PSV Bork darf die Sporthalle des LAFP in Bork nicht mehr nutzen

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Viele Sportler aus Bork nutzten bisher die Infrastruktur der Polizei mit. Sie trainierten unter anderem in der Sporthalle des LAFP in Bork. Das geht ab sofort allerdings nicht mehr.

Bork

, 28.08.2020, 12:50 Uhr / Lesedauer: 3 min

Nach Informationen der Redaktion dürfen Sportvereine wie der PSV Bork ab sofort die Sportstätten des LAFP (Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei Nordrhein-Westfalen) in Bork nicht mehr benutzen. Darüber setzte das LAFP den Verein in Kenntnis. Für viele Sportgruppen aus Bork fällt damit die Trainingsstätte mit sofortiger Wirkung weg. Grund ist die Corona-Pandemie. Die Polizei hat die Maßnahme inzwischen bestätigt.

Der Polizeisportverein Bork (PSV) zählt zu den größten Vereinen der Stadt Selm. Über Jahrzehnte konnte der Mehrspartenverein das Gelände des LAFP in Bork nutzen. Damit ist es nun vorbei. Zahlreiche Borker Sportgruppen müssen sich für das Training eine neue Bleibe suchen.

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Unter der Woche verschickte das LAFP nämlich eine E-Mail an den Verein, die Vereinschef Werner Suttrup ausgerechnet in seinem Urlaub erreichte. Er setzte deshalb kurzerhand Sportwart Klaus Jockheck in Kenntnis. Der versendete daraufhin die wichtigsten Informationen an die Abteilungen des 600 Mitglieder starken Vereins, in die die eigenständigen Fußballer, Segler und Modellflieger noch gar nicht eingerechnet sind. „Der Sportbetrieb in den Räumen des LAFP muss deshalb bis auf weiteres entfallen“, schrieb Jockheck.

Die Entscheidung fiel in Bork, nicht in Düsseldorf

Auf Anfrage der Redaktion bestätigte er am Donnerstag, dass der Verein durch das LAFP informiert worden ist. „Es hat uns kalt erwischt. Wir hatten mit dem Hausherren erst kürzlich unser Hygienekonzept abgesprochen“, sagte Jockheck.

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Am Freitag antwortete die Pressestelle des LAFP auf eine Anfrage, bestätigte die Maßnahme und lieferte auch einen Grund: „Aufgrund der Situation im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ist die Nutzung von Sportstätten des LAFP NRW durch Dritte temporär ausgesetzt. Der Schutz der Studierenden und die Sicherstellung eines ungestörten und risikominimierten Ausbildungsbetriebs hat höchste Priorität. Daneben darf auch die Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen nicht gefährdet werden. Die Einhaltung der RKI-Regeln bedingt u.a. eine hausinterne höhere Auslastung der Räumlichkeiten.“

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Weiter teilte die Pressestelle mit, dass die Entscheidung „in Abstimmung mit der Pandemiekoordination, dem Arbeitsschutz und der Behördenleitung“ am Standort des LAFP in Bork gefällt wurde und nicht im Innenministerium in Düsseldorf.

Stadt Selm ist durch den PSV Bork informiert worden

Auch die Stadt Selm hat mittlerweile Kenntnis davon, wie Pressesprecher Malte Woesmann mitteilte. Das Sportbüro im FoKuS habe von einem Vereinsvertreter des PSV Bork am Donnerstag telefonisch eine Mitteilung erhalten. „Die Stadt kann die Begründung mit Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie verstehen“, erklärte Woesmann.

Gibt es Verständnis im Borker Sportverein? „Auf der eine Seite ja. Die Ausbildung hat Vorrang, wir sind Gast“, sagte Sportwart Klaus Jockheck, „auf der anderen Seite ist es ärgerlich. Aber Verständnis muss man haben.“

Am Wochenende will der PSV-Gesamtvorstand nun zusammenkommen und ein Konzept erarbeiten, wie es weitergeht. „Wir werden zusammenrücken müssen, was in Zeiten von Corona nicht gerade einfach ist“, sagte Jockheck.

Der PSV Bork hat zahlreiche Optionen

Innerhalb der Abteilungen hatte der Verein schließlich schon Gruppentrennungen zum Corona-Schutz eingehalten. Optionen sind nun die Verkürzung von Trainingszeiten, Wegfall von Trainingsstunden, Zusammenlegung von Gruppen, Teilung der Halle, aber auch ein Plan, in dem statt wöchentlichem Training ein 14-tägiger Rhythmus angedacht ist. Die Vereinsspitze muss kreativ werden.

Ungünstig ist, dass die Maßnahmen die Vereine zu einem Zeitpunkt treffen, in dem in Selm ohnehin Engpässe herrschen. Die alte Dreifachhalle in Selm wird umgebaut. Hallenzeiten sind in Selm aktuell rar. „Kurzfristig wurde am Donnerstag abgeklärt, dass für den Reha-Sport bis zu den Herbstferien die Sporthalle Bork am Förderzentrum Nord vormittags genutzt werden kann. Falls von anderen Gruppen/Abteilungen Bedarf angemeldet wird, würde dies ebenfalls geprüft, wie und wo Kapazitäten für den Trainingsbetrieb möglich sind“, sagte Stadtsprecher Woesmann.

Betroffen sind nahezu alle Abteilungen des PSV. „Wir werden nun innerhalb des Vorstandes reden. Zur Planung steht uns nur die Schulsporthalle zur Verfügung“, erklärte Suttrup am Donnerstagabend in aller Kürze und wollte sich noch nicht näher äußern. Überrascht sei er allerdings nicht gewesen. „Wir leben in einer Zeit, in der man damit rechnen muss“, sagte er.

„Die getroffenen Maßnahmen werden in Abständen überprüft und der allgemeinen Entwicklung der Corona-Pandemie angepasst“, teilte die Pressestelle mit.

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