DFB-Stützpunkt Selm ist offiziell eingeweiht - kommt der nächste Marco Reus aus Selm?

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Auszeichnung für die SG Selm: Die Sportanlage am Sandforter Weg hat die begehrte Plakette „DFB-Stützpunkt“ am Montagabend erhalten. Der DFB fühlt sich bisher sehr wohl in Selm.

Selm

, 02.12.2019, 20:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die SG Selm ist nun offiziell DFB-Stützpunkt. Am Montagabend übergab Herbert Hrubesch die Plakette an Stadt und Verein. Wo sie ihren Platz findet an der schmucken Sportanlage am Sandforter Weg, ist noch nicht ganz klar. In den nächsten Tagen sollen die Löcher gebohrt werden.

24 Kinder trainierten am Montagabend in Kleingruppen im Selmer Stadion, als Herbert Hrubesch vom Deutschen Fußball-Bund die Plakette übergab. Der Stützpunkt-Koordinator blickte von der einige Stufen erhöhten Terrasse auf den Kunstrasen, den er zuvor in höchsten Tönen gelobt hatte, und sah kurze, präzise Pässe, gut getimte Ballannahmen und feine Dribblings - schon nach wenigen Minuten konnte man sehen, dass die D-Junioren und C-Junioren, die gerade hier trainierten, Talent mitbringen.

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DFB-Stützpunkt Selm folgt auf Seppenrade

Schon seit drei Monaten trainieren die Nachwuchsteams immer montags auf der neuen Sportanlage in Selm, nachdem der DFB Ersatz für den Stützpunkt in Seppenrade gesucht hatte. „Die Qualität des Trainingsorts ist für uns wichtig. Wir müssen ganze Jahr trainieren können“, sagte Herbert Hrubesch.

DFB-Stützpunkt Selm ist offiziell eingeweiht - kommt der nächste Marco Reus aus Selm?

Geschenke für Georg Hillmeister (2.v.r., Vorsitzender SG Selm) und Jutta Röttger (Sportdezernentin): Herbert Hrubesch (2.v.l., DFB-Stützpunktkoordinator) übergab die Plakette, Norbert Krevert (3.v.r., Vorsitzender Kreis Münster) und Bernhard Niewöhner (l., Kreisjugendausschuss-Vorsitzender Münster) übergaben Hillmeister Ball und Wimpel des Kreises. Stadtsportverbands-Vorsitz Michael Merten (r.) freute sich über die Anerkennung für Selm. © Sebastian Reith

Der Bruder von Stürmerlegende Horst Hrubesch hofft auf eine langfristige Zusammenarbeit mit der SG und der Stadt Selm. „Hier mussten wir niemanden überzeugen. Wenn man erst überzeugen muss, stellt sich die Frage, ob es längerfristig hält“, sagte Hrubesch, der den Kontakt nach Selm über SG-Jugendleiter Martin Tembaak hergestellt hatte.

Die SG Selm ist gerne Gastgeber

Die Plakette, die Hrubesch am Montagabend im Vereinsheim im Gepäck hatte, ist etwa 60x40 Zentimeter groß und enthält nur zwei Wörter: „DFB-Stützpunkt“ und „Selm“ - im Hintergrund: viel Weißraum und die Linien eines Strafraums im smaragdgrünen DFB-Stil. Üblich ist, dass das Schild an der Außenfassade im Eingangsbereich angebracht wird.

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Vereinschef Georg Hillmeister erwiderte die warmen Worte: „Wir machen das gerne hier. Es war unproblematisch, einen der beiden Sportplätze frei zu schieben.“ Selms Sportdezernentin Jutta Röttger sprach von einer großen Anerkennung für die Stadt Selm. „Wir haben uns vor ein paar Jahren auf den Weg gemacht und viel investiert in die Sportanlagen. Es ist eine tolle Anerkennung, die überregional Anklang gefunden hat, und es macht uns ein Stück weit stolz und zeigt, dass wir vieles richtig gemacht haben“, sagte Röttger.

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Auch Michael Merten, Vorsitzender des Stadtsportverbandes Selm, sagte: „Wir sind stolz auf das, was geschaffen wurde. Rat und Verwaltung haben allen Mut zusammengenommen. Die Sportanlagen werden wunderbar angenommen.“

Viele Profis begannen ihre Karriere in kleinen Vereinen

Norbert Krevert, Leiter des Fußballkreises Münster, zu dem auch die SG Selm seit 2015 gehört, gratulierte und sprach von einem „Meilenstein“. Die Förderung junger Talente sei ein nicht zu unterschätzender Faktor. In den Stützpunkten erfolge der „Feinschliff“ junger Spieler.

„Warum soll nicht ein Manuel Neuer, ein Marco Reus oder ein Thomas Müller von morgen aus Selm kommen?“, fragte Krevert in seiner Rede, „die meisten Profis haben das Fußballspielen in kleinen Vereinen gelernt.“ Der Fußballkreis mit den meisten Jugendmannschaften in Westfalen (720) verfügt neben Albersloh nun über einen zweiten Standort eines DFB-Stützpunktes.

Deutschlandweit gibt es 366 Stützpunkte, die ein engmaschiges Netzwerk für die Sichtung junger Spieler bilden. Das Talentförderprogramm gibt es seit 2002 als Reaktion auf schlechtes Abschneiden deutscher Teams bei der WM 1998 und der EM 2000.

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