Wüste Schlägerei nach B-Ligaspiel in Lüdinghausen

Fußball: Kreisliga B

Mit Flaschen und Regenschirmen sollen Amateurfußballer am Sonntag nach der Kreisliga-B-Begegnung der zweiten Mannschaft von Westfalia Vinnum bei Union Lüdinghausen III aufeinander losgegangen sein. Bei den Handgreiflichkeiten gab es wohl vier Verletzte. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung.

VINNUM/LÜDINGHAUSEN

04.05.2015, 13:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kurz das Sportliche: 1:2 hat die zweite Mannschaft von Westfalia Vinnum am Sonntag ihr Kreisliga-B-Spiel bei Union Lüdingausen III verloren.

Das Ergebnis ist aber nicht das, was den Verantwortlichen auf Vinnumer Seite Magenschmerzen bereitet: Mit Flaschen und Regenschirmen sollen drei Vinnumer, darunter wohl auch Spieler der Reserve, nach dem Spiel auf Akteure Lüdinghausens losgegangen sein. Sie sollen in die Kabine der Heimmannnschaft eingedrungen sein, berichtete Lüdinghausens Trainer Jürgen Behler den Westfälischen Nachrichten am Sonntag.

Polizei will drei Verdächtige vorladen

Vier Unioner mussten demnach verletzt ins Krankenhaus. Einer soll sich eine Nierenquetschung zugezogen haben. Als die Polizei gegen 17.50 Uhr, also mehr als eine halbe Stunde nach Spielschluss, am Fußballplatz in Lüdinghausen ankam, flüchteten die Angreifer.

„Es handelt sich um drei Täter, deren Namen uns bekannt sind. Einer von ihnen hatte wohl noch ein Trikot an. Daher gehen wir davon aus, dass es sich um einen Spieler handelte“, erklärt Ralf Storcks, Pressesprecher der Kreispolizei Coesfeld. „Wir werden sie nun vorladen und ihre Version zu den Vorkommnissen hören.“ Der Vorwurf lautet Körperverletzung.

Marcel Splettstößer, Spielertrainer der Vinnumer Reserve, hat von den Vorkommnissen nichts mitbekommen. „Wir haben nach dem Spiel geduscht, noch eine geraucht, und dann musste ich schnell weg zu einer Geburtstagsfeier“, berichtete Splettstößer. „Es gab während des Spiels wohl einen Lüdinghauser Spieler, der uns ständig beleidigt hat, als ich gegangen bin, war aber noch alles ruhig. Ich würde meinen Spielern so etwas eigentlich auch nicht zutrauen“, so der Spielertrainer weiter.

Vinnums Sportlicher Leiter: "Passt nicht zu einem Dorfverein"

Die Verantwortlichen von Westfalia Vinnum sind wegen der Nachrichten aus Lüdinghausen schockiert. „Wenn es sich wirklich so abgespielt haben sollte, wäre das ein Unding. Dann wäre eine Grenze überschritten worden“, erklärt Michael Asemann, Sportlicher Leiter Vinnums. Am Dienstagabend zitiert die Vereinsführung alle Spieler zu einer Sitzung.

„Alle müssen kommen, und ich hoffe, dass die Verantwortlichen dann den Anstand haben, die Sache aufzuklären“, so Asemann. Namen sind ihm noch nicht bekannt. Er kündigt aber an, im Falle einer Aufklärung auch personelle Konsequenzen zu ziehen, Schuldige aus dem Verein zu schmeißen.

„Wir haben die Leitlinie, ein kleiner, familiärer Dorfverein zu sein. Da passt so etwas gar nicht dazu. So einen gravierenden Fall hatten wir auch noch nie“, so Asemann.

Der SC Union Lüdinghausen auf der anderen Seite wollte sich zu diesem Vorfall auf Anfrage nicht weiter äußern.

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