Trotz guter Leistung gab es keine Punkte für GS Cappenberg - Die Ergebnisse

Fußball: Kreisliga

GS Cappenberg verliert trotz guter Leistung mit 1:5 das Spiel gegen Tabellenführer Kamen. Der PSV Bork verliert auch das dritte Spiel in Folge. Die Ergebnisse der A- und B-Ligisten.

von Niklas Hons, Rik Amann, Tim Hübbertz, Hendrik Skirde, Sebastian Reith

Selm, Nordkirchen, Olfen

, 21.10.2018, 21:13 Uhr / Lesedauer: 7 min
Trotz guter Leistung gab es keine Punkte für GS Cappenberg - Die Ergebnisse

Tom Zentgraf (.) unterlag mit GS Cappenberg gegen Kamen mit 1:5. Für GSC war mehr drin im Heimspiel am Sonntag. © Günther Goldstein

Kreisliga A2 Unna-Hamm
GS Cappenberg – TSC Kamen 1:5 (1:1)

„Jetzt steht’s wieder 4:1, obwohl wir gar nicht so viel schlechter sind!“, klang es genervt von der Cappenberger Bank nach dem Gegentreffer zum Zwischenstand.

Und in der Tat: Das Ergebnis passte nicht zum Spielverlauf. Gegen den Tabellenersten aus Kamen hatten sich die Cappenberger wenig vorzuwerfen. Aus Sicht von Trainer Pascal Harder war es spielerisch sogar „das beste Spiel von uns.“

Die Mannschaft ging couragiert in die Zweikämpfe und stellte Kamen besonders in der ersten Hälfte vor gewaltige Probleme: „In der ersten Halbzeit haben wir den Ball überragend laufen lassen. Die Jungs haben genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben“, meinte Harder. Und tatsächlich, die Partie begann mit zwei Mannschaften, die sich gegenseitig wenig Platz zur Entfaltung boten. Beide Teams neutralisierten sich im Mittelfeld. Deshalb kam es in der Anfangsphase kaum zu Strafraumszenen.

Die erste nennenswerte Möglichkeit war dann aber direkt drin: Außenseiter Cappenberg ging nach zwölf Minuten mit 1:0 in Führung. Kevin Klink überwand Tuna Oeztürk mit einem platzierten Schuss ins rechte untere Eck, nachdem sich die Cappenberger vor dem Strafraum sehr gut durchkombiniert hatten. Nach dem überraschenden Führungstreffer hatten die Cappenberger Aufwind und erspielten sich nun einige hochkarätige Chancen. In der 19. Minute kam Jonas Osterkemper nach einer starken Hereingabe frei vor Oeztürk aus zehn Metern zum Abschluss.

Doch der Kamener Schlussmann parierte glänzend. Drei Minuten später hatte Osterkemper die Möglichkeit zur Revanche: Nachdem er selber einen Strafstoß herausgeholt hatte, trat der Gefoulte selber an – und fand ein weiteres Mal in Özkan seinen Meister.

Die Chancenverwertung war eine der wenigen Dinge, die man den Cappenbergern tatsächlich vorwerfen konnte. „Wir hätten 3:0 führen müssen“, stellte Dennis Markowski fest. Doch so bestrafte der Tabellenführer die fehlende Kaltschnäuzigkeit der Hausherren und kam in der 30. Minute nach einem Elfmeter im Nachschuss zum 1:1-Ausgleich.

In der zweiten Hälfte machten es die Kamener dann im Stile einer Spitzenmannschaft und nutzten ihre Möglichkeiten eiskalt aus: In der 55. Minute wurde Schnura im Strafraum geschickt und von Cappenbergs Keeper Philipp Grenigloh zu Fall gebracht: Duman behielt danach beim Elfmeter die Nerven. Tutku Tekkanat erhöhte zwei Minuten später zum 3:1 durch einen perfekt getretenen Freistoß, der unhaltbar über die Mauer flog. Die letzten beiden Tore zum 4:1 und 5:1 blieben dem Kamener Kapitän Denis Celiktas vorbehalten.

Ansonsten blieb das Spiel in der zweiten Hälfte weiterhin umkämpft und spielerisch ausgeglichen. Ohne viele Chancen. Trotz der hohen Niederlage war Pascal Harder dem Spiel sehr viel Positives abgewinnen: „Auf der Leistung können wir trotz Niederlage mehr als aufbauen.“

GS Cappenberg: Grenigloh - Lange, Lohölter, Hane, Osterkemper (70. Becker), Markowski, Klink (46. Stasch), Zentgraf, Felsberg, Harder, Habibivand (78. Eroglu)

Tore: 1:0 Klink (12.), 1:1 Duman (30.), 1:2 Duman (55./Foulelfmeter), 1:3 Tekkanat (57.), 1:4 Celiktas (67.), 1:5 Celiktas (82.)

Bes. Vork.: Osterkemper verschießt Foulelfmeter (22.)

PSV Bork – VfL Kamen 0:5 (0:2)

Nach einem katastrophalen Rückpass auf den Borker Keeper sah dieser nur noch zu, wie Björn Scharfe ihn austanzte und zum 0:4 aus Borker Sicht erhöhte (66.). Das Tor stand sinnbildlich für die gesamte Partie.

„Die persönlichen Fehler brechen uns jedes Mal das Genick“, so der sichtlich niedergeschlagene Trainer des PSV, Markus Kuhn. Der Trainer sowie Kapitän Darius Brüggemann fanden keine Antwort auf die Frage, warum diese persönlichen Fehler so oft zustande kommen. „Im Training ist es gut, ich weiß nicht, ob es die Nervosität ist oder der Druck“, so der ratlose Trainer.

„Wir machen und tun, man weiß auch nicht so wirklich, woran es liegt“, sagte Kapitän Brüggemann. Für ihn sei es jedoch nicht die Nervosität, die entscheidend für die individuellen Fehler ist, sondern die Unsicherheit der gesamten Mannschaft. „Es muss Klick machen, dass man im Abstiegskampf mehr als 100 Prozent gibt“, sagte Brüggemann.

„Wir sind gut reingekommen ins Spiel, wir haben Druck gemacht, 20 bis 25 Minuten sah das ganz gut aus“, sagte Kuhn. Der erste individuelle Fehler im eigenen Sechzehner führte zu einem Strafstoß und dem 0:1 für Kamen durch Kevin Pasternack (39.). „Wir dürfen uns nicht so leicht ergeben, das geht nicht“, kritisierte Kuhn seine Mannschaft. Der Kapitän konnte ihm da nur zustimmen. „Dann lassen wir die Köpfe hängen und das ist nicht gut.“

Kurios: Doppeltorschütze Scharfe hat Bork vor zwei Jahren, damals noch bei Unna, durch ein Tor den Aufstieg in die Bezirksliga vermasselt. „Dienstag müssen wir mit der Mannschaft darüber sprechen, dass man sich so nicht präsentieren darf“, so Kuhn.

PSV Bork: Stember - Buccini, Kuhn, Schickentanz, Brüggemann, Fischmann (54. Kramzik), Osmani, Berndt (54. Schidlauske), Schubert, Radtke, Zander (65. F. Köppeler)

Tore: 0:1 Pasternack (39./Foulelfmeter), 0:2 Ellerkmann (42.), 0:3 Scharfe (55.), 0:4 Scharfe (66.), 0:5 Ellerkmann (68.)

Kreisliga A2 Recklinghausen
Vinnum – Genclikspor 0:7 (0:3)

„Katastrophal“, resümierte Spieler Michael Asemann nach dem Spiel, „mehr fällt mir dazu eigentlich nicht ein.“ Das trifft den Nagel ziemlich genau auf den Kopf, denn was Vinnum gegen die zu jeder Zeit überlegenen Recklinghäuser anbot, war anders nicht zu beschreiben.

Bereits nach einer Viertelstunde stand es 0:2 aus Sicht der Hausherren. Süleyman Demirci und Turgul Kurt hatten in der 12. und 13. Minute bereits die ersten beiden Treffer erzielt. Da passt es ziemlich gut ins Bild, dass die beste Chance der Vinnumer in Durchgang eins eine Ecke war, die Genclikspor-Keeper Vedat Sahin beinahe durch seine Hände ins eigene Tor rutschen ließ (38.).

Quasi mit dem Pausenpfiff fingen die Gastgeber sich den Gegentreffer zum 0:3 nach einer Ecke. Torschütze war Innenverteidiger Nils Weber. „Wir sind im Moment nicht konkurrenzfähig“, sagte Trainer Frank Bidar. Damit sollte er recht behalten, denn nach der 0:4-Niederlage letzte Woche gegen die Spielvereinigung Herten gab es also die nächste Packung für die Schwarz-Gelben.

Im zweiten Durchgang bot sich dasselbe Bild wie in der ersten Hälfte. Ein Spiel in eine Richtung, nämlich in die Richtung von Lukas Witthoff, dem Keeper der Vinnumer. Wenig überraschend also der vierte Gegentreffer in der 48. Spielminute durch Gökhan Timürlenk, der nach Zuspiel von Kadir Keter nur noch einschieben musste. Die wohl bezeichnendste Szene für das Vinnumer Spiel ereignete sich nach knapp einer Stunde, als Juri Lebsack seinen Mitspieler Yusuf Demir bei einem Freistoß anschoss und somit die Chance auf einen Angriff verschenkte.

„Wir machen momentan zu viele individuelle Fehler im Defensivbereich, die sich dann wie eine Kette durch die ganze Mannschaft ziehen“, meinte Bidar nach der Partie. Auch Asemann sah „heute keine Mannschaftsleistung“ von seinem Team.

In der 73. Minute dann der nächste Streich der Gäste aus Recklinghausen. Erneut war es Süleyman Demirci, der auf 0:5 aus Sicht der Vinnumer stellte.

Kurze Zeit später war dann auch das halbe Dutzend voll. Dieses Mal war es Kapitän Yakup Köse, der per Elfmeter zum 0:6 traf. Vorausgegangen war ein Foul von Arnd Forsmann an Turgul Kurt (75.). Den Schlusspunkt einer desolaten Vinnumer Partie setzte dann erneut Genclikspor-Torjäger Demirci, der den 0:7-Endstand erzielte (80.).

Vinnum: Witthoff - Wessels (30. Wendel), Asemann, Olfens, Yavuz (71. Meeßen), Demir, Voßschmidt, Forsmann, Atli (46. Cengiz), Lebsack, Görlich

Tore: 0:1 Demirci (12.), 0:2 Kurt (13.), 0:3 Weber (45.), 0:4 Timürlenk (48.), 0:5 Demirci (73.), 0:6 Köse (75./Foulelfmeter), 0:7 Demirci (80.)

Kreisliga A2 Ahaus/Coesfeld
ASC Schöppingen – SuS Olfen 3:0 (1:0)

Man könnte es auch anders drehen: Es ist nichts passiert. Olfens Patzer beim ASC Schöppingen, der aus der parallelen Staffel A1 vor Saisonbeginn in die Kreisliga A2 Ahaus/Coesfeld umgruppiert worden war, blieb ohne schwere Folgen in der Tabelle. Nach wie trennen beide Teams einen Punkt vor dem Topspiel der Liga kommenden Sonntag in Olfen (15 Uhr, Hoddenstraße).

„Daran sieht man, dass wir jedes Spiel da sein müssen“, sagte Olfens Trainer Michael Krajczy zur zweiten Saisonniederlage. Nach vier Siegen in Serie guckte man in Olfen auch nach Osterwick, der mittlerweile in der Kreisliga Olfens einziger echter Titelkonkurrent geworden ist. Vor zwei Wochen hatte Osterwick schon in Schöppingen verloren, wo es nun auch den SuS erwischte. Überraschender war am Sonntag aber Osterwicks Niederlage gegen Grün-Weiß Nottuln II. Der Tabellen-13. bezwang die Osterwicker auch noch in Osterwick mit 3:2 und drehte das Spiel in der Schlussphase. Erst in der 82. Minute war Osterwick in Führung gegangen. In der 87. Minute und der dritten Minute der Nachspielzeit traf Nottuln.

Der SuS fand seinerseits nie richtig ins Spiel. „Es war viel Unruhe und Hektik auf dem Platz“, sagte Trainer Michael Krajczy. Nach 332 Olfener Minuten ohne Gegentor musste Christian Götz wieder hinter sich greifen – der Strafstoß von Nils Kröger zum 1:0 für Schöppingen war drin. Die eigene Chancenverwertung war auch nicht gut. „Wenn wir jetzt noch spielen würden, dann hätten wir immer noch kein Tor geschossen“, sagte Krajczy im Telefonat um 19.30 Uhr – Anpfiff war um 15 Uhr gewesen.

Olfen holte sich zehn Minuten vor dem Abpfiff noch eine Ampelkarte ab. Lars Meier sah nach einem Foul Gelb-Rot und fehlt Olfen damit im Spitzenspiel am kommenden Sonntag. Michael Krajczy: „Da muss er cleverer sein.“

SuS Olfen: Götz - Brüggemann, Maikötter, Potthoff, Brüse, Zyla, Wilhelm (85. Bork), Böttcher, Meier, Mählmann, Czempik (66. Jesussek)

Tore: 1:0 Kröger (16./Foulelfmeter), 2:0 Figueiredo (60.), 3:0 Kröger (88.)

Gelb-Rote Karte: Meier (81., Foul)

Kreisliga B3 Münster
SG Selm – Werner SC III 5:1 (2:0)

Selm begann das Spiel mit viel Leidenschaft und Zug zum Tor. Daher dauerte es auch nur knapp eine Viertelstunde, bis Dennis Dias die Selmer mit seinem Tor in Führung brachte. Knappe fünf Minuten später fiel Dias, nach einem geblockten Abschluss von Alexander Schwegler, der Ball vor die Füße. Dias schob ein und baute mit seinem zweiten Tor die Selmer Führung aus. „In der ersten halben Stunde haben wir sehr guten Fußball gespielt und kaum Chancen zugelassen“, sagte der Selmer Trainer Deniz Sahin.

Nach etwas mehr als 30 Minuten kamen die Werner dann zu ihrer größten Chance auf den Anschlusstreffer. Ein Freistoß von Janis Leenders fand den Kopf von Michael Aschoff, der nur knapp am linken Pfosten vorbei köpfte. „Nach der 2:0-Führung hatten wir ein paar Fehlpässe“, sagte Sahin.

Kurz nach der Pause waren es aber wieder seine Selmer, die zu Torabschlüssen kamen, wie Schwegler mit einem starken Kopfball, den Wernes Torwart nur noch mit den Fingerspitzen über die Latte lenken konnte. „Die Mannschaftsleistung hat heute gestimmt“, sagte Schwegler.

In der 60. Minute war es dann Aschoff, der nach einem Solo das Anschlusstor für Werne erzielte. „Nach dem Gegentor kann es noch mal gefährlich werden“, sagte Sahin.

Daniel Ulrich erlöste die Selmer dann 20 Minuten vor Schluss, als er nach einem Konter zum 3:1 traf. Von nun an spielte Selm befreit auf. Paul Ulrich traf sieben Minuten nach seinem Bruder zum 4:1. „Heute hat einfach alles gepasst“, sagte Schwegler. Zehn Minuten vor dem Ende traf Marcel Seidel nach einem Querpass von Andre Zolda zum 5:1-Endstand. „Wir hatten heute sehr schön rausgespielte Tore“, sagte Sahin.

SG Selm: Böckenbrink - P. Ulrich, Blecher, May, Kämper, Lütjann, Zolda, Schwegler, Konietzni, Rutkovski, Dias - D. Ulrich, Dresken, Seidel

Tore: 1:0 Dias (15.), 2:0 Dias (22.), 2:1 Aschoff (60.), 3:1 D. Ulrich (69.), 4:1 P.Ulrich (76.), 5:1 Seidel (80.)

SV Südkirchen - TuS Saxonia Münster

Der Fußball-B-Ligist SV Südkirchen gewann am Sonntag vor heimischen Publikum mit 2:1 gegen den TuS Saxonia Münster. In diesem kuriosen Spiel fiel das entscheidende Tor erst in der letzten Sekunde. „Es war heute eine tolle Mannschaftsleistung“, sagte Südkirchens Trainer Stephan Kriesinger.

Marvin Schulz erlöste Südkirchen erst in der zweiten Minute der Nachspielzeit, als er zum 2:1 traf. „Danach gab es natürlich einen ausgelassenen Jubel“, sagte Kriesinger nach dem Spiel. Das Kuriose an diesem Spiel waren jedoch die Tore zum 1:0 und 1:1. Paul Schmidt bekam zuerst eine Fair-Play-Aktion nicht mit und traf zum 1:0. Im Gegenzug ließen die Südkirchener Saxonia Münster ein Tor schießen.

SV Südkirchen: Mayr - Schulte, N. Dornhege, Bauhaus, Appel, Löchter, Lammers, Schmidt, R. Schulz, Holtrup, M. Schulz (R. Dornhege, Wagener)

Tore: 1:0 Schmidt (32.), 1:1 Haberthal (32.), M. Schulz (90.+2)

Ottmarsbocholt – SC Capelle 5:1 (3:0)

Benedikt Reckmann, Trainer und mangels Personal auch wieder Torwart der Capeller, sah aber gute Ansätze. Gerade die zweite Hälfte sei sehr gut gewesen. „Wir sind sofort gut reingekommen und haben uns Chancen erarbeitet“, sagte Reckmann. Fabian Steinhoff erzielte auch den Anschlusstreffer für Capeller. „Es ist schön, dass eine neue Eckstoß-Variante auch direkt zum Tor geführt hat“, so Reckmann, der zwei Elfmeter von Daniel Beutel nicht parieren konnte. „Die Ecke hatte ich geahnt, aber ich bin nicht drangekommen“, sagte Reckmann zum Strafstoß in Halbzeit zwei.

SC Capelle: Reckmann - Logan, Schindelar, Wittkamp, Reher, Hüser, Kixmöller, Kaiser, Walter, Steinhoff, Peters - Küper, Alkan, Gumprich

Tore: 1:0 Beutel (18./Foulelfmeter), 2:0 Overbeck (34.), 3:0 Welp (40.), 4:0 Beutel (50./Foulelfmeter), 4:1 Steinhoff (55.), 5:1 Wiegert (84.)

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