Ritz-Team arbeitet sich aus dem Tabellenkeller

Capelles Auferstehung

Zehn Punkte hat der SC Capelle vor der Winterpause in der Kreisliga A lediglich verbucht. Eine Bilanz, die die Abstiegsgefahr Sonntag für Sonntag zu einem ständigen Begleiter werden ließ. Ganz anders ist die Sachlage hingegen im Jahr 2015. Der SCC ist noch ungeschlagen, holte acht Zähler aus vier Spielen, ist Vierter der Rückrunden-Tabelle.

CAPELLE

31.03.2015, 14:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der SC Capelle, hier Fabian Steinhoff (r.), hat den Hebel umgelegt. Nach nur zehn Zählern vor der Winterpause, holte das Team von Trainer Martin Ritz in den vier Partien in diesem Jahr schon acht Punkte.

Der SC Capelle, hier Fabian Steinhoff (r.), hat den Hebel umgelegt. Nach nur zehn Zählern vor der Winterpause, holte das Team von Trainer Martin Ritz in den vier Partien in diesem Jahr schon acht Punkte.

Den letzten Coup landete die Mannschaft von Trainer Martin Ritz und Co-Trainer Reinhard Behlert am Sonntag. Mit dem 2:0-Sieg bei der SG Selm hatten die wenigsten gerechnet. Zumal Capelle personell immer noch arg dezimiert anreiste.

Max Cillien, Andreas Winkler, Oliver Eckey, Stefan Wittkamp, Michael Holthoff, Christian Töpper und Tim Zurstraßen fehlten zum Beispiel beim Spiel in Selm. Marius Artinger wird zudem in den kommenden vier Monaten nicht spielen, weil er in den USA studiert. "Solche Ausfälle können andere Vereine deutlich besser auffangen als wir", erklärt Capelles Coach Martin Ritz.

Dennoch scheint aber etwas im Verein bewegt worden zu sein. Trainer Ritz hat seiner Mannschaft in den vergangenen Monaten eine deutlich stabilere Basis verschafft, von der sie in dieser personell schwierigen Situation profitiert. Das fängt in der Defensive an. Manuel Lachmann aus dem Mittelfeld in die zentrale Position der Dreier-Abwehrkette zu ziehen, war ein wichtiger Schritt, die Verteidigung zu stabilisieren. "Da passiert jetzt einfach nicht mehr so viel", so Ritz.

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Einen weiteren Schritt machte Capelle im physischen Bereich. "Konditionell und körperlich brauchen wir uns vor kaum einer Mannschaft verstecken", berichtet Ritz. "Außerdem spielen wir mittlerweile cleverer. Wir lassen den Gegner auch mal bewusst kommen. Wir machen jetzt aber die Räume eng und sorgen dafür, dass die Abstände zueinander stimmen. So haben wir auch Selm schon früh dazu gezwungen, mit langen Bällen zu agieren", erläutert Ritz.

Zudem haben sich die A-Junioren Simon Walter, Max Cillien und Oliver Eckey hervorragend in das Team eingefügt, ihm auch ein Stück neues Leben eingehaucht. Wobei die Moral in Capelle nie richtig erloschen war. Martin Ritz erinnert sich noch gut an die Hinrunde. Viel Aufwand habe seine Mannschaft da schon betrieben. Belohnungen gab es aber selten.

Starke Trainingsbeteiligung

Die ersten neun Spiele verlor Capelle allesamt. "Ich weiß es noch genau. Das erste Training nach dem 1:2 gegen Südkirchen. Obwohl wir gerade das neunte Spiel in Serie verloren hatten, standen in der nächsten Woche wieder 20 Mann auf dem Trainingsplatz. Ich muss den Jungs ein Kompliment machen, dass sie sich nicht haben hängen lassen. Und so langsam versteht das Team auch, was wir Trainer taktisch verlangen", fügt Ritz an.

Sein Team und er genießen im Moment das Gefühl, nicht mehr in akuter Gefahr zu schweben. "Wir müssen allerdings weiter Aufwand betreiben. Unterschätzen wird uns jetzt wohl kaum eine Mannschaft mehr", so Ritz.

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