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Wegen Hitzewelle: Olfens Leichtathleten verlegen Trainingseinheiten auf 5.30 Uhr morgens

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In Deutschland könnte es im Juni über 40 Grad heiß werden. Zum ersten Mal seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Die Sportvereine gehen damit völlig unterschiedlich um.

von Nico Ebmeier

Nordkirchen, Selm, Olfen

, 25.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Lauftraining um 5.30 Uhr und danach frisch geduscht noch in den Schulunterricht oder gar eine ganze Woche trainingsfrei? Während in der Schule ab einer Temperatur im Klassenzimmer von 27 Grad Celsius das beliebte „Hitzefrei“ ausgesprochen werden darf, ist besonders bei der Leichtathletikabteilung des SuS Olfen an Trainingsausfall kaum zu denken.

Deutsche Jugendmeisterschaften stehen vor der Tür

„Wir stehen kurz vor den Deutschen Leichtathletik-Jugendmeisterschaften. Da können wir es uns nicht leisten, eine Woche nicht zu trainieren“, erklärt Bernhard Bußmann, Vorsitzender des SuS Olfen und Trainer. Am 6. und 7. Juli finden in Bremen die Deutschen Meisterschaften für die U16-Sportler statt. Ende Juli geht es dann in Ulm für die U18- und U20-Leichtathleten zur Sache.

Um keine Zeit zu verschwenden, greift der SuS nun zu ungewöhnlichen Trainingsmethoden: „Ich bin heute Morgen gegen 5.30 Uhr mit Luca-Lynn Faßbender und Marie Gövert zehn Kilometer gelaufen. Da waren es nur 21 Grad und das war sehr angenehm“, so Bußmann. Eigentlich hatte er seinen beiden Ausdauerläuferinnen 6 Uhr vorgeschlagen, doch die Sportlerinnen wollten noch genügend Zeit haben, um sich vor der Schule noch „hübsch zu machen“, scherzte der Trainer.

10 Kilometer laufen und dann zur Schule

„Das macht richtig Spaß. Es ist schön kühl, ich kann mit dem Fahrrad nebenher fahren und die Zeit stoppen und sie danach entspannt in die Schule bringen“, beschreibt der Vorsitzende. So könnten die beiden nach der Schule beispielsweise nachmittags noch mit ihren Freunden ins Freibad gehen.

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Die anderen Sportler beim SuS trainieren erst abends nach 18 Uhr, wobei „es da auch immer noch ordentlich warm ist“, weiß auch Bußmann. Grund dafür ist, dass Wettkämpfe auch trotz des Wetters natürlich durchgezogen würden. „Ich kann mich noch sehr gut erinnern, dass wir letztes Jahr bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Rostock auch knapp 35 Grad hatten. Das gehört eben auch zu unserem Sport. Aber alle, die bei so einem Wettkampf antreten, trainieren vier oder fünf Mal in der Woche und sind auf diese Bedingungen bestens vorbereitet“, sagt der Leichtathletik-Funktionär.

33 Grad ist die Grenze

Auch wegen der höherklassigen B- und C-Junioren beim SuS Olfen ist auch bei den Fußballern nicht an trainingsfrei zu denken. „Diese Zeit nach Serienende ist enorm wichtig. Die Mannschaften kommen aus unterschiedlichen Jahrgängen und müssen sich kennenlernen. Ich habe am Montagnachmittag beispielsweise Jugenden trainieren sehen“, sagt Bußmann, der sogar eine Temperaturgrenze festlegt: „Im Winter sagen wir, dass es unter minus 10 Grad keinen Sinn macht, zu trainieren. Im Sommer liegt diese Grenze wohl bei etwa 33 Grad.“ Für die Hallensportler vom Hand- und Volleyball bestehe generell kein Grund, das Training ausfallen zu lassen.

Fußballer genießen die Sommerpause

Bei den Jugendfußballern der JSG Nordkirchen/Südkirchen/Capelle geht man an dieses Hitzeproblem ganz anders ran. „Es ist ja sowieso gerade Sommerpause und deswegen trainiert in dieser Zeit gar keiner“, erklärt Raphael Lachmann, stellvertretender Jugendleiter bei der JSG. „Für die Kleinen ist es viel zu gefährlich, bei diesen Bedingungen zu spielen und generell fangen wir erst Ende Juli mit der Vorbereitung im Grundlagenbereich an. Die älteren A- und B-Junioren beginn Mitte Juli.“ Da es aber auch dann sicher noch warm sein könnte, weist der Verein „alle Trainer auf die Gefahren der Hitze natürlich hin. Jeder Trainer muss selbst entscheiden, ob er das seinen Spielern zutraut.“

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