Selm festigt Platz drei - die Ergebnisse der heimischen Teams

Fußball-Kreisliga A

Trotz einer indiskutablen Leistung in der zweiten Halbzeit fuhr die SG Selm gegen Schlusslicht Union Lüdinghausen II einen 3:1-Sieg ein. Damit festigt die Sportgemeinschaft den dritten Tabellenrang. Alle Ergebnisse finden Sie hier in der Übersicht.

KREISGEBIET

, 11.05.2014, 17:58 Uhr / Lesedauer: 5 min
Fußballerische Magerkost und am Ende ein Sieg für Selm gegen Union II.

Fußballerische Magerkost und am Ende ein Sieg für Selm gegen Union II.

 

Daniel Berger war gar nicht mehr zu sehen. Erst begruben die Ersatzspieler den PSV-Stürmer unter sich, dann folgten alle anderen Spieler. Berger hatte soeben mit seinem 25-Meter-Hammer den Schlusspunkt unter eine denkwürdige Partie gesetzt. Nach 40 Minuten lag der PSV eigentlich hoffnungslos 0:3 hinten. Zu stark war Alsteddes Dominanz auf dem Borker Kunstrasen, zu hoch war die Fehlerhäufigkeit beim PSV. Ins Spiel zurück brachte den PSV ein Alstedder. Benedikt Kuhne ließ sich abseits des Balles zu einer Tätlichkeit gegen Philipp Görges hinreißen. Der gute Schiedsrichter Rafael Janik zögerte keine Sekunde, zeigte Kuhne Rot und auf den Punkt. Den fälligen Elfmeter verwandelte Phillip Grodowski zum 1:3. „Danach hatte ich schon noch an einen Punkt geglaubt“, so PSV-Trainer Peter Poslednik nach dem Spiel. Es wurde sogar mehr.

Die ersten 40 Minuten waren Fußball zum Abgewöhnen vom PSV. Nach eigentlich gutem Beginn – Berger und Görges verpassten in den ersten fünf Minuten die mögliche Führung – machte der PSV die Gäste durch viele Fehler stark. Erst nach dem Seitenwechsel und mit dem 1:3-Anschlusstreffer im Rücken lief es wieder besser. Erst brachte der eingewechselte Marvin Matthias Bork auf 2:3 heran, dann glich nur kurze Zeit später Phillip Grodowski nach toller Einzelleistung zum 3:3 aus. Alsteddes Willen war nun gebrochen und auch die Kräfte ließen in Unterzahl immer mehr nach. Jetzt war fast jeder Schuss ein Treffer. Janis Drees, zweimal Hendrik Neise und Berger mit seinem Schlussknaller schraubten das Ergebnis auf 7:3. „Nach dem 2:3 lief es endlich bei uns. Vorher haben wir als Team nicht so funktioniert“, wollte Poslednik auch mit dem Gefühl des verdienten Sieges nicht die Anfangsphase außer Acht lassen. Doch das sollte die Borker Feierlichkeiten auch nicht mehr beeinträchtigen. Mit nun elf Punkten Vorsprung vor dem ersten Abstiegsplatz dürfte der Klassenerhalt für den PSV Bork gesichert sein.

Haarseim – Poslednik, Freiberg, Rosengart, Grodowski, Drees (89. Heisig), Eilers (50. Neise), Koch (61. Matthias), Böcker, Berger, Görges.

Diedrich – Paarmann, Acikgöz (22. Kadlubowski), Kuhne, Deniz, Milinkovic, Stojak, Klink, Ekici (67. Ruman), Halilovic, Lohietz (51. Studnicka).

0:1 Paarmann (16.), 0:2 Lohietz (17.), 0:3 Milinkovic (42.), 1:3 Grodowski Foulelfmeter (43.), 2:3 Matthias (65.), 3:3 Grodowski (75.), 4:3 Drees (80.), 5:3 Neise (85.), 6:3 Neise (89.), 7:3 Berger (90.).

Rote Karte gegen Kuhne (43.) nach Tätlichkeit.

Die Lohmann-Elf geriet in Ottmarsbocholt früh in Rückstand – Denis Hölscher traf zur Führung – danach fingen sich die Südkirchener aber wieder schnell. Simon Schwert zum 1:1 und Simon Närdemann zum 2:1 brachten die Gäste noch bis zur Pause in Führung. Nach dem Seitenwechsel blieben die Gäste spielbestimmend. „Wir hatten einige wirklich tolle Kombinationen dabei“, freute sich Lohmann. Simon Närdemann schraubte nur vier Minuten nach dem Wechsel das Ergebnis auf 3:1. Fernando Manfredi besorgte kurze Zeit später mit dem 4:1 die Vorentscheidung.

Die Schlussphase war dann noch einmal hektisch. Torwart Frank Janson musste mit einer Platzwunde und einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus. Da Lohmann bereits dreimal gewechselt hatte, ging Simon Schwert ins Tor. Schwert musste dann auch das 2:4 durch Christoph Tübing hinnehmen, anschließend geriet der SVS etwas ins Schwimmen. Mit dem 5:2 sorgte Fernando Manfredi für Beruhigung. Ärgerlich war dann nur noch die Rote Karte für David Hügemann. In der Schlussminute sah er wegen Meckerns die Rote Karte – bereits der dritte Platzverweis in dieser Saison für ihn. Damit dürfte die Saison wohl für ihn gelaufen sein.

Janson – Muck (51. Gürenates), Schulz, Löchter, Schmidt, Närdemann, Kinne (70. Aksoy), Schwert, Zentgraf (23. L. Hügemann), Manfredi, D. Hügemann.

1:0 Hölscher (3.), 1:1 Schwert (16.), 1:2 Närdemann (30.), 1:3 Närdemann (49.), 1:4 Manfredi (56.), 2:4 Tübing (86.), 2:5 Manfredi (90.).

Frank Bidar schüttelte bei prasselndem Regen nach dem Schlusspfiff den Kopf. Trotz des Erfolgs war er unzufrieden. Schuld war die Leistung seiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit. „Wir haben im zweiten Durchgang alles eingestellt, sind nicht mehr gelaufen und haben nicht mehr gekämpft. So geht das nicht“, sagte der Selmer Coach, der mit den drei Punkten dennoch zufrieden war. Zu Beginn agierte die SG weitaus bissiger. Den Selmern war anzumerken, dass sie ein schnelles Tor gegen das Schlusslicht erzielen wollten. Viel Ballbesitz war die Folge. Dieser brachte jedoch nicht viel ein. Nach 20 Minuten dann gar der überraschende Rückschlag. Union ging nicht unbedingt verdient in Führung. Markus Rips überwand bei einem direkten Freistoß sowohl die Selmer Mauer als auch SG-Schlussmann Lukas Witthoff.

„Wir müssen eine Schüppe drauflegen, Jungs“, rief Bidar immer wieder von der Seitenlinie ein. Er forderte noch mehr Einsatz von seinem Team, peitschte seine Jungs an. Dies nahmen sich die Selmer Kicker schnell zu Herzen. Innerhalb weniger Minuten und noch vor der Pause drehten sie den Spielstand. Zunächst war Jannis Pieper selbst per Flachschuss erfolgreich und traf zum Ausgleich (31.). Knapp zehn Minuten später leitete er mit einem Heber das 2:1 der Hausherren ein. Alexander Schwegler reagierte einen Tick schneller als Gästeschlussmann Alexander Steffen und spitzelte dem Lüdinghausener Torwart den Ball noch vom Fuß. Danach brauchte Schwegler den Ball nur noch einzuschieben, sodass es mit einer 2:1-Führung in die Pause ging. In der zweiten Halbzeit bekamen die Zuschauer dann Fußballmagerkost präsentiert. Beide Mannschaften taten nicht viel, stellten das Fußballspielen beinahe ein. Selbst die Gäste, die einen Sieg unbedingt gebraucht hätten, riskierten nach vorne kaum etwas. Oftmals fehlten auch die spielerischen Mittel nach vorne. Selm stellte sich jedoch auch nicht viel besser an. Das 3:1 in der Schlussminute durch Jannis Pieper, der an allen drei Treffern der Sportgemeinschaft beteiligt war, setzte den Schlussstrich unter eine insgesamt schwache Fußballpartie.  

Witthoff – Göke, Suer, Pieper, Oguz, Möllenbrink, Kämper (53. Heinrich), Ulrich (65. Markowski), Schwegler, Scharen (78. Dresken), Voßschmidt.

Steffen – Rips, Schwenke, Lips Gückel (50. Remmo), Müller (68. Mangel), Wagner, Juerling,

0:1 Rips (20.), 1:1 Pieper (31.), 2:1 Schwegler (40.), 3:1 Pieper (89.).

„Katastrophal“ – so hat Timy Schütte die Leistung seiner Mannschaft bezeichnet. Die Herberner zeigten sich im gesamten Spiel wenig gefährlich, dafür aber mit vielen Fehlern im Aufbau. „Das ist Moment eines unserer Probleme“, wie Schütte analysierte. Dabei hapere es oftmals vor allem an der Konzentration seiner Spieler. Ein Thema, das auch in den vergangenen Spielen der zweiten Mannschaft des SV Herbern immer wieder aufkam. Im Spiel gegen Fortuna Seppenrade wurden diese Fehler aber bitter bestraft. „Die Tore zum 2:0 (48. Minute), 3:0 (65.) und 4:0 (85.) hätten wir uns auch selbst reinschießen können“, kritisiert Timy Schütte. Missverständnisse und Fehlpässe im Spielaufbau verhalfen dem Gegner aus Seppenrade zum Sieg. „Insgesamt eine katastrophale Mannschaftsleistungen“, so der SVH-Coach.

Aber das spiegele seiner Meinung nach die Mannschaftsleistung im Moment wieder. „Denn so eine Mannschaft wie Fortuna Seppenrade kann und muss man eigentlich schlagen.“ Aber es sei das typische „im Mittelfeld stehen“ – und bemängelte dabei auch die Trainingsbeteiligung. „Wir denken uns ‚Das läuft schon irgendwie‘, dann sind andere Sachen wichtiger als Training und Spiele.“ Dementsprechend werde er beim Training am Dienstag abermals die Probleme ansprechen. „Damit wir die Saison ordentlich zu Ende bringen.“ Schütte appellierte dabei vor allem an den Charakter seiner Mannschaft. „Wir haben die Saison gut begonnen, jetzt wollen wir sie ordentlich zu Ende bringen.“

Janduda – Neuhaus (57. Schwertmann), Schlupp, Hölscher, Adamek, Nathaus, Aschoff, Overs, Klüsener, Brinkmann (75. Hüttermann), Bußkamp

1:0 Katgeli (25. Minute), 2:0 Schulte (48.), 3:0 Katgeli (65.), 4:0 Hülk (85.)

Trotz einer 2:0-Führung muss sie die Zweite des TuS Ascheberg mit nur einem Punkt begnügen. Davensberg erzielte den Ausgleich in der Nachspielzeit.

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