Wilhelm sticht bei der 2:4-Niederlage heraus

Abstieg Ende April?

Die Gefühlswelten nach dem Schlusspfiff in Haltern am Sonntag waren unterschiedlich. Halterns Reserve hat am Donnerstag im Nachholspiel die Chance auf die Tabellenspitze. Olfen droht nach zwei Jahren in der Fußball-Bezirksliga der Abstieg. Beim SuS regiert noch das Prinzip Hoffnung.

OLFEN

, 10.04.2017, 17:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wilhelm sticht bei der 2:4-Niederlage heraus

Julian Wilhelm (M.), hier gegen den SV Gescher im Einsatz, liefert ein gutes Spiel auf der sechs ab. „Das war nicht schlechter als die, die dort bisher gespielt haben“, sagte Trainer Andreas Brüse.

Mit einem lang gezogenen „Nöööö“ quittierte Olfens Trainer Andreas Brüse die Frage nach Resignation beim Tabellenletzten. Zwar seien viele Spieler geknickt gewesen, weil individuelle Fehler zu den drei Gegentoren führten, aber: „Wir waren mit der Leistung ja zufrieden“, sagte Brüse und sprach von einem „Lernprozess“. Olfen zahlte beim abgezockten Tabellenzweiten in der Tat Lehrgeld. „Mit der Elf hatte man eigentlich etwas ganz anderes erwartet. Wir dürfen die Punkte nicht noch abgeben“, kritisierte auch Brüse, der wegen Personalnot A-Junioren aufbot.

Olfen hat jetzt sieben Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Bei sechs Spielen, die noch ausstehen, benötigt Olfen Siege, Siege, Siege. „Wir verschließen nicht die Augen davor. Es hilft uns ja nicht, wenn wir Merfeld noch packen. Wir müssen auch den vor Merfeld packen“, sagte Brüse weiter. Dabei könnte es im schlimmsten Fall schon am übernächsten Spieltag, also noch im April, soweit sein – und Olfen muss den Gang zurück in die Kreisliga antreten.

Euphorie beim Doppeltorschützen

Überzeugt hatte im Mittelfeld ein Nachwuchsspieler. „Julian Wilhelm hat eine Superpartie gemacht“, sagte Brüse. Die Leistung sei so gut gewesen, dass Brüse überlegen müsse, „ob wir ihn nicht nächstes Spiel wieder von Beginn an bringen müssen“, obwohl dann die altbewährten Stammkräfte aus dem Urlaub zurück sind. Wilhelm übernahm Verantwortung und verwandelte den Elfmeter. „Er hat Potenzial auf der Sechs“, sagte Brüse. Auch Marvin Böttcher, der am Sonntag die Kapitänsbinde trug, erhielt ein Sonderlob. Tor gemacht, Elfmeter rausgeholt, Mannschaft geführt – alles gut.

Marian Göcke dagegen, Torschütze zum 2:2 und 3:2 für den TuS Haltern war am Montag im Interview mit den Kollegen der „Halterner Zeitung“ euphorisch. „Als ich gehört habe, dass es noch fünf Minuten sind, wusste ich, dass wir noch eine Chance bekommen. Wir haben alle dran geglaubt, noch den Siegtreffer machen zu können“, sagte Göcke über seinen Treffer zum 2:2. In der Nachspielzeit machte Göcke seinen Blitz-Doppelpack binnen vier Minuten perfekt. „Das war die pure Ekstase. Ich habe vorher noch nie so einen Quatsch gemacht und mir das Trikot ausgezogen, aber diesmal brauchte ich ein Ventil. Da ist das Trikot dann geflogen, auch wenn das eigentlich überhaupt keinen Sinn macht“, sagte er.

Die Rote Karte gegen Sören Neugebauer sortierte Brüse als vertretbar ein. „Ich hätte sie auch gegeben. Es ist kein Ball da und er kommt von hinten. Da sagt man im Fußball, dass es Rot ist“, so Brüse. Er hegte gestern die Hoffnungen, dass Neugebauer durch die Osterpause nicht viele Spiele verpasst. Staffelleiter Horst Dastig will das Strafmaß unter der Woche bekannt geben.

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