Das sagt Joel Grodowski über sein Drittliga-Debüt bei Preußen Münster

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Erst kurzfristig erfuhr Joel Grodowski, dass er im Kader steht. Samstag gab der Borker dann sein Profi-Debüt beim Drittligisten Preußen Münster. Wie Grodowski die acht Minuten erlebt hat.

Bork

, 17.09.2019, 19:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Warten hat ein Ende: Joel Grodowski hat am Samstag sein Debüt in der 3. Liga für den SC Preußen Münster gegeben. Der 21 Jahre alte Stürmer wurde in der 82. Minute im Heimspiel im Preußenstadion in Münster eingewechselt. Die Niederlage konnte er aber nicht verhindern.

Münsters Cheftrainer Sven Hübscher hatte beide Hände auf den Schultern des gebürtigen Borkers und gab Joel Grodowski noch letzte Tipps mit auf den Weg. Mittelfeldspieler Kevin Rodrigues Pires hatte den Platz schon an einer anderen Stelle verlassen, als Grodowski über die seitliche Auslinie lief - und erstmals die Drittligabühne in Deutschland betrat.

„Ich hatte erst einen Tag vorher erfahren, dass ich im Kader bin“, erzählte Grodowski. Abgesprochen sei ein Einsatz jedoch nicht gewesen. Hübscher reagierte mit der Einwechslung auf den 1:3-Rückstand, dem die Preußen hinterherliefen.

Joel Grodowski kommt im ersten Spiel noch nicht auf eine Chance

„Ich wollte direkt da sein für die Mannschaft und den Trainer überzeugen“, sagte Grodowski. Zu einer Torchance reichte die verbliebene Restspielzeit von nur acht Minuten allerdings nicht mehr. Bis auf 2:3 kam Münster noch heran, am Ende stand aber die erste Heimniederlage der Saison auf der Anzeigentafel - eine verdiente Niederlage, sagt auch Grodowski: „Wir waren in der ersten Halbzeit nicht auf dem Platz. Irgendwann stand es dann 0:3. Das waren drei Eigentore, drei geschenkte Tore. 20 gute Minuten reichen halt nicht.“

Kribbelte es bei seiner Premiere? Nervosität? Keine Spur! „Wenn ich ehrlich bin, war ich nicht nervös. Ich habe versucht, alles auszublenden und mich auch sofort wohlgefühlt auf dem Platz“, sagte Grodowski.

Joel Grodowski hatte viel Verletzungspech bei Preußen Münster

Die Wochen vor seinem Debüt waren hart. Als Grodowski im Sommer vom Oberligisten Hammer SpVg als sogenannter Brückenspieler zwischen Oberliga-U23 und Drittligateam der Münsteraner wechselte, ausgestattet mit einem Profivertrag über zwei Jahre, da war er dran an der ersten Mannschaft.

Der neue Chefcoach setzte in dem runderneuerten Kader oft auf den Borker Jungen. Grodowski sammelte zahlreiche Einsatzminuten in Testspielen. Bis das Verletzungspech ihn mal wieder einholte. Im Test gegen die U23 von Borussia Dortmund prallte Grodowski auf die Schulter. Die Diagnose: Schultereckgelenksprengung. Die Vorbereitung war Ende Juni gelaufen.

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„Ich habe sofort neuen Mut geschöpft“, sagte Grodowski über die Tage nach der Verletzung. Dann sollte er im Westfalenpokal seine ersten Minuten bekommen. Doch Grodowskis Pechsträhne hielt an. Wenige Tage vor dem Pokalmatch landete er mit einer Gehirnerschütterung im Krankenhaus. Wieder spielten die Münsteraner ohne ihren Neuzugang.

Joel Grodowski versucht, ein Feuer zu entfachen

Nun also das Debüt. Endlich. „Wir haben Druck gemacht und nach vorne gespielt. Ich habe versucht, neues Feuer reinzubringen. Fast hätten wir auch das 3:3 gemacht“, sagte Grodowski - ein Punkt, der wichtig gewesen wäre im Abstiegskampf, in dem sich die Münsteraner nach dem Saisonstart befinden. Grodowski bleibt optimistisch: „Es ist eine Liga, in der kein Spiel einfach ist. Auswärts lief es bei uns noch nicht so gut. Ich bin aber sicher, dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben werden. Ich glaube, da spreche ich für die Mannschaft.“

Beim Vergleich zwischen Deutschland und England, wo Grodowski auch schon in Liga drei bei Bradford spielte, legt er sich schnell fest: „In meinen Augen ist der Fußball in der 3. Liga in Deutschland besser. In England geht es körperbetonter zu. Da wird viel Kick-and-Rush gespielt. In Deutschland versucht man, hinten raus zu spielen. Das kommt mir mehr entgegen“, sagte Grodowski.

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