Warten im Lockdown: So planen Sportvereine in der Region die Zeit nach der Pause

rnCoronavirus

Wie es nach dem 30. November für den Amateursport weitergeht, kann zwei Wochen nach Start des Lockdown-Light nur spekuliert werden. Trotzdem machen sich die Klubs Gedanken darüber, was passieren kann.

Selm, Olfen

, 19.11.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Mehr als zwei Wochen ist ein Teil der Sportwelt nun im Lockdown-Light, der am 28. Oktober von Bund und Ländern festgesetzt wurde. Während der Amateursport ruht, geht es in den Profiligen mit dem Spielbetrieb und strengen Auflagen weiter. Nach einem erneuten Corona-Gipfel an diesem Montag (16.11.) sind erst einmal keine neuen verpflichtenden Beschränkungen beschlossen worden.

Es wurde erneut an die Bevölkerung appelliert, unter anderem seine Kontakte drastisch zu beschränken. Einen Plan für den anstehenden Winter und den Jahreswechsel soll es dann kommende Woche geben.

Die Sportvereine im Verbreitungsgebiet müssen also weiter abwarten, ob sie nach dem 30. November wirklich wieder mit ihren Mannschaften in der Halle oder auf dem Sportplatz trainieren können. Ob und wann wieder in Spielbetrieb gestartet werden kann, ist ebenfalls ungewiss. Der Handballverband Westfalen, der Westfälische Basketballverband sowie der Westdeutsche Volleyballverband haben sich bereits auf das kommendes Jahr verständigt. Und der FLVW hat nun ebenfalls 2021 als Wiederaufnahme der Saison angepeilt.

Dietmar de Sacco, Geschäftsführer des PSV Bork, sollte also recht behalten, als er Anfang November die Vermutung äußerte, dass dieses Jahr wohl kein Fußball mehr im Amateurbereich gespielt wird.

Normale Saison ist nicht in Sicht

Wenn sich Michael Scholten, Vorsitzender der Handballabteilung des SuS Olfen die aktuellen Zahlen anschaut, geht er davon aus, dass der Lockdown-Light auch nach dem 30. November noch nicht sein Ende gefunden hat. Dann müsse sich der Handballverband Westfalen aber auch überlegen, was man grundsätzlich mit der Saison macht.

„Ich kann mir vorstellen, dass das gecancelt oder so auf Sparflamme gespielt wird, sodass es keine Auf- und Abstiege gibt“, so Scholten. In den unteren Ligen sei diese Umsetzung ein wenig einfacher als beispielsweise in der Ober- und Landesliga, wo es auch um Geld geht.

Der Westdeutsche Tennisverband (WTV) beispielsweise hat sich auf seiner Internetseite bereits zu diesem Thema geäußert. Alle abgesagten Spiele im November sollen nicht nachgeholt werden und es werde ohne Auf- und Aufstiege gespielt.

Bei der TG Selm hofft man aktuell noch auf einen eingeschränkten Spielbetrieb in der Wintersaison. Die Zahl der Infizierten löst im Verein jedoch die Befürchtung aus, dass die Realität am Ende anders aussieht, so der Geschäftsführer Klaus Uwe Sarg. Vom WTV heißt es dazu: Die Saison soll ab dem Zeitpunkt starten, wenn es von der Regierung wieder erlaubt ist.

Noch keine Pläne für Ende des Lockdown-Light

Die Verantwortlichen sind sich aber einig: Wenn sie wieder dürfen, dann soll es mit dem Training - alles auf freiwilliger Basis - auch weitergehen. Ein genaues Konzept, wie die Wiederaufnahme genau aussieht, gibt es beim PSV Bork aber noch nicht. „Wir haben in den letzten Monaten gelernt, dass Pläne aufstellen schön und gut ist, aber die Politik alles relativ schnell wieder eindampfen kann. Außerdem ist jede Situation speziell und ein Plan nicht übertragbar“, erklärt De Sacco.

Die Fußballer des PSV Bork hatten in der letzten Oktoberwoche mit dem Training begonnen und mussten drei Tage später die Einheiten durch den Lockdown-Light wieder abbrechen.

Jetzt lesen

Ein wenig Hoffnung für den Tennissport könnte nun die Überarbeitung der Corona-Schutzverordnung des Kreises Unna (gültig ab 10. November) bringen. Dort hat man den Begriff Individualsport präzisiert und fasst auch Tennis darunter. Jedoch gilt das nur für Outdoor-Aktivitäten. Alle Sportarten in einer Halle bleiben weiterhin verboten.

Somit bringt die Neuerung für die TG Selm keine positiven Konsequenzen mit sich. Denn die sieben Außenplätze auf der vereinseigenen Anlage sind bereits winterfest gemacht, die Netze nicht mehr bespannt und die Linienbänder mit Steinen ausgelegt.

Keine einheitliche Lösung im Tennissport

Den Geschäftsführer der TG Selm stört besonders die uneinheitliche Lösung, da in einigen Bundesländern der Individualsport auch in geschlossenen Räumen erlaubt ist. „Es wäre gut, wenn wir wenigstens wieder teilweise öffnen können. Denn da hängt auch viel Geld mit dran“, erklärt Sarg.

Die Kosten, die für die Tennishalle in Selm anfallen, müssten nämlich auch trotz der Schließung gezahlt werden. „Wir sind aktuell schon gebeutelt. Und falls das noch sehr lange so weiter geht, werden wir Schwierigkeiten bekommen.“

Bei der TG Selm denkt man trotz der aktuellen Lage aber bereits über den Jahreswechsel hinaus. Denn bald müssten die Mannschaften gemeldet werden, die in der kommenden Sommersaison antreten und auch die Trainer seien dabei, ihre potenziellen Stunden zu planen, so Klaus Uwe Sarg.

Grundsätzlich müssen die heimischen Sportvereine nun bis zum nächsten Corona-Gipfel in der kommenden Woche warten und hoffen, dass es positive Nachrichten für den Amateursport gibt.

Lesen Sie jetzt