Olfener Triathlet Frank Jungesblut stürzt böse mit dem Rennrad

rnRadsport

Dass Rennradfahren nicht immer nur Spaß und schnelles Fahren bedeutet, hat Triathlet Frank Jungesblut nun selbst erfahren müssen. Doch für ihn ging es zum Glück relativ schnell wieder aufs Rad.

Olfen

, 29.04.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 20 Jahren hatte Frank Jungesblut Glück auf seinem Rennrad: Kein Sturz, kein Unfall, keine großen Schrammen hatte er von seinen Touren rund um seine Heimatstadt Olfen mit nach Hause gebracht. Kurz nach seinem 49. Geburtstag war es dann aber leider soweit. Als er auf seiner Runde am Flugplatz Borkenberge unterwegs war, wollte ein kleines Mädchen ebenfalls mit dem Fahrrad unterwegs auf die Straße vor Jungesblut abbiegen und hatte den Triathleten dabei übersehen. Der Olfener schaffte es noch auszuweichen und legt eine schmerzhafte Vollbremsung hin.

Doch das war gar nicht so leicht. „Ich war gerade auf meinem Aufleger und hatte die Bremse nicht direkt zur Hand. Da war natürlich meine Reaktionszeit nicht die beste.“ Der Schock saß tief nach dem Sturz, bei Jungesblut und natürlich besonders bei dem jungen Mädchen, das mit ihren Eltern unterwegs war. „Ich mache aber niemandem einen Vorwurf, sowas kann passieren“, erklärt der 49-Jährige. Mit dem Vater des Mädchens ging es dann sofort ins Krankenhaus, wo eine Wunde am Kinn und Knie verarztet wurde.

Jetzt lesen

Sturz direkt wieder verarbeiten

Wie er sich genau alle seine Schrammen und Verletzungen zugezogen hat, weiß Jungesblut im Nachhinein gar nicht mehr so genau. „Ziemlich frankenstein-mäßig“ sehe er aber jetzt aus. Der Triathlet nimmt die Folgen des Unfalls ein wenig mit Humor. Ein Facebook-Post zeigt ein Bild von seinem Trikot, das nach dem Sturz „wirklich nicht mehr zu retten war“.

Aber bei einer kurzen Pause daheim ohne eine Runde auf dem Rennrad blieb es auch. Schon ein paar Tage nach seinem Sturz stieg Jungesblut wieder in den Sattel. Denn an seinem Gefährt ist zum Glück nichts kaputt gegangen. „Ich musste das sofort wieder verarbeiten“, erklärt Jungesblut sein Vorhaben im Nachhinein.

Warum es, natürlich erfreulicherweise, so lange gedauert hat mit seinem Unfall, kann der Triathlet nicht genau sagen. „Wahrscheinlich ganz viel Glück und meine langjährige Erfahrung. Ich bin aber auch immer sehr vorsichtig und fahre lieber rechts ran, um eine Straße zu überqueren. Den Autofahrern vertraue ich da nicht ganz.“

Aber Jungesblut ist auch bewusst, dass, wenn er auf sein Rennrad steigt, das Risiko ständig mitfährt und er die Gefahr auf einen Sturz in Kauf nehmen muss. „Da reicht schon eine Kleinigkeit bei dieser hohen Geschwindigkeit auf dem Rad.“

Keine Wettkämpfe in Aussicht

Komplett fit ist der Körper von Jungesblut aber rund zwei Wochen nach dem Sturz noch nicht. Die Hüfte ist immer noch ein wenig geprellt, auf dem Knie und am Kinn klaffen Narben und der Bluterguss am Hals ist weiterhin sichtbar. Doch dass er durch diese Nachwirkungen im Sport gerade noch nicht 100 Prozent geben kann, erscheint für den Triathleten in der aktuellen Lage nicht wirklich schlimm.

Jetzt lesen

Denn die Maßnahmen, ausgelöst durch das Coronavirus, haben auch im Radsport und beim Triathlon die Folge, dass Wettkämpfe voraussichtlich bis August gestrichen sind. „Da gehen mir gerade die sportlichen Ziele aus, wenn keine Rennen in Sicht sind.“ Ganz aufhören und eine Pause einlegen, sei aber keine Option. Und so steigt Jungesblut so oft er kann wieder auf sein Rennrad. Immer mit Respekt vor der Gefahr und dem Gedanken im Kopf, dass auch etwas passieren kann.

Lesen Sie jetzt