Elf Gründe für den Abstieg des SuS Olfen

Fußball: Bezirksliga

Nach zwei Jahren gipfelte die Fußball-Saison 2016/17 in den Abstieg des SuS Olfen von der Bezirksliga in die Kreisliga. „Es war eine Leere im Kopf“, beschrieb Co-Trainer Wolfgang Rödiger die Rückfahrt. Nach der Niederlage am Sonntag in Epe ist Olfen auf Fehlersuche. In der Analyse zeigt sich rückblickend, warum der SuS abgestiegen ist.

OLFEN

, 31.05.2017, 13:46 Uhr / Lesedauer: 3 min
Elf Gründe für den Abstieg des SuS Olfen

Niklas Neumann ist mit 18 Jahren einer der ganz jungen Spieler im Team des SuS Olfen. Der A-Junior kam in der zweiten Saisonhälfte vermehrt zum Einsatz und lieferte gute Spiele ab.

1. Schwacher Sturm: Mit 40 Toren hat der SuS die schwächste Torausbeute der Liga. Olfen hat den Klassenerhalt weniger hinten (59 Gegentore), sondern vorne verloren. Bezeichnend ist, dass Winter-Neuzugang Niklas Mählmann mit jetzt sieben Treffern bester Torjäger ist. Dabei hatte die Leihgabe aus Resse nicht mal eine Halbserie, genauer gesagt zwölf Spiele, Zeit. Der SuS schaffte es nicht, sich vorne richtig einzuspielen.

2. Ausfälle: Kaum eine Saison geht ohne Verletzungen zu Ende. In Spielmacher Lars Meier und Marvin Böttcher waren zwei Olfener Schlüsselspieler zu lange verletzt. Vor allem der lange angeschlagene Sören Neugebauer war nicht zu ersetzen. „Die Verletzungen waren eine Katastrophe“, sagte Wolfgang Rödiger, „wären alle fit gewesen, hätten wir es vielleicht geschafft.“ Titan Berg, Daniel Czempik und Max Müller fielen ebenfalls lange aus.

Murat Cengiz kam beruflich bedingt wieder nur zu wenigen Einsätzen. Und so richtig ersetzen konnte Olfen Sebastian Middeke, Andre Zolda und Dennis Böttcher, die aufgehört haben, nicht. „Wir haben ja umgestellt, Christian Brüse ins Mittelfeld gezogen und vorne auf eine Spitze und zwei hängende Stürmer dahinter umgestellt. Das hat funktioniert, kam aber auch zu spät“, sagte Rödiger.

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3. Schlechte Hinrunde: eun Punkt aus der Hinrunde brachten den SuS in eine ungünstige, aber noch lange nicht unlösbare Ausgangsposition. Hätte Olfen sich da einen Puffer statt eines Rückstandes erspielt, wäre viel mehr möglich gewesen. Acht Spiele in Serie ohne Sieg waren eine lange Durststrecke.

4. Verkorkster Frühling: Die zweite Durststrecke folgte im Frühling. Nach dem Sieg gegen Marl am 19. Februar folgten zwei Monate ohne Sieg, die die Olfener weit zurückwarfen.

5. Knappe Niederlagen: Man kann es Pech oder Unvermögen nennen – neun Mal verlor Olfen mit einem Tor Unterschied. 0:1, 1:2, sogar zweimal 3:4 unterlag der SuS.

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6. Verlorene Führungen: Diese Statistik ist unglaublich: Sieben Mal verlor Olfen nach einer eigenen Führung noch. Drei weitere Male holte Olfen trotz Führung nur einen Punkt – macht in der Summe zehn aus der Hand gegebene Führungen. Was die Mannschaft da verschenkt hat...

7. Späte Gegentore: Dazu passt auch diese Statistik: Je weiter fortgeschrittener das Spiel, desto mehr Gegentore kassierte der SuS. 16 Gegentore kassierte Olfen vor der Pause, 43 danach. Fast drei Viertel der Olfener Gegentore fielen also in der zweiten Spielhälfte. Allein in der Schlussviertelstunde kassierte der SuS 18 Gegentreffer. Es ist auch kein Phänomen eines bestimmten Saisonabschnitts – das zieht sich durch das ganze Jahr. Rödiger: „Uns fehlt da ein Leader auf dem Platz. Ich würde mir wünschen, dass wir hinten noch einen erfahrenen Spieler haben, der motiviert und animiert. Aber das ist ein Lernprozess.“

8. Aufbäumen der Gegner: Olfen war zur Winterpause nicht alleine im Abstiegskampf. Adler Weseke rangierte einen Punkt vor Olfen, die SF Merfeld lagen sogar zwei Zähler hinter dem SuS. Beide Gegner legten aber eine furiose Rückrunde hin. Merfeld gewann sieben Mal und war Fünfter der Rückrundentabelle, Weseke Siebter. Die Serien warfen Olfen weit zurück.

9. Duelle gegen die direkten Konkurrenten: Von den zehn Duellen gegen die vier anderen Kellerkinder gewann Olfen nur drei. Sechs Mal ging Olfen als Verlierer vom Platz. „Wir müssen ehrlich sein: In den entscheidenden Spielen haben wir gepatzt. Da müssen wir dann von Qualität reden“, sagte Rödiger. Erst, als der Rückstand zu groß war, fing Olfen an, diese „Sechs-Punkte-Spiele“ anzunehmen. Die Aufholjagd kam zu spät, meinte auch Vorstandsmitglied Bernhard Krursel am Sonntag: „Ärgerlich ist daran, dass wir es ja konnten. Wir haben dreimal hintereinander gewonnen.“

10. Unerfahrenheit: Für Innenverteidiger Michael Karwot ist das der ausschlaggebende Punkt gewesen. „Wir sind mit einer sehr jungen und sehr unerfahrenen Mannschaft in die Saison gegangen. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass diese Mannschaft sich in der Bezirksliga etablieren kann, jedoch nicht zu diesem Zeitpunkt“, sagte Karwot am Montag. Das Durchschnittsalter der Spieler, die Sonntag auf dem Platz standen, lag bei 23,1 Jahren.

11. Fehlen von Norbert Sander: Es ist kein unerheblicher Faktor. Trainer Norbert Sander gilt als wichtige Figur und Motivator im Team. Als er gesundheitlich bedingt ausfiel, musste Andreas Brüse mit Dominik Slomka und Wolfgang Rödiger die Verantwortung für die Mannschaft in schwieriger Lage übernehmen. 

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