Strenge Auflagen und „Corona-Beauftragter“: Tennisverband hat Vorschläge für Rückkehr auf den Platz

Coronavirus

Der Tennisverband arbeitet im Hintergrund an Maßnahmen, mit denen zumindest das Training bald wieder hochgefahren werden könnte. Der Katalog liegt der Landesregierung vor.

Selm

, 20.04.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ludger Surholt von der TG Selm - wann geht es für die Tenniscracks zurück auf den Court?

Ludger Surholt von der TG Selm - wann geht es für die Tenniscracks zurück auf den Court? © Jürgen Weitzel

Der gelbe Filzball ist momentan nicht im Einsatz. Aufgrund der Kontaktsperre hat der Deutsche Tennisbund (DTB) alle Mannschaftsspiele bis zum 8. Juni abgesagt. Wie es dann weitergeht, steht noch in den Sternen.

Im Gespräch mit unserer Redaktion berichtete Robert Hampe, Präsident des Westfälischen Tennisverbandes und Mitglied der DTB-Corona-Arbeitsgruppe, über den aktuellen Stand: „Leider war bei der Sitzung der Bund-Länder-Kommission in der letzten Woche der Sport kein Thema. Wir hoffen, dass das beim nächsten Zusammentreffen am 30. April anders sein wird.“

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Bei ihrer letzten Tagung hat die Corona-Arbeitsgruppe des Verbandes sieben Kriterien aufgestellt, unter deren strenger Beachtung die Ausübung des Tennissports möglich erscheint. Beispielsweise muss danach jeder Verein einen „Corona-Beauftragten“ benennen, der sicherstellt, dass die allgemein geltenden Vorschriften, wie der Mindestabstand oder die hygienischen Regelungen, eingehalten werden. Dieser Entwurf wurde sowohl an die Bundesregierung als auch an den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet geschickt.

Einige Bundesländer planen Lockerungen im Freizeitsport

Offensichtlich zeigt der Druck des DTB in einigen Bundesländern, im Gegensatz zu NRW, bereits Wirkung. Der Berliner Regierende Bürgermeister Michael Müller macht Tennisspielern bereits Hoffnung: „Es kann Möglichkeiten geben, Sportarten wie zum Beispiel Leichtathletik oder Tennis wieder zuzulassen.“

Noch weiter geht Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold: „Wenn sich das Infektionsgeschehen weiter so entwickelt, wollen wir den Freizeitsport, der draußen stattfindet, ab dem 4. Mai in Schleswig-Holstein freigeben. Das sind Bereiche wie Golf, Reiten, Tennis und Wassersport.“

Sollte es auch in NRW dazu kommen, hätte der WTV mehrere Szenarien in der Schublade. „Wir sind auf alles gut vorbereitet, aber für uns hat immer noch die Gesundheit der Menschen höchste Priorität“, erklärt Robert Hampe. Ganz unproblematisch ist das aber nicht: Ausländische Spieler in höheren Ligen befinden sich jetzt noch in ihrer Heimat. Dass sie wegen der Reiseeinschränkungen bald anreisen können, ist mehr als unwahrscheinlich.

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