Saisonverlängerung? Meinungen der Fußballklubs in Selm, Olfen und Nordkirchen

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Die Verantwortlichen in den Vereinen stehen einer Saisonverlängerung gespalten gegenüber. Fußball im Sommer hätte Charme, würde dann aber auch in der Ferienzeit liegen.

Selm, Olfen, Nordkirchen

, 06.04.2020, 17:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dem Verband sind die Hände gebunden: Bis zu einem Beschluss des DFB-Bundestages, der erstmal organisiert werden muss, ist ein vorzeitiger Abbruch der Fußballsaison ohne Einspruchswelle wohl unausweichlich. Die Verlängerung der ausgesetzten Saison ist damit am Wochenende, als die Probleme durchsickerten, wahrscheinlicher geworden. Das sagen die Vereine.

David Handrup (Vorsitzender Abteilung Fußball FC Nordkirchen): „Wann man das Training aufnehmen kann, steht noch in den Sternen. Es wäre vielleicht besser, wenn man die Saison noch zu Ende spielen kann und die nächste Saison dann nach hinten verlegt. Wir haben dabei aber kein Mitspracherecht.“

Franz-Josef Dornhege (Abteilungsleiter Fußball SV Südkirchen): „Wir als SV Südkirchen nehmen es so, wie es kommt. Keiner war auf diesen Fall vorbereitet. Wir denken, dass der Verband richtig entscheiden wird - allen kann man es sowieso nicht recht machen.“

Sebastian Schimschewski (Sportlicher Leiter SC Capelle): „Das Problem ist bewusst, aber es wird wohl keine Lösung geben, die alle zufriedenstellt. Wir blicken dem entspannt entgegen. Die Liga nach hinten zu verlängern, könnte wieder andere Probleme nach sich ziehen. Es ist ja auch Ferienzeit. Das wäre nicht die charmanteste Lösung.“

Norbert Sander (Sportlicher Leiter SuS Olfen): „Ich halte es für wichtig, dass das Risiko, zu erkranken, niedrig bleibt. Wichtig ist, dass die Infektionskurve abflacht. Welchen Wert hat es, wenn man die Saison bei den Amateuren durchzieht? Ich wäre für eine Pause von Mai bis Juni. Wie soll es in den Sommerferien gehen? Uns stehen zum Teil nur zwei Drittel der Mannschaft zur Verfügung. Es muss eine Lösung her, die rechtlich sauber ist. Ob sie auch gerecht ist, ist eine andere Frage. Sonst droht eine Klagewelle.“

Patrick Roser (Sportlicher Leiter Westfalia Vinnum): „Schön, dass ein Grund in die Geschichte kommt. Vor zwei Wochen war ja nicht abzusehen, in welche Richtung es geht. Wir müssen die Situation nehmen, wie sie ist.“

Georg Hillmeister (Vorsitzender SG Selm): „Ich finde den Gedanken nicht abwegig, dass man im Sommer auch Fußball weiterspielt. Sonntag-Mittwoch-Sonntag ist für uns auch nichts Außergewöhnliches. Wir müssen uns derzeit tagtäglich mit anderen Themen beschäftigen und die Lage ändert sich schnell. Und die Konsequenz gilt ja nicht für uns, sondern für alle.“

Dietmar De Sacco (Geschäftsführer PSV Bork): „Wir nehmen es, wie es kommt und sind ja nicht in der Lage, dass wir klagen würden, weil wir noch aufsteigen könnten. Wir sind nicht der Verein, der unbedingt weiterspielen muss, aber auch keiner, der sagt, dass wir es extrem schade finden, wenn die Saison enden würde. Es tangiert uns einfach nicht so extrem. Im Jugendbereich würde es aber sicherlich wehtun, wenn die Kinder lange kein Fußballtraining und keine Spiele haben.“

Thorsten Garber (Präsident GS Cappenberg): „Wenn es keine Auf- und Absteiger geben kann, wäre die sinnvollste Lösung, die Saison einfach aus der Wertung zu nehmen. So leid es mir für die Jungs tut, muss man für Verständnis werben. Eine Frage, die mich eher bewegt, ist die der Wirtschaft. Wenn zwei von zehn Unternehmen in diesem Jahr vor der Insolvenz stehen, ist das für die finanziell nicht besser aufgestellten Vereine mindestens der Maßstab.“

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