Was es bei einem Transfer alles zu beachten gibt

Fußball

Das Transferkarussel dreht sich – doch dabei gibt es einige Hürden zu überwinden. Was genau bedeutet der Stichtag für Abmeldungen? Wie hoch sind die Ablösen - und wer kontrolliert das? Wir erklären hier die wichtigsten Fragen und Antworten zu den Vereinswechseln.

SELM

, 30.06.2017, 12:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Was es bei einem Transfer alles zu beachten gibt

Marvin Schuster wechselt vom PSV Bork zum Bezirksligisten BV Brambauer. Für ihn steht dem PSV Bork eine Ausbildungsentschädigung von 375 Euro zu. Stimmt Bork dem Wechsel nicht für weniger Geld zu, ist der Spieler für drei Monate gesperrt.

Der 30. Juni war der Stichtag für Abmeldungen. Was genau bedeutet das?

Wer den Verein wechseln will, muss seine Spielberechtigung bei seinem alten Klub abmelden. Grundlage dafür sind die Ordnungen des DFB und FLVW. Das funktioniert mittlerweile hauptsächlich online. Der alte Verein muss dann den Spielerpass herausgeben, entweder an den Verband, den Spieler oder den neuen Verein.

Muss der alte Verein den Pass herausgeben?

Ja, muss er, hat dafür aber zwei Wochen Zeit – man spricht von der 14-Tage-Frist. Allerdings wollen die meisten Vereine eine Ablöse, im Amateurfußball sogenannte Ausbildungsentschädigungen, erhalten, die ihnen zusteht. Gibt der Verein den Pass nicht heraus, verliert er das Recht auf diese Ablöse.

Wer kontrolliert die Ablösen?

Der Pass ist sozusagen das Pfand für eine Ablöse. Der abgebende Verein kann den Pass also innerhalb der 14 tägigen Frist an den Verband schicken. Dieser leitet den Pass dann an den neuen Verein weiter, wenn dieser nachweist, dass er die Ablöse bezahlt hat, oder wenn der alte Verein seine Zustimmung zum Wechsel gibt.

Wie hoch sind die Ablösen?

Das ist von der Liga abhängig, in der die ersten Mannschaften der Vereine spielen, und vom Verband für den Sommer festgesetzt: 2500 Euro in der Oberliga, 1500 Euro in der Westfalenliga, 750 Euro in der Landesliga, 500 Euro in der Bezirksliga und 250 Euro den Kreisligen. Wechselt ein Spieler von einer niedrigen in eine höhere Liga , wird der höhere Wert fällig. Beispiel: Marvin Schuster ist von Kreisligist Bork zum Bezirksligisten Brambauer gewechselt – Bork steht also eine Entschädigung von 500 Euro zu, was übrigens verhandelbar ist.

Wie hoch ist die Ablöse, wenn ein Spieler von einer höheren in eine niedrigere Liga wechselt?

Dann liegt die Ablöse bei einem Mittelwert. Fallbeispiel Rajko Milinkovic: Er kommt von einem Bezirksligisten Brambauer (500 Euro) zum Kreisligisten SG Selm (250 Euro). Die Mitte liegt bei 375 Euro.

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Kann die Ablöse variieren?

Ja, kann sie: Steigen, wenn Jugendarbeit beim neuen Verein fehlt, wenn Spieler unter 21 Jahre alt sind und drei Jahre bei ihrem Verein waren. Sinken, wenn ein Spieler nur ein Jahr bei seinem Verein war. Ablösefrei ist ein Spieler, wenn er ein halbes Jahr kein Spiel mehr bestritten hat.

Was passiert, wenn ein Verein die Ablöse nicht bezahlt?

Dann ist der Spieler gesperrt – und zwar für drei Monate. Ab Oktober wäre der Spieler dann spielberechtigt.

Können Spieler noch wechseln, obwohl sie sich nicht zum 30. Juni abgemeldet haben?

Ja, wenn der neue Verein sie bis zum Ende der Transferperiode (31. August) zum Berufsspieler macht. Die Mindestvergütung liegt bei einem Vertragsspieler bei 250 Euro pro Monat mit einer Mindestlaufzeit von einem Jahr.

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