Joel Grodowski: „Jedes Spiel ist jetzt ein Endspiel für uns“

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Joel Grodowski stürmt für den Oberligisten Hammer Spielvereinigung, der mitten im Abstiegskampf steckt. Nach der jüngsten Niederlage kritisierte HSV-Coach Rene Lewejohann das Team scharf.

Selm

, 23.04.2019, 13:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war eine denkwürdige Pressekonferenz, die Rene Lewejohann, Trainer der Oberliga-Fußballer der Hammer Spielvereinigung, an Ostermontag abhielt. Nach der jüngsten 0:5-Niederlage gegen die TSG Sprockhövel schoss der Trainer hart gegen sein eigenes Team, entschuldigte sich für die Leistung seiner Mannschaft und stellte die Charakterfrage. „Wenn ich könnte, würde ich anders handeln. Keiner aus der Kabine hat das Recht, sich mit dem Wappen auf der Brust zu identifizieren, wenn wir nicht den Willen zeigen“, sagte Lewejohann auf der Pressekonferenz. Joel Grodowski, Fußballer aus Bork, spielt bei der Hammer Spielvereinigung. Wir haben mit dem 21-Jährigen über die Pressekonferenz, über die aktuelle Lage im Abstiegskampf und seine Zukunft gesprochen.

Ihr Trainer Rene Lewejohann hat eine denkwürdige Pressekonferenz abgehalten. Wie ist diese von Ihnen aufgenommen worden?

Der Trainer hat recht. Wir müssen uns für die Leistung entschuldigen. Wir hätten nicht verlieren müssen, weil wir sechs bis sieben hundertprozentige Chancen nicht genutzt haben. Das, was wir vor Wochen geschafft haben, haben wir uns durch die zwei Niederlagen wieder verbockt. Momentan ist das Glück einfach nicht auf unserer Seite. Jetzt spielen wir am Sonntag in Erndtebrück. Das wird auch schwierig. Jeder muss sich jetzt an die eigene Nase fassen und die Fehler nicht bei anderen suchen. Dann werden wir auch wieder gewinnen.

Lewejohann hat gesagt, dass die Spieler sich nach solch einer Leistung nicht mit dem Vereinswappen identifizieren dürfen. Haben Sie sich angesprochen gefühlt?

Ich bin mit meiner eigenen Leistung nicht zufrieden. Chancen, die ich früher genutzt habe, lasse ich momentan liegen. Das war auch gegen Brünninghausen schon so, als ich einen Elfmeter verschossen habe. Ich mache das ja nicht mit Absicht und bin total fokussiert. Ich gebe alles für die Mannschaft.

Die Lage in der Liga ist wahnsinnig eng. Hamm ist mit 30 Punkten 17. (Erster Abstiegsplatz, Anm. d Red.), der Tabellenzehnte hat 35 Punkte. Wie realistisch ist der Klassenerhalt?

Von der Qualität, die wir haben, dürfen wir nicht absteigen. Wenn wir wieder eine Mannschaft auf dem Platz sind, dann werden wir auch nicht absteigen. Ich denke aber, dass es bis zum letzten Spieltag knapp wird. Die halbe Liga kämpft um den Klassenerhalt. Jedes Spiel ist jetzt ein Endspiel.

Sie haben bislang neun Saisontore geschossen und sind damit Toptorjäger der Hammer. Sind Sie zufrieden?

Nein, ich bin sehr selbstkritisch mit mir. Ich könnte locker vier oder fünf Tore mehr auf dem Konto haben. Das ist jetzt mein erstes Oberligajahr und ich weiß, dass ich mehr kann. Ich versuche, bis zum Ende der Saison alles rauszuholen, war aber nicht der Einzige, der zuletzt Chancen liegen gelassen hat.

Wie sieht Ihre persönliche Zukunft aus - bleiben Sie der HSV auch treu, wenn der Verein in die Westfalenliga absteigen würde?

Ich kann momentan dazu noch nicht so viel sagen. Die Gespräche laufen - auch mit anderen Vereinen - unterschrieben ist aber noch nichts.

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