Joel Grodowski: „Bork bleibt im Herzen“

Fußball: Wechsel von Selm nach England

Für Joel Grodowski ist ein Traum wahr geworden. Nach seinem bekanntgewordenen Wechsel zum englischen Drittligisten Bradford City hat der 19-Jährige am Sonntag via Whatsapp schriftliche Fragen zu seinem Wechsel nach England und seinen Gefühlen gegenüber seinem Ex-Verein PSV Bork beantwortet.

SELM

, 09.07.2017, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Joel Grodowski: „Bork bleibt im Herzen“

Joel Grodowski wird ein „Bantam“. Bei Bradford City erwartet den Borker Kreisliga-Kicker ein großes Stadion, aber auch harter Konkurrentkampf, bevor er spielen wird.

Bedauern Sie, Bork verlassen zu haben? Bork hat mir viel weitergeholfen in der Entwicklung und dafür danke ich dem PSV und wünsche dem Verein nur das Beste, zum Beispiel dass die Mannschaft dieses Jahr auch erfolgreich ist. Aber ich denke, mein Vater kriegt immer eine gute Mannschaft zusammen. Darüber mache ich mir keine sorgen. Ich werde alle Spiele verfolgen und immer die Daumen drücken. Es bleibt mein Heimatverein und in meinen Herzen.

Ist englischer Fußball so etwas wie ein Traum für Sie? Englischer Fußball ist dafür bekannt, dass es richtig zur Sache geht. Ich werde also alles geben, um mich schnellstmöglich einzugewöhnen.

Wie sind Sie im neuen Team aufgenommen worden? Die Spieler wissen, dass ich aus Deutschland komme, und sind mir mit der Sprache behilflich. Ich habe einen Mitspieler, einen Australier, mit dem ich mich privat auch gut verstehe. Er hilft mir mit der Sprache, da er auch deutsch sprechen kann und mich auch allgemein in vielen Dingen unterstützt. Wir unterstützen uns gegenseitig ganz gut.

Wie kommen Sie mit der Sprache zurecht? Ich arbeite jeden Tag dran. Bald kann ich mich dann auch richtig verständigen. Der Akzent hier ist auch nochmal schwer zu verstehen bei manchen.

Wie kam überhaupt Bradford ins Gespräch? Es gab mehrere Angebote. Wir haben uns für Bradford entschieden und die Gespräche liefen gut.

Haben Sie ein Ziel, das Sie erreichen wollen? Ich bin einfach dankbar, dass ich die Chance bekomme, bei so einem großen Verein zu spielen.

Radmard Sarfaraz berät Grodowski

Der Dortmunder Spielerberater Radmard Sarfaraz begleitete Joel Grodowski zum englischen Drittligisten Bradford City. „Ich habe Joel bei seinem Weg begleitet und auch über die Verträge geguckt, damit er Sicherheit hat – aber auch seine Familie“, sagte Sarfaraz. Der Kontakt zu ihm kam über Nima Habibivand, Spieler des PSV Bork, zustande.

Es war Ende April, als bei Joel Grodowski der ganz große Traum vorerst zerplatzte. Borussia Dortmund hatte für sein Regionalliga-Team von einer Verpflichtung im letzten Moment Abstand genommen. Grodowskis Rücken machte Probleme – er bestand den Medizincheck nicht. „Joel war sehr enttäuscht“, sagte Sarfaraz, „wir sind in dieser Zeit in Kontakt gekommen und ich habe für ihn gesucht. Es sind natürlich Angebote reingekommen, unter anderem auch von Bradford City. Mit Ingo Grodowski haben wir uns alles angehört und uns dann letztendlich für Bradford entschieden. Es war alles transparent. Es ist wichtig, dass der Spieler zum jeweiligen Verein passt.“

Denn: „Joel kann in Bradford ohne Druck spielen“, sagte Sarfaraz. Er bekomme Zeit, im Perspektivteam richtig fit zu werden. „Die Gruppe ist so aufgebaut, dass er konstant mit den Profis trainiert. Aber die Gruppe hat auch separate Coaches, um individuell zu trainieren“, sagte Sarfaraz.

Der Spielerberater leitet seine eigene „RS Football Agency“, eine Agentur, die Spieler vermittelt und betreut – hauptsächlich aus Brasilien. 90 Prozent seines Betätigungsfeldes sei Brasilien. „Während der Transferphase bin ich nur unterwegs. Bis Ende August ist Alarm“, sagte er. Sarfaraz scoutet und sichtet, begleitet und schließt Verträge ab.

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