Preußen Münster in der Krise - bleibt Stürmer Joel Grodowski?

rnFußball

Die Regionalliga bietet für Joel Grodowski eine große Chance. Allerdings sind bei Preußen Münster viele Fragen offen: Wer wird sein Trainer? Wer leitet die sportlichen Geschicke? Und mit wem soll er auf dem Platz stehen?

Bork

, 06.07.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Im Fußballkreis Münster ist der SC Preußen der am höchsten spielende Verein und damit das Aushängeschild des ganzen Münsterlandes. Der Abstieg in die Regionalliga nach neun Jahren in der 3. Liga tut weh. Zwischenzeitlich hatten die Preußen ja mal an der 2. Bundesliga geklopft, den Sprung aber nie geschafft. Es stehen turbulente Zeiten bevor für den Verein von Joel Grodowski.

Am Mittwoch war Münster durch eine 0:3-Niederlage gegen den SV Meppen in die Viertklassigkeit abgestürzt. „Das ist ein bitterer Augenblick, ein schlimmer Moment“, sagte SCP-Coach Sascha Hildmann. Am Tag danach erklärte Malte Metzelder, Sportchef des SCP, bereits seinen Rücktritt. „Wir haben unsere Ziele sportlich nicht erreicht“, wird der 38-Jährige in den „Westfälischen Nachrichten“ zitiert. Und: „Wir hatten alle eine unruhige Nacht. Aber meine Entscheidung ist nicht frisch gefallen“, sagte Metzelder, dessen Abschied schon vor dem Saisonfinale beschlossene Sache gewesen sein soll.

Ein neuer Sportdirektor steht damit vor der Herausforderung, bis zum Saisonstart eine Mannschaft zu stellen, die regionalligatauglich ist - und das zu einem Zeitpunkt, zu dem andere Vereine schon vor dem Trainingsstart stehen. Eigentlich suchen die Preußen Anfang Juli sogar alles: Sportchef, Trainer und Kader. Die Personalplanung wird das großen Thema in diesem Sommer beim SC Preußen Münster sein.

Nur sechs Spieler haben Verträge für die Regionalliga

Dabei droht die Mannschaft auseinanderzufallen. Die meisten Spieler besitzen keinen Vertrag für die Regionalliga. Nur sechs Akteure, unter denen die „Westfälischen Nachrichten“ auch den Borker Joel Grodowski und den Olfener Dominik Klann vermuten, haben nach Vereinsangaben einen gültigen Kontrakt für Liga vier.

Die vielen weiteren vakanten Kaderpositionen muss der Verein aus dem Nichts füllen. Wer aus dem aktuellen Kader unter welchen Rahmenbedingungen noch zum Verbleib bereit wäre, ist unklar. Harte Einschnitte im Etat sind zu erwarten. Das führt dazu, dass die Preußen wirtschaftlich sich keine Ausreißer erlauben können.

Joel Grodowskis Zukunft beim SC Preußen Münster ist unklar

Wie die Zukunft von Joel Grodowski konkret aussieht, ist so kurz nach dem unschönen Ligaende nicht klar - auch wenn er einen Vertrag für die Regionalliga besitzen sollte, was nicht bestätigt ist. Aber was ist in diesem Sommer schon sicher beim SC Preußen?

Der Stürmer selbst wollte sich noch nicht äußern, sondern erklärte lediglich, dass er auch noch nichts wisse und mit seinem Berater in Kontakt stehe. Klar ist nur - das sagte er kürzlich bei einem Interview - dass er in einer Profimannschaft Stammspieler werden möchte.

Da wäre ein Neustart bei den Preußen, die Grodowski eine Liga tiefer mehr denn je gebrauchen könnten, womöglich nicht das Allerschlechteste, um endlich Fuß zu fassen. Auf 15 Einsätze, darunter meist als Joker, kommt der 22-Jährige in der laufenden Saison, der gegen Magdeburg am Samstag (2:2) aber erstmals in der Startelf stand.

Verbleib in Münster könnte eine Chance sein für Grodowski

Das könnte ein Zeichen sein, dass er Verein ihm in der Regionalliga West mehr als 260 Saisonminuten zutraut. Es wäre eine Chance für Grodowski, den man immer als „Brückenspieler“ zwischen Oberliga-Reserve und Drittligateam gesehen hat.

Doch das wird sich Grodowski gut überlegen. Denn sollte der SC Preußen fast eine ganze Mannschaft verlieren, wird es ein schwieriges Jahr für das Bundesliga-Gründungsmitglied. Und dann dürfte die bessere Perspektive von Joel Grodowski wohl nicht in Münster liegen.

Problematisch ist daran: Will Grodowski in der 3. Liga bleiben, gibt es kaum Alternativen in NRW: Aufsteiger SC Verl, die Rheinland-Klubs Uerdingen und Viktoria Köln und dass der Tabellenfünfte MSV Duisburg Joel Grodowski verpflichtet, dürfte unwahrscheinlich sein.

Jetzt lesen

Unterdessen wehrt sich der SCP juristisch noch gegen den Abstieg und hat Einspruch gegen die Meppen-Spielwertung eingelegt. Das Argument: Es sei gegen Grundsätze des Fair Play und der Chancengleichheit verstoßen worden, weil Münster später als andere Teams ins Training einsteigen konnten. Es wirkt etwas wie der verzweifelte Griff nach dem letzten Strohhalm. Zuletzt waren die Münsteraner bei anderen Protesten in allen Instanzen gescheitert.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt