Diese Selmer Fußballerin hat 25 Tore in anderthalb Jahren geschossen

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Die 14-Tore-Marke der Vorsaison kann Torjägerin Sarah Beck vom Wintermeister SG Selm/Südkirchen schon bald überbieten. Erst im März geht aber der Spielbetrieb weiter.

Selm, Südkirchen

, 04.12.2019, 13:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Tabellenführer, 13 Siege aus 14 Spiele, sechs Punkte Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz - es läuft richtig rund bei der SG Selm/Südkirchen, die vergangenen Sonntag mit einem 2:1-Sieg beim SV BW Aasee II als Spitzenreiter in die Winterpause gegangen ist. Dass es so gut läuft, ist sicherlich der gesamten Mannschaft zuzuschreiben. Eine Spielerin sticht aber heraus.

Offensivspielerin Sarah Beck steht derzeit bei 11 Treffern und ist wie im Vorjahr Top-Torjägerin bei der SG Selm/Südkirchen. In der Vorsaison stand die 22-jährige Selmerin am Ende bei 14 Toren - einen Wert, den sie schon bald knacken dürfte. „Irgendwann ist bei ihr der Knoten geplatzt“, sagt Trainer Marc Wenge, der weiß, was er an Sarah Beck hat: Er beschreibt sie als technisch stark, schnell und torgefährlich.

„Über den Aufstieg haben wir bisher nie gesprochen, aber wenn es klappt, wäre es schon cool“, sagt Sarah Beck. Dank des erkämpften Sechs-Punkte-Polsters hat sich die Haltung zu dem Thema auch verändert. „Mittlerweile hofft man da schon drauf“, gesteht Beck.

SG Selm verpasst die Qualifikation für die A-Liga

Das war nicht immer so. Die Frauen der SG Selm, bei denen Beck vor der Bildung der Spielgemeinschaft mit dem SV Südkirchen spielte, waren nicht gerade erfolgsverwöhnt. Die Plätze neun bis zwölf sprangen in den Ligen in den Jahren meist heraus. Als dann die neue eingleisige A-Liga im Kreis Münster eingeführt wurde, rutschte die SG Selm/Südkirchen nur in die neue B-Liga. Platz vier im ersten Jahr war ordentlich. Für ganz oben reichte es nicht.

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„Unser Ziel war, Spaß zu haben“, erklärt Sarah Beck. Die Mannschaft spielt jetzt mehrere Jahre zusammen, ist eingespielt. „Wir haben dann gemerkt: Wir können auch was!“, sagt Sarah Beck. Das Selbstvertrauen wuchs, mit jedem Erfolg bekam die SG Selm/Südkirchen weiteren Aufwind. Mal durch die Siege im Selmer Stadion, mal auf dem neuen Südkirchener Platz.

Pendeln zwischen Selm und Südkirchen

Einen Lieblingsplatz hat Sarah Beck übrigens nicht. „Wir fühlen uns auf beiden Plätzen heimisch. Bei beiden Plätzen haben wir Zuschauer und können danach eine Currywurst und einen Kasten trinken“, sagt Beck. Schon jetzt hat die Mannschaft einen Sieg mehr auf dem Konto als am Ende der Vorsaison und könnte über den Umweg B-Liga doch noch A-Ligist werden.

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Im Nacken sitzt aber der TuS Ascheberg, der offensiv mit 61 Toren deutlich öfter traf als die SG (44), aber ein Spiel mehr verloren hat. Obwohl Beck als offensive Mittelfeldspielerin für Tore verantwortlich ist, hebt sie die Abwehr hervor.

Richtungsweisendes Spiel gegen Greven

Dem Duell mit der DJK BW Greven (3.), am 1. März Auftaktgegner nach der Winterpause, fiebert Sarah Beck derzeit aber noch nicht entgegen, obwohl die SG dann den Vorsprung auf die Nichtaufstiegsplätze erheblich vergrößern könnte.

Sie ist ganz froh, dass Pause ist. „Das tut allen echt gut. Wir hatten schon drei, vier Verletzte. Mitte Januar werden wir wieder mit dem Training starten“, sagt Beck. Bis dahin heißt es: regenerieren. Und dann ist sich Sarah Beck auch sicher: „Wenn wir die Rückrunde genau so spielen, können wir Erster oder Zweiter werden.“

Ursprünglich begann Sarah Beck das Fußballspielen beim PSV Bork und fing nach einer einjährigen Sportpause über eine Freundin wieder bei der SG Selm an. Derzeit absolviert die 22-Jährige eine Ausbildung zur Industriekauffrau in Brambauer. Im Profifußball drückt sie bei den Männern Werder Bremen die Daumen, im Frauenfußball dem VfL Wolfsburg oder Bayern München.

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