Sturmtief „Sabine“ bringt Flutlichtmasten ins Schwanken: Wie groß ist die Gefahr?

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Nach den Spielausfällen am Sonntag haben die Vereine auch beim Training mit den Windböen zu kämpfen. Aus Sicherheitsgründen verzichten manche sogar komplett darauf, ihre Plätze zu nutzen.

von Carl Brose

Cappenberg, Selm

, 11.02.2020, 17:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachdem das Sturmtief „Sabine“ bereits am Sonntag für den Ausfall von zahlreichen Spielen gesorgt hat, sind nun zum Wochenbeginn auch die Trainingseinheiten der Vereine beeinträchtigt. Die Windböen erschweren dabei das Fußballspielen, bergen darüber hinaus aber auch ein gewisses Sicherheitsrisiko für die Spieler auf dem Platz.

So haben sich die Senioren- und Junioren-Trainer von GS Cappenberg dazu entschieden, am Dienstag nicht zu trainieren und den Platz lieber ruhen zu lassen. „Ich habe mich an unsere Trainer gewandt, mit dem Hinweis, dass ich ein Training auf dem Platz aktuell nicht für sinnvoll halte“, erklärt der Cappenberger Vereinspräsident Thorsten Garber. Nach den stürmischen letzten Tagen seien viele Äste auf den Platz geflogen und dazu sei die Flutlichtmast-Anlage unter dem Einfluss des Windes ziemlich ins Schwanken gekommen. „Das ist das Risiko einfach nicht wert. Bei solchen Bedingungen geht Vorsicht vor“, so Garder.

„Bei extremen Wetterverhältnissen ist es schon richtig einen Sportplatz nicht zu nutzen, wenn es denn nicht unbedingt notwendig ist“, sagt auch Ingo Hase von der Roch Services GmbH. Seit 26 Jahren überprüft das Unternehmen europaweit die Standsicherheit von verankerten Systemen, dazu gehören auch die Flutlichtmasten auf den Fußballplätzen. Eine wirklich akute Gefahr ginge von den Lichtanlagen aber nur unter besonderen Umständen aus. „Gefährlich wird es eigentlich nur bei veralteten Anlagen, die länger nicht mehr gewartet wurden. Es gibt Masten, die sind seit 40 oder 50 Jahren in Betrieb, die können einem Kopfschmerzen bereiten“, so Hase.

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Die Sportanlagen der Region sind allerdings häufig mit dem Bau eines neuen Kunstrasenplatzes auch mit einer neuen Flutlichtanlage ausgestattet worden und sind dementsprechend sicher. Ein gewisses Risiko für das Umstürzen eines Pfeilers entsteht dazu ab einer Windgeschwindigkeit von etwa 100 km/h. Für regelmäßig gewartete Anlagen sogar erst bei Geschwindigkeiten von 150 bis 160 km/h, welche ein außergewöhnliche Wetterlage darstellen. Die Windböen des Sturmtiefs „Sabine“ erreichten in Nordrhein-Westfalen in den Gebirgsregionen eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 137 km/h. Insgesamt wurde die 100er-Marke aber nur stellenweise übertroffen.

„Wenn solche hohen Masten ins Schwanken kommen, sieht es häufig gefährlicher aus, als es tatsächlich ist. Die Masten bestehen aber aus Stahl, was ein sehr gutmütiges Material ist und Kräfte gut verarbeiten kann“, sagt Hase über das Gefahrenpotenzial. Dazu seien sich auch die Vereine und die Kommunen der Risiken bewusst und warten die Anlagen regelmäßig. Doch ein gewisses Restrisiko würde immer bestehen.

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