Giuliano Buccini: „Passt zu meinem Charakter“

Neuer Co-Trainer im Interview

Seit der Rückrunde der vergangenen Spielzeit läuft Giuliano Buccini für den PSV Bork auf. Seitdem hat der 25-Jährige viel erlebt: Die Meisterschaft in der Fußball-Kreisliga, den verpassten Aufstieg in die Bezirksliga, die vielen Abgänge im Sommer. Buccini blieb Bork treu. Ab sofort unterstützt der Defensivspieler Coach Ingo Grodowski als spielender Co-Trainer.

BORK

, 24.07.2017, 15:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Giuliano Buccini: „Passt zu meinem Charakter“

Giuliano Buccini ist seit vergangenem Winter in Bork. Ab sofort unterstützt er Ingo Grodowski auf dem Platz als spielender Co-Trainer.

Wie sind Sie zu Ihrem neuen Posten gekommen?

Vor zwei Wochen hat mich Ingo Grodowski nach dem Training angesprochen, ob ich ihn interimsweise bis zum Winter unterstützen möchte. Weil ich über mein Studium schon Erfahrung im Trainerdasein habe.

Inwieweit haben Sie denn schon Erfahrungen sammeln können als Trainer?

Ich studiere Sportwissenschaften in Bochum. Mein Schwerpunkt ist Prävention und Rehabilitation. Mein Spezialfach ist Fußball. Wir haben dort eine Kooperation mit dem VfL Bochum. Von November letzten Jahres bis März habe ich erst bei der U16, dann bei der U13 des Vereins hospitiert.

Und was haben Sie dort mitnehmen können?

Sehr viel. Vor allem im Bereich des Coaching. Man lernt, wie man in jedem Training jedem Spieler etwas mitgeben kann. Taktisch und technisch. Und wie ein Training geplant und durchgeführt wird.

Hilft Ihnen auch das Studium in der neuen Rolle?

Auch da geht es um das Trainerdasein, um die Psychologie. Welche Anforderungen an Fußballer gestellt werden. Zudem haben wir uns auf die Trainer-B-Lizenz vorbereitet, dafür wurde jede Woche ein Thema simuliert.

Sie werden die Prüfung zur B-Lizenz also bald ablegen?

Ich möchte sie auf jeden Fall machen. Zeitlich ist das aber nicht so einfach. In diesem Jahr funktioniert es definitiv noch nicht.

Sie haben beim Stever-Lippe-Cup bereits Ihre Premiere als Co-Trainer gegeben. Wie hat es Ihnen gefallen?

Es war eine tolle Erfahrung. Auch wenn es sehr kurzfristig dazu kam. Da Ingo kommenden Samstag im Test gegen Wetter nicht da sein wird, hat er mir gesagt, ich solle es mal als Generalprobe machen. Die Ansprache vor dem Spiel und in der Halbzeit habe ich auch übernommen. Die Aufstellung haben wir gemeinsam gemacht.

Verändert sich Ihre Rolle auf dem Feld dadurch?

Ich denke, man hat mich angesprochen, da ich eh schon sehr viel spreche auf dem Platz. Wir hatten vergangene Saison eine sehr junge Mannschaft, da bin automatisch da reingeschlüpft, die Mannschaft zu leiten. Jetzt muss ich mich daran gewöhnen, noch mehr Verantwortung zu haben, mich noch mehr auf die anderen zu konzentrieren. Ich denke, das passt zu meinem Charakter.

Es gab im Sommer einen großen Umbruch in Bork. Wie haben Sie das erlebt?

Ich habe schon im Winter gesagt: Wenn ich in der Nähe bleibe, spiele ich auch weiter für Bork. Mir ist wichtig, sein Wort zu halten. Deshalb bin ich von einigen anderen schon etwas enttäuscht. Gerade die Spieler, die zu anderen A-Liga-Vereinen gewechselt sind, verstehe ich nicht. Aber Ingo hat gesagt, wir haken das jetzt ab. Ich blicke dem Neuanfang positiv entgegen.

Was ist der neuformierten Mannschaft zuzutrauen?

Wir werden Zeit brauchen. Die Neuzugänge haben Potenzial. Wir werden Schritt für Schritt machen müssen. In den Testspielen haben aber schon überraschend viele Automatismen gestimmt.

Sie haben einen deutschen und einen italienischen Pass. Für welches Land schlägt denn Ihr Fußball-Herz?

Also erst einmal schlägt es dank meiner Oma für den BVB. Dort habe ich seit zehn Jahre auch eine Dauerkarte. Treffen die Länder aufeinander, wir es schwierig für mich. Aber um ehrlich zu sein: Im WM-Halbfinale 2006 war ich doch für Italien.

Auf dem Platz werden Sie Bonucci gerufen. In Anspielung auf Leonardo Bonucci. Sie können sicher damit leben, mit einem 70-maligen italienischen Nationalspieler verglichen zu werden?

(lacht) Ja, ganz sicher. Das ist wirklich okay für mich.

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