Trainingsauftakt in Bork: Der neue Trainer André Kracker macht gleich eine Ansage

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André Kracker hat bei seiner ersten Ansprache deutlich gemacht, dass er nicht zum Spaß in Bork ist. Den Klub will er wieder nach oben führen - mit mehr Disziplin und Zusammenhalt.

Bork

, 30.06.2019, 15:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fußball-B-Ligist PSV Bork hat am Sonntagmittag die Vorbereitung auf den Ligastart am 11. August aufgenommen. Zum Auftakt ging es sportlich mit einem Trainingsspielchen locker los. Verbal befand sich André Kracker, der den Absteiger übernommen hat, bei seiner ersten Ansprache auf dem Rasenplatz in Bork aber schon im Vollgas-Modus.

Die Worte waren deutlich, die Kracker fand. „Wir sind hier nicht im Kindergarten“, sagte Kracker zu Diskussionen in einer mannschaftsinternen Whatsapp-Gruppe unter der Woche, die ihn mächtig geärgert hatten. Was er davon hielt: „Ich mache alles mit und bin eine Art Kumpel. Aber so eine Whatsapp-Scheiße mache ich nicht mit.“

Und überhaupt: Trainingsabmeldungen per Whatsapp gehörten ab sofort der Vergangenheit an. „Diese Woche habe ich das noch durchgehen lassen“, sagte er. Auch dass Rostam Osmani erst am Platz auftauchte, als die meisten Spieler schon umgezogen vor der Kabine warteten, und der Angreifer nach einer Begrüßungsrunde dann noch vergaß, seine Tasche mit in den Kabinentrakt zu nehmen, lächelte Kracker noch kopfschüttelnd weg. Das dürfte sich in Zukunft ändern.

André Kracker macht ab Dienstag ernst

Der aus Werne kommende Trainer hat bei der ersten Ansprache direkt klar gemacht, welche Werte er schätzt, und dass er nicht zum Zeitvertreib das Traineramt in Bork übernommen hat. „Ab Dienstag geht es zur Sache. Wir wollen nicht noch so eine Saison erleben wie die letzte. Das Umfeld hier in Bork ist gut. Dem wollen wir ein bisschen etwas zurückgeben. Zuletzt haben wir das Umfeld nicht verwöhnt“, sagte Kracker und bezog das auf die katastrophalen Ergebnisse der Vorsaison, die schließlich in den Abstieg gipfelten. Drei Einheiten pro Woche hat er während der Vorbereitung angesetzt.

Kracker sei Ehrlichkeit wichtig, sagte er der Mannschaft. Lieber teile ihm ein Spieler offen mit, dass er nach einem harten Arbeitstag „keinen Bock auf das Training“ hat, als ihn wenig später an der Eisdiele zu erwischen, obwohl sich der Spieler doch krank abgemeldet hatte.

Trainingsauftakt in Bork: Der neue Trainer André Kracker macht gleich eine Ansage

André Kracker © Sebastian Reith

„Ihr seid jetzt gefragt.“
Trainer André Kracker nimmt die Spieler des PSV Bork in die Pflicht.

Und Kracker richtete sich auch direkt an die Mannschaft: „Schaut nach vorne und packt an. Ich bin entspannt und, was die Qualität angeht, optimistisch. Mein Ziel ist, oben mitzuspielen. Ihr seid jetzt gefragt.“ Das gilt auch für die Organisation rund um das Training. Den beliebten „Kreis“ dürfen die Spieler gerne weiterspielen, müssten dafür aber eher kommen, denn Trainingszeit will Kracker für das Kreisspiel nicht hergeben. Auch fordert Kracker, dass die Mannschaft den Platzaufbau eigenverantwortlich übernimmt. „Wenn kein Ball draußen ist, machen wir halt Training ohne Ball. Ich“, betonte Kracker, „werde keine mit rausbringen.“ Und Kracker will auch Muskelverletzungen vorbeugen, die sich zuletzt gehäuft hätten. Er warnte vor Fußball ohne Aufwärmprogramm: „Ein Muskel braucht 20 Minuten, bis er belastbar ist.“

Trainingsauftakt in Bork: Der neue Trainer André Kracker macht gleich eine Ansage

Die Spieler des PSV Bork liefen sich nach der Ansprache warm. © Sebastian Reith

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