen der Trainer der heimischen Mannschaften zum gefassten Beschluss.

Mario Plechaty, FC Nordkirchen: „Die Pause kommt für uns nicht unerwartet. Man beschäftigt sich schon seit Tagen damit. Wir hatten eine schlechte Trainingsbeteiligung. Manche Spieler sind nicht mit 100 Prozent dabei. Ich hoffe, dass die Pause nicht zu lange dauern wird, dann können wir die Saison gut zu Ende bringen. Es hat aber auch keinen Sinn für ein paar Wochen Pause zu machen, ein paar zu spielen und dann ist wieder Weihnachten und eh Pause.“

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Jupp Ovelhey, SuS Olfen: „Von den Zahlen her kann ich das verstehen. Der Sport hat ebenfalls seine Verpflichtung. Es geht wohl weniger um den Spieler auf dem Platz, als mehr um Menschenansammlungen. Da sehe ich teilweise von Corona-Schutz relativ wenig. Der SuS Olfen ist da aber sehr vorsichtig. Wir sind ein Teil der Gesellschaft, da haben wir Rechte, aber auch Verpflichtungen, da müssen wir das mittragen.

Als Trainer ist das für uns schwerwiegend. Wenn der Lockdown länger anhält, wird wohl aller Wahrscheinlichkeit nur die Hinserie gespielt, um die Auf- und Absteiger festzulegen. Da wir noch in der Findung sind, ist das für uns sehr, sehr schwerwiegend, wenn wir nicht beide Runden spielen können.“

Mario Rast, SG Selm: „Ich kann mich nur der Allgemeinheit anschließen. Wenn die Maßnahme zum Ziel hat, die Zahlen zu bremsen, ist das nachvollziehbar. Für uns ist das nicht so schlimm. Wir haben nicht so viele Mannschaften, da könnten wir ausgefallene Spiele auch nachholen. Warum sollte ich auch in dieser Sache gegen den Strom schwimmen? Das steckt ja eine Idee hinter. Wenn es nicht anders geht und wir für das schönste Hobby der Welt pausieren müssen, dann machen wir das.“

Pascal Harder, GS Cappenberg: „Es war der einzige Weg, die Saison zu unterbrechen. Ich verstehe nicht, warum wir überhaupt noch spielen durften. Es war schwach vom Kreis zu sagen, es ist alles gefährlich, wir müssen alles dichtmachen, und zwei Wochen später, als die Zahlen noch höher waren, ist alles nicht mehr so schlimm. Wenn wir uns mit 20 Mann in der Kabine umziehen, bei Ecken und Freistößen zusammenstehen, macht es keinen Sinn, noch länger zu spielen.“

Michael Nachtigall, Westfalia Vinnum: „Unterm Strich ist die Entscheidung nachvollziehbar. Wir wussten nicht, wann es kommt, aber haben es erwartet. Es war unverständlich, dass noch so lange gespielt wurde. Das wurde natürlich auch in der Mannschaft thematisiert. Wenn die Pause aber jetzt schon länger geplant wäre, wäre der Aufschrei auch groß gewesen.“

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Michael Luppus, SV Südkirchen: „Wir müssen uns dem beugen, was beschlossen wurde. Auf dem Platz ist die Ansteckung wohl recht minimal. Von daher habe ich ein lachendes und weinendes Auge: Die Entscheidung wegen der steigenden Corona-Zahlen kann ich verstehen, aber wir haben einen guten Lauf. In vier Wochen fangen wir wieder bei Null an. Insgesamt bin froh, dass ich es nicht entscheiden muss.“

Reinhard Behlert, Trainer beim SC Capelle, zeigt Verständnis für die Entscheidung.

Reinhard Behlert, Trainer beim SC Capelle, zeigt Verständnis für die Entscheidung. © Jura Weitzel

Reinhard Behlert, SC Capelle: „Ich finde es sehr, sehr schade, aber die Verantwortlichen müssen etwas machen. Wir haben uns mit unseren Hygienekonzepten unglaublich viel Mühe gegeben und uns sicher gefühlt. Die Entscheidung müssen wir akzeptieren. Es ist ein stückweit verständlich, dass man nicht für x Sachen Ausnahmen machen kann.“

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Sanmi Ojo, PSV Bork: „Aus sportlicher Sicht ist für uns schade, aber ich halte die die Entscheidung für sinnvoll. Aber wenn man ehrlich ist, hat man das Anfang der Saison schon vermutet. Daher kommt es für mich nicht überraschend. Dass man jetzt bis zum 2. November wartet, halte ich für hirnrissig. Das Coronavirus wartet ja auch nicht bis dahin.“

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