Vereine sehen schwarz und äußern Zweifel am Sparkonzept

SELM Eine gut zweistündige Diskussion mit Vertretern der Selmer Sportvereine, die von Hartmut Reikow vom Stadtsportverband geleitet wurde, endete am Donnerstagabend im Selmer Hof mit der Absprache, einen Brief an die Stadt Selm und die Fraktionen im Rat zu schreiben. Es geht um einen Protest.

von Von Heinz Krampe

, 24.10.2008, 17:44 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hartmut Reikow leitete die Sitzung am Donnerstag.

Hartmut Reikow leitete die Sitzung am Donnerstag.

Im Brief kommt zum Ausdruck, dass die Vereine mit dem vorgelegten Zahlenmaterial im Maßnahmenkatalog nicht einverstanden sind. "Die Zahlen können nicht stimmen", waren sich die Anwesenden einig.

Nach Vorlage der gewünschten Zahlen wollen sich die Vereine erneut zusammen setzen, um zu prüfen, welche Konzepte entwickelt werden können. "Dazu brauchen wir auch etwas Zeit", erwarten die Vereine, ähnlich wie für die Interessengemeinschaft Freibad, einen angemessenen Zeitrahmen. Hintergrund der heftigen Diskussionen waren die im Raume stehenden Einsparmaßnahmen, beziehungsweise die von den Vereinen zu zahlenden Nutzungsgebühren, die auf rund 100.000 Euro beziffert werden.

Der PSV Bork rechnet mit 17.000 Euro Kosten

Dadurch kämen erhebliche Kosten auf die Vereine zu, die nicht zu erbringen seien. Auf den PSV Bork kämen beispielsweise 17.000 Euro zu, aber auch niedrigere Kosten von 7000 bis 8000 Euro seien für viele andere Vereine nicht tragbar und zu erbringen. Unverständnis und erhebliche Zweifel wurden an die im Katalog aufgeführten Zahlen für den Schwimmbadbereich geäußert. Der Betrag von 30.000 Euro sei einfach nicht zu stemmen und könne auch nicht stimmen.

"Wenn es zu keiner akzeptablen Lösung kommt müssen wir die Vereine dicht machen", war die einhellige Meinung der zahlreich vertretenen Vereinsvertreter. Am 6. November berät der Rat der Stadt über die vom Sparbeauftragten Mutter vorgelegten Maßnahmen.

"Wir haben doch schon jetzt strukturelle Probleme" Welche Probleme dann in Selm entstehen würden, wenn 3000 Jugendliche nicht mehr von den Vereinen betreut werden, wäre kaum abzusehen, so das Fazit der Versammlung. "Wir haben doch schon jetzt in Selm strukturelle Probleme", führte ein Vereinsvertreter an. "Wer hat die Schieflage im Stadthaushalt zu verantworten und warum hätte man nicht schon früher entgegen gewirkt?", waren Fragen, die im Raum stehen blieben.

Viele Vereinsvertreter sehen der Ratssitzung am 6. November mit großer Spannung entgegen und wollen an dieser Sitzung, die um 14 Uhr in der Burg Botzlar stattfindet, als Gäste teilnehmen.

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