Nach Aus in Seppenrade: SG Selm soll DFB-Stützpunkt werden

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Wird die SG Selm DFB-Stützpunkt? Es sieht ganz danach aus. Die SG Selm bestätigte, dass es Gespräche mit dem DFB über den Talentschmiede-Standort gab. Noch ist aber nichts unterschrieben.

Selm

, 27.08.2019, 15:45 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Sportanlage der SG Selm am Sandforter Weg soll DFB-Stützpunkt werden. Stadt und Verein würden die Ansiedlung begrüßen. Die Verträge mit dem Deutschen Fußball-Bund fehlen jedoch noch. Bislang war Fortuna Seppenrade Stützpunkt in der Region - bis der Klub im Sommer dem DFB die Kündigung schickte.

Dass die Entscheidung für einen neuen Stützpunkt auf die SG Selm fällt, gilt mittlerweile als wahrscheinlich. „Das hätte über die Kreisgrenze hinaus eine tolle Wirkung“, sagte Selms Jugendleiter Martin Tembaak am Dienstag auf Nachfrage. Tembaak hatte bereits Mitte Juli eine Anfrage von DFB-Stützpunktkoordinator Herbert Hrubesch erhalten. „Man ist sich auch sehr schnell einig geworden“, erzählte Tembaak.

Nach Aus in Seppenrade: SG Selm soll DFB-Stützpunkt werden

Herbert Hrubesch arbeitet als Stützpunktkoordinator für den Deutschen Fußball-Bund. © Johannes Kratz

Spruchreif ist noch nichts - Vertrag mit dem DFB noch nicht unterzeichnet

Auch Georg Hillmeister, Vorsitzender der SG Selm, bestätigte, dass es Gespräche mit dem DFB gegeben hat. Da die SG aber nicht Eigentümer der beiden Kunstrasenplätze und des Vereinsheims ist, sondern die Stadt Selm, führt diese auch die Verhandlungen mit dem größten nationalen Sportverband der Welt.

Der Stadt Selm liege jedoch noch kein Vertrag zur Unterschrift vor, teilte Norbert Zolda vom Stadtmarketing mit. Man warte auf die Verträge. Dass Selm auch definitiv Stützpunkt werde, konnte er daher nicht bestätigen. Aber: „Die Stadt und die SG haben sich abgestimmt. Alle sind dafür“, sagte Zolda.

Talente der Region sollen immer montags trainieren

Dass es bereits einen Plan für die Organisation gibt, macht die Wahl pro Selm nicht weniger wahrscheinlich: Wie beim Vorgänger in Seppenrade wird die SG dem DFB für das Stützpunkttraining am Montag für drei Stunden einen Kunstrasenplatz zur Verfügung stellen sowie Umkleidemöglichkeiten und eventuell Lagermöglichkeiten von Trainingsmaterial. „Montag ist bei uns ein sehr ruhiger Tag“, sagte Hillmeister - deshalb bot sich der Wochentag an. Zwischen 17 und 20 Uhr könnten dann die Auswahlteams ihre Einheiten schieben. Hillmeister betonte: „Es soll nicht dazu führen, dass unser Trainings- und Spielbetrieb gestört wird.“ Drei Mannschaften (U12, U13, U14/15) gab es zuletzt am Stützpunkt in Seppenrade.

366 DFB-Stützpunkte in ganz Deutschland

Die DFB-Stützpunkte sind elementarer Baustein des Talentförderprogramms aus dem Jahre 2002. Deutschlandweit gibt es 366 Stützpunkte, die ein engmaschiges, flächendeckendes Netz zum intensiven Sichten und Fördern von Jungs und Mädchen bilden. Die nächsten Stützpunkte gibt es in Dortmund-Hörde, Herne, Marl, Hochmoor, Albersloh, Enniger und Massen.

Der Stützpunkt Selm wäre der zweite im Fußballkreis Münster und zuständig für Vereine aus den Kreisen Ahaus/Coesfeld, Münster und Unna-Hamm. Talente aus 22 Klubs, unter anderem aus Lünen, Münster, Ahlen, Hamm und Waltrop, trainierten laut der Internetseite des Stützpunktes zuletzt in Seppenrade.

Leitender Stützpunkttrainer ist Jörg Lipinski aus Werne. Der geht fest davon aus, dass das DFB-Engagement in Selm zustande kommt. „Das ist nur Formsache“, sagte der 53-Jährige, der seit 2002 als Stützpunkttrainer arbeitet.

Fortuna Seppenrade hatte den Vertrag gekündigt

Bis zum Sommer war der Standort des Stützpunktes noch Fortuna Seppenrade. Wegen Unstimmigkeiten kündigte der Vorstand des Vereins jedoch nach sieben Jahren den Nutzungsvertrag mit dem DFB, da das gezahlte Nutzungsentgelt für den Stützpunkt die Betriebskosten des Vereins nicht mehr gedeckt habe. Die Fortuna hatte um eine Anhebung der Pauschale gebeten, was der DFB aber abgelehnt hatte.

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Daraufhin kündigte die Fortuna und griff den DFB scharf an. „Die Aussagen in den Sonntagsreden der DFB-Funktionäre, den Amateurbereich zu stärken, gehen gemessen an der alltäglichen Realität daneben. Der DFB als mitgliederstärkste Sportfachverband der Welt mit seinen starken Finanzmitteln (95 Mio. € freie Rücklagen lt. Geschäftsbericht 2018) tritt seinen Amateurbereich mit Füßen und lässt die Vereine vielfach im Regen stehen“, heißt es auf der Internetseite des Klubs.

SG Selm erwartet keine steigenden Mitgliedszahlen

Die SG Selm rechnet nicht damit, dass die Mitgliederzahl des Vereins durch den Status als Stützpunkt steigt. „Zulauf ist nicht zu erwarten“, sagte Hillmeister. Hauptvorteil sei der Imagegewinn. „Für die Außendarstellung ist ein Stützpunkt sehr gut und für die Stadt auch. Das macht einiges her“, sagte Hillmeister. Tembaak sagte, dass die SG in der Traineraus- und fortbildung vom Stützpunkt-Standort profitieren könnte.

Der DFB beantwortete Fragen der Redaktion zur Kooperation mit der Stadt Selm bislang nicht.

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