Grodowski-Brüder warten auf das Angebot

Fußball: Kreisliga A

Aufatmen in Bork. Es sieht so aus, als ob die Grodowski-Brüder Joel (18) und Philipp (21) dem Fußball-Kreisligisten PSV Bork erhalten bleiben. Vorerst. Ein Engagement beim Regionalligisten Rot Weiss Ahlen zeichnet sich wohl nicht ab. Aber die Brüder haben bei den Verantwortlichen in Ahlen Eindruck hinterlassen.

SELM/BORK

von Uwe Gehrmann

, 03.06.2016, 12:38 Uhr / Lesedauer: 2 min
Grodowski-Brüder warten auf das Angebot

Joel Grodowski hat Montag und Dienstag zusammen mit seinem älteren Bruder in Ahlen Probe trainiert.

„Dass jetzt auch RW Ahlen aufmerksam geworden ist, das haben sie sich verdient. Leistung darf belohnt werden“, sagt Ingo Grodowski, Trainer und Vater des torgefährlichen Duos, der Tageszeitung „Die Glocke“. Aber Blut ist dicker als Wasser, und Vater Ingo will seine Jungs auch nicht verheizen. „Wenn’s nicht klappt, ist es auch kein Beinbruch“, sagt er nach dem Schaulaufen am Wersestadion Anfang der Woche. 

Höher eingeschätzt

Ahlens neuer Trainer Mircea Onisemiuc war angetan von dem treffsicheren Doppelpack aus Bork. „So viele Tore hab ich ja mein ganzes Leben nicht geschossen“, lacht der aus Rumänien stammende ehemalige Profi von RW Oberhausen nach dem Sichtungstraining – und hatte die beiden eigentlich als Landesliga-Spieler eingeschätzt. „Tolle, sympathische Jungs.“ Sein Manager Joachim Krug nickt: „Die wissen, wo das Tor steht.“  Wobei ihm der Ältere gereifter schien. „Philipp wirkte auch durch seine körperliche Präsenz sehr stark.“

Dabei macht die Familien-Bande erst die Teamarbeit so gefährlich. Während der 18-jährige Joel seine 42 Buden aus dem Spiel gemacht hat, waren die Hälfte von Philipps 32 Toren Strafstöße. Aber wer hat sie herausgeholt? Genau: zu 80 Prozent sein kleiner Bruder. Wahrlich: Eine Familienbande mit eingebauter Torgarantie so gut wie serienmäßig.

Trotzdem, sie wären auch einzeln zu haben. „Haben wir abgesprochen. Falls nur einer den Schritt machen kann, dann darf er das auch“, sagt der Trainer-Vater, der seinen Kleinen die Karriere gönnen würde. Aber nur schweren Herzens. Verständlich, denn der Borker Trainer, diese Saison noch auf Platz vier gelandet, würde natürlich liebend gern seine schwersten Geschütze auch nächste Saison zur A-Liga-Titeljagd einsetzen.

Chance in der Oberliga

„Ich wundere mich, dass die beiden nicht schon längst zwei Ligen höher spielen“, sagt Onisemiuc. Zwei Ligen nur? „Regionalliga ist eben ganz nahe dran am Profibereich“, erinnert er noch einmal vorsichtig daran, wie fern die A-Liga ist. Lichtjahre, selbst für gnadenlose Torjäger mit riesen Ehrgeiz aus der Bruderschaft der Bork. Glaubt auch Krug: „Wären wir Oberligist, hätten wir sie nehmen müssen. So beobachten wir die beiden aber weiter.“ Eine Absage ist das noch nicht. Die steht von offizieller Seite noch aus. Wahrscheinlich erhalten beide aber kein Angebot.

Borks Geschäftsführer Dietmar De Sacco bleibt entspannt – egal, wie es ausgeht „So oder so gut. Entweder für die Jungs, oder für unseren Verein, falls sie bleiben“, „Haben wir eben noch ein Jahr“, sagt Papa Grodowski mit Geduld. Seine Jungs sind ja noch jung. Und deshalb ist das Märchen – oder das Bangen – auch noch lange nicht zu Ende erzählt.  

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