Schnee und Eis - Wann wird abgesagt?

Witterung

KREISGEBIET Der Winter hat Westfalen fest im Griff. Das beeinflusst natürlich auch den heimischen Sport - nicht nur unter freiem Himmel, sondern auch in den Hallen. Für Spielabsagen hat jede Sportart eigene Regelungen - wir haben sie zusammengstellt.

von Von Bernd Janning

, 11.01.2010, 14:42 Uhr / Lesedauer: 3 min

Was tun, wenn die Anreise zum Auswärtsspiel zu gefährlich erscheint und die Punkte dennoch nicht kampflos abgegeben werden sollen? Die Verbände regeln dies nicht ganz einheitlich, wie folgender Überblick beweist. Handball Helmut Hubeny , Vorsitzender des Handballkreises Hellweg, informierte die Vereine: "Aufgrund der Wettervorhersagen kann es sein, dass einige Vereine/Mannschaften nicht zu den Spielen anreisen können. Für den Kreisspielbetrieb gilt daher folgende Empfehlung: Dort, wo es vertretbar ist, sollte auch gespielt werden. Die Mannschaften entscheiden selbst, ob sie zu den Spielen anreisen. Dabei gilt natürlich die rechtzeitige Rücksprache/Abmeldung mit dem jeweiligen Staffelleiter, Benachrichtigung des Gegners und der Schiedsrichter, des Schiedsrichterwartes und des Pressewartes. Die entsprechenden Spiele sind unverzüglich nachzuholen."

Im Handballverband Westfalen müsse ein Busunternehmen bescheinigen, dass es abgelehnt wird, die Fahrt an den Spielort wegen der gefährlichen Straßensituation anzutreten. "Das sollte möglichst auch noch amtlich bestätigt werden. Außerdem können natürlich auch öffentliche Verkehrsmittel benutzt werden. Die Fahrt mit dem Pkw geht auf eigenes Risiko", sagt WHV-Männerspielwart Bruno Albersternst.

Verbandsspielwart

Fritz Hacke  weist auf folgenden Absatz der aktuellen Durchführungsbestimmungen hin:

"Für kurzfristig erforderliche Spielverlegungen gilt: Unbefahrbare oder nicht sichere Anreisewege in Folge kurzfristiger Wetteränderungen werden von Staffelleiter und Spielwart anerkannt, wenn durch die Gastmannschaft spätestens drei Tage nach dem vorgesehenen Spieltermin eine Bescheinigung von Polizei oder ADAC vorgelegt wird, aus der hervorgeht, dass eine Gefährdung bei der Benutzung von Hauptstraßen möglich war. Außerdem: Vorrangig ist die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln zu prüfen."

Das Hauptproblem beim Westdeutschen Tischtennis-Verband liegt darin, dass es den Mitgliedern des Ausschusses für Staffelleitung völlig unmöglich ist, die Witterungs- bzw. Straßenverhältnisse vor Ort zu beurteilen. Zwei Mitglieder haben ihren Wohnsitz im Bonner Raum, die beiden anderen im westlichen Ruhrgebiet. Diese Problematik ist für den Ausschuss für Staffelleitung nur in der Weise lösbar, dass jeder Mannschaft freigestellt wird, anzutreten. Wenn nicht, hat sie gemäß den Bestimmungen der Wettspielordnung die Möglichkeit, höhere Gewalt geltend zu machen.

Werner Almesberger vom Ausschuss für Staffeleinteilung erklärt, dass grundsätzlich kein Spieltag abgesetzt werde. Sollte eine Anreise witterungsbedingt nicht möglich sein und dadurch das angesetzte Spiel ausfallen, so sei eine Bescheinigung seitens der Polizei oder des Straßenverkehrsamtes einzureichen. Bleibt zum Abschluss noch der Hinweis, dass das Antreten zu einem Meisterschafts- oder Pokalspiel zunächst einmal oberstes Gebot sei. Alle Teams sind aufgefordert, alles zu tun, um eine Spielabsage zu vermeiden.

Andreas Plath , Geschäftsführer des Westfälischen Tennis-Verbandes in Kamen, konnte sich kaum vor Anfragen retten. "Es gibt unsererseits keine offizielle Spielabsage", so sein Statement. Der Tennisverband regelt alles auf dem so genannten "kleinen Dienstweg".

Plath: "Wir sagen den Vereinen, dass sie miteinander sprechen sollen. Sollte eine Anreise wirklich nicht möglich oder gar zu gefährlich sein, dann können sich beide Seiten auf einen neuen Termin einigen. Wir haben im Anschluss an die Winterrunde noch genügend Zeitraum, um Spiele nachzuholen." Eine polizeiliche Bescheinigung müsse ein Club nicht vorlegen. "So extrem sehen wir das nicht", so Plath.

Ob beim Eishockey gespielt wird oder nicht, das entscheiden die Mannschaften meist nach Rücksprache mit dem Staffelleiter und dem zuständigen Verband. Vorausschauend wurde bereits am Donnerstag das Samstagsspiel der 2. Frauen-Bundesliga der Bergkamener Bärinnen abgesagt. Den Gästen des Adendorfer EC blieb die 340 Kilometer lange Anreise aus Niedersachen erspart.

Das Trainingsturnier des 2.-Ligisten SV Brambauer am Wochenende in Kamen wurde wegen der schlechten Witterung abgesagt. SVB-Trainer Norbert Siemund: "Bei Absagen wegen Eis und Schnee informieren wir den Ligenleiter und den Gegner. Sonntag ist auch unsere B-Jugend nicht zum Punktspiel nach Bochum gefahren. Die Verantwortung für solche Fahrten kann keinem Trainer oder Betreuer übergeben werden!" 

In der Sportart Nummer 1 ist alles klar geregelt. "Der Verband und die Staffelleiter können Spiele und Spieltage komplett absetzen, neu auch über DFBnet.org im Internet mit automatischer E-Mail ins elektronische Postfach der Vereine", erläutert Karl-Heinz Schulze, Fachwart Fußball im Stadtsportverband Lünen. Vor Ort kann der Schiedsrichter entscheiden, ob gespielt wird.   

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