SG Selm und Vinnum streiten um Spielerwechsel

Fußball: Kreisliga

Ärger zwischen den beiden Fußball-Kreisligisten SG Selm und Westfalia Vinnum. Selm hat den wechselwilligen Spielern Erkan Atli und Dennis Barton keine Freigabe erteilt. Bis Dienstagabend mussten sich die Vereine über die Ablöse einigen – das ist nicht geschehen. Jetzt sind sie bis zum Sommer gesperrt. Selm hat an den beiden Akteuren ein Exempel statuiert.

SELM

, 01.02.2017, 17:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Erkan Atli (2.v.l.), hier im Testspiel mit Westfalia Vinnum gegen Preußen Lünen, hat die Freigabe von seinem alten Verein, der SG Selm, nicht bekommen. Er ist jetzt, genau wie Dennis Barton, für sechs Monate gesperrt.

Erkan Atli (2.v.l.), hier im Testspiel mit Westfalia Vinnum gegen Preußen Lünen, hat die Freigabe von seinem alten Verein, der SG Selm, nicht bekommen. Er ist jetzt, genau wie Dennis Barton, für sechs Monate gesperrt.

„Vinnum hat die geforderte Entschädigung nicht gezahlt“, sagte Norbert Hanning, stellvertretender Vorsitzender der SG Selm, der auf die Spieler sauer war: „Wir wollen der ganzen Sache mal Einhalt gebieten. Die Spieler haben ihr Wort gegeben. Es ist eine Unart, sich in der Winterpause einen anderen Verein zu suchen. Ich kann nicht umfallen wie eine Blume im Sturm.“ Anfang Januar hatte Vinnum die beiden Spieler als Neuzugänge vermeldet.

„Norbert Hanning hat uns mitgeteilt, dass sie die Spieler nicht abgeben möchten. Im Nachsatz hieß es aber, dass sie die Freigabe erhalten, wenn wir bereit sind, eine Summe X zu zahlen. Aber das war fernab von Gut und Böse. Das war utopisch“, sagte Vinnums Geschäftsführer Michael Asemann.

„Ich verstehe die Vinnumer nicht. Wenn sie Leute in der Winterpause holen wollen, müssen sie auch tiefer in die Tasche greifen als im Sommer“, sagte Hanning. Um welche Summe es konkret ging, wollten die Beteiligten nicht sagen.

Im Sommer sind die Entschädigungen festgeschrieben. Je nach Ligenzugehörigkeit von abgebendem und Zielverein reicht der Beleg über die Überweisung – und der Verband erteilt die Spielberechtigung für den neuen Klub. Spielen beide Teams beispielsweise in der A-Liga, so wie Vinnum und Selm, beträgt die Ablöse im Sommer 250 Euro pro Spieler. Im Winter-Transferfenster ist das anders. Hier ist die Summe frei verhandelbar. Üblich sind dann Aufschläge. Die doppelte Ablösesumme ist etwa keine Seltenheit.

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Hanning gab an, dass im Fall Dennis Barton auch Investitionen in die Personalie eine Rolle bei der Höhe der geforderten Ablöse gespielt hätten. Er habe eine Schiedsrichterausbildung absolvieren wollen und dafür auch Kursgebühr und Ausrüstung bezahlt bekommen. Die Unkosten wolle die SG Selm wenigstens wieder raushaben. Bei Erkan Atli liegt die Gemengelage etwas anders. Er spielte nach internen Querelen keine Rolle mehr in den Planungen.

Die Folgen für die Spieler: keine Spielberechtigung. „Bei Nichtzustimmung erhält der Spieler in jedem Fall eine Spielberechtigung für Pflichtspiele mit Ablauf von sechs Monaten nach dem letzten Spiel“, heißt es in den Statuten auf der Homepage des Westdeutschen Fußball- und Leichathletikverbandes. Hanning rügte ausdrücklich nur Spieler, die den Verein in der Winterpause verlassen wollen. „Wenn Spieler wie Daniel Koch im Sommer gehen wollen und die Saison ordentlich zu Ende spielen, ist das okay“, sagte Hanning.

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