Nordkirchens Marian Tüns: „Fühle mit Julian“

Geschwister-Duell in der Bezirksliga

Sie sind Brüder und waren am Sonntag Gegner bei der Fußball-Bezirksliga-Partie in Nordkirchen: Marian Tüns (24), Innenverteidiger des FC Nordkirchen, und sein älterer Bruder Julian Tüns (25), der für den TuS Ascheberg spielt. Im Interview sprechen beide über den 6:1-Sieg der Nordkirchener gegen den TuS.

NORDKIRCHEN

, 04.04.2016, 18:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Marian Tüns (2.v.r.), der hier einen Eckball erwartet, bleibt gegen seinen älteren Bruder Julian Tüns (3.v.l.) ohne Niederlage. Das Duell entschied Nordkirchen mit 6:1 gegen Ascheberg.

Marian Tüns (2.v.r.), der hier einen Eckball erwartet, bleibt gegen seinen älteren Bruder Julian Tüns (3.v.l.) ohne Niederlage. Das Duell entschied Nordkirchen mit 6:1 gegen Ascheberg.

Marian, hatten Sie nach dem Schlusspfiff Mitleid mit ihrem Bruder?

Marian Tüns: Ja, doch auf jeden Fall. Nach so einem Spiel fühlt man mit dem eigenen Bruder mit. Niemand verliert gerne 1:6. Mir taten aber auch die anderen Ascheberger leid, weil es anfangs gar nicht nach so einem hohen Sieg ausgesehen hat und das Ergebnis erst nach dem 3:1 deutlich wurde. Für die Moral des TuS im Abstiegskampf war das sicherlich nicht förderlich.

Sie haben kurz hintereinander Aluminiumtreffer verbucht - wie haben Sie diese Situationen wahrgenommen?

Julian Tüns: Bei mir war es ärgerlich. Es stand 1:0 für Nordkirchen und es war eine richtig gute Chance auf den Ausgleich. Der Ball ist nur an die Latte geflogen. Etwas tiefer - und es wäre der Ausgleich gewesen.

Marian Tüns: Ich habe gemerkt, dass wir den Ball nach einer Ascheberger Ecke kontrollieren konnten und dann die Chance zur Flucht nach vorne ergriffen. Ascheberg war sehr weit aufgerückt. Ausflüge nach vorne sind bei uns nicht gerne gesehen, weder vom Trainer noch von der Mannschaft, weil dann die Grundordnung verloren geht. Aber in diesem Fall habe ich die Chance nutzen wollen. Leider ist der Kopfball am Innenpfosten gelandet.

Julian, hat Sie Marians Sprint über den ganzen Platz bei seiner Chance überrascht?

Julian Tüns: Die Technik und Kraft für offensiv Vorstöße hat er ja.In der Situation nach der Ecke haben wir nicht schnell genug umgeschaltet und haben uns auskontern lassen. Die Absicherung hat nicht gepasst, sodass er fast das Tor trifft. 

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War das Tor zum 3:1 der Knackpunkt der Partie?

Julian Tüns: Definitiv. Nach dem ziemlichen Bock von mir zum 0:2 machen wir noch das 1:2 und sind wieder dran. Aber dann sind die Köpfe nach unten gegangen. Am Ende haben wir uns auseinander nehmen lassen.

Nordkirchen hat drei Siege in Folge geholt. Zuletzt überzeugte die Mannschaft auch spielerisch.

Marian Tüns: Die Niederlage gegen Senden war ein undankbarer Start in die Rückrunde. Wir haben uns nach dem Senden-Spiel und auch nach dem Unentschieden in Dorstfeld dienstags mit der Mannschaft und dem Trainer zusammengesetzt und die Sinne geschärft. Wir gehen jetzt mit einer anderen Mentalität im Training und in den Spielen zu Werke. Aus den letzten vier Spielen haben wir zehn Punkte geholt. Darüber sind wir sehr glücklich.

Ganz anders ist der Trend in Ascheberg. Dem Verein droht der Abstieg. Wie wollen Sie da unten rauskommen, Julian?

Julian Tüns: Wir haben in der letzten Woche mit der Mannschaft und dem Trainerstab zusammengesessen und versucht, die Köpfe frei zu kriegen. Ich habe die Hoffnung, dass wir Senden überraschen können und die uns unterschätzen. Sonntag gegen Lünen ist natürlich ein Sieg Pflicht für uns. Da müssen wir punkten.

Was wünschen Sie Ihrem Bruder?

Marian Tüns: Ich wünsche Julian, dass er verletzungsfrei bleibt und beim TuS weiterhin so regelmäßig zum Einsatz kommt wie zuletzt. Generell wünsche ich den Aschebergern, dass sie die Klasse halten. Ich hoffe, dass sie am Sonntag das direkte Duell gegen den VfB Lünen gewinnen.

Julian Tüns: Dass er bei Nordkirchen mehr Spielanteile bekommt als in Dülmen.

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