Joel Grodowski ist glücklich beim PSV

Fußball: Torjäger im Interview

Joel Grodowski ist mit 42 Toren der beste Torjäger der Spielzeit 2015/16. Im Interview spricht der Stürmer des PSV Bork über Anfragen anderer Vereine, Lewandowski und Zlatan, er verrät, wie man gegen ihn spielen müsste, um ihn zu ärgern und was es mit ihm und dem VfL Bochum auf sich hat.

BORK

, 15.07.2016, 13:19 Uhr / Lesedauer: 3 min
Sportredakteur Sebastian Reith überreichte Joel Growoski die Trophäe für den besten Torjäger der Saison.

Sportredakteur Sebastian Reith überreichte Joel Growoski die Trophäe für den besten Torjäger der Saison.

„Torjäger 2015/16“ – hätten Sie das vor der Saison erwartet?

Wenn ich ehrlich bin: Nein. Ich bin ja eigentlich auch noch A-Jugend-Spieler gewesen und dachte, dass es schwieriger wird, bei den Senioren rein zu kommen. Ich dachte immer: Wenn ich mal auf einen 30 bis 35 Jahre alten Spieler zulaufe, dann haut er mich um! Aber umso schöner ist es jetzt natürlich und es ist ein Verdienst der ganzen Mannschaft gewesen.

Tiefstehen und Manndeckung – ist das ein Mittel, um Sie in den Griff zu kriegen?

Der ein oder andere Gegner hat mich letzte Saison auch schon in Manndeckung genommen. Vielleicht auch, nachdem sie gemerkt haben, dass ich schon ein, zwei Tore gemacht habe. Das war für mich nicht so schön, da ich nicht so viel Platz hatte. Und Tiefstehen ist natürlich auch sinnvoll. Das sollen die ruhig nicht machen, weil wenn dann mal der lange Ball kommt, ist es für mich schwieriger, meine Schnelligkeit aus zuspielen.

Wie haben Sie reagiert, wenn andere Vereine bei Ihnen angefragt haben?

Es haben Bezirksligisten, Landesligisten und auch ein Westfalenligist angerufen und ich selber möchte nicht in der Bezirksliga spielen, da ich im Jugendbereich ja auch Landesliga gespielt habe. Als RW Ahlen angerufen hat, war es was Besonderes. Da möchte man es direkt mit einem Probetraining probieren. Aber ansonsten habe ich gesagt, dass ich glücklich beim PSV bin, und mich natürlich für das Interesse bedankt, aber abgesagt.

Haben Sie einen Stürmer, der Ihr Vorbild ist?

Ja, von der Schnelligkeit her auf jeden Fall schon mal Aubameyang. Der ist einfach nicht zu halten, und ich weiß ja auch, dass ich eigentlich auch selber ein schneller Typ bin. Vom Fußballerischen ist natürlich Lewandowski ein kompletter Stürmer. Da passt das auch schon mit dem „ski“ am Ende des namens. Grodowski und Lewandowski. Aubameyang und Lewandowski sind auf jeden Fall zwei Spieler, die ich beneide.

Ist Lewandowski ein kompletterer Stürmer als Zlatan?

Ibrahimovic ist selber von sich ja sehr überzeugt. Das zeigt er der Welt ja auch häufig. Lewandowski ist da ruhiger und auch mannschaftsdienlicher als Ibrahimovic. Trotzdem ist Ibrahimovic natürlich ein sehr guter Fußballer, aber Lewandowski spielt mehr für die Mannschaft und hält die Bälle besser. Deswegen denke ich schon, dass Lewandowski ein besserer Stürmer ist, als Ibrahimovic.

War der PSV Bork in der Rückrunde besser als in der Hinrunde?

Ich denke schon. In der Rückrunde haben wir nur ein Spiel verloren, gegen den Aufsteiger. Wir haben auch öfter leider unglücklich Punkte liegengelassen wie gegen Cappenberg. Da haben wir in der letzten Minute den Ausgleich kassiert. Hätten wir die Punkte auch noch mitgenommen, wäre der dritte Platz vielleicht auch noch möglich gewesen. Der vierte Platz ist für den PSV Bork trotzdem eine schöne Sache ist.

Zählen Sie Bork kommende Saison zu den Spitzenmannschaften?

Ich will jetzt nicht davon sprechen, dass wir Meister werden können, aber ich glaube schon, dass wir die oberen Mannschaften nächstes Jahr ärgern können. Dabei kommt es aber auch auf den Saisonstart an, denn wir haben ein Durchschnittsalter von 20,6 im Team und das ist für eine erste Mannschaft auch schon recht jung. Für den PSV Bork wäre es aber natürlich wieder ein schönes Ziel, unter die ersten Fünf zu kommen.

Zur Person
  • Joel Grodowski ist mit 42 Toren Top-Torjäger der Saison.
  • Der 18-Jährige ist Stürmer beim Fußball-Kreisligisten PSV Bork.
  • Lebenslauf: Grodowski spielte bis zu den C-Junioren beim PSV Bork, wechselte dann nach Waltrop und spielte in der A-Jugend-Landesliga-Mannschaft. Seit vergangener Saison ist er wieder in Bork.
  • Er absolviert eine Ausbildung in Dortmund bei Teamsport Philipp als Einzelhandelskaufmann.
  • Privat hört Grodowski unter anderem Deutschrap. „Wenn ich mal im Partyurlaub bin, höre ich auch gerne mal Helene Fischer“, sagt er.

Gibt es einen Stürmertyp, der Ihnen noch fehlt in der Mannschaft?

Nein, wir brauchen vorne keinen mehr, da Daniel Berger ja auch noch da ist. Er ist ein genialer Fußballspieler, hat ein gutes Auge und spielt auch sehr gute Pässe. Mit Daniel Berger und meinem Bruder Philipp haben wir echt zwei gute Leute, die mich auch sehr gefüttert haben in der letzten Saison. Ich sehe für die Offensive bei uns keinen Bedarf.

Könnten Sie sich auch vorstellen, hinten zu spielen?

Als ich noch bei Waltrop gespielt habe, wurde ich mal beim Training beim VfL Bochum als Linksverteidiger eingesetzt und im Gespräch danach haben sie mir gesagt, dass sie mich gerne als Linksverteidiger verpflichten würden. Da hab ich mir erstmal an den Kopf gefasst, weil ich noch nie Verteidiger gespielt habe. Ich habe mir gesagt: Da spiele ich lieber zwei Klassen niedriger und dann auf meiner Position.

Ihr Vater ist als Trainer schon ein harter Hund, oder?

Natürlich. Er erwartet von seinen Söhnen auch schon immer ein bisschen mehr, als von den anderen. Das zeigt sich auch schon im Training. Jetzt bald starten wir auch in die Vorbereitung, auf die sich jeder freut mit dem Lauftraining, aber er möchte ja nur das Beste für uns. Ein sehr guter Trainer.

 

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