Rabea Pein warf das Siegtor für Königsborn. Annika Fricke, Viola Klüsener und Chantal Funke von der PSV Recklinghausen gingen als Verliererinnen vom Parkett. © Patrick Fleckmann
Handball

Dramatik pur: Königsborn siegt zwölf Sekunden vor Abpfiff gegen die PSV Recklinghausen

Im vierten Anlauf haben die Damen des Königsborner SV den ersten Heimsieg geschafft. Die Schlussphase war hochdramatisch. Die PSV Recklinghausen geht als Verlierer vom Feld.

Mit 30:29 hat der Königsborner SV gegen die PSV Recklinghausen gewonnen – so glücklich der erste Heimsieg für den KSV war, so bitter war er für die PSV Recklinghausen.

Frauen 3. Liga Staffel C

Königsborner SV – PSV Recklinghausen 30:29 (14:14)
Ausgeglichener kann ein Handballspiel eigentlich kaum sein. Ein Remis wäre die logische Folge gewesen. Doch dann gaben die Schiedsrichter beim Stand von 29:29 zwölf Sekunden vor dem Abpfiff einen Siebenmeter für Königsborn. Rabea Pein schnappte sich den Ball und netzte mit ihrem zwölften Treffer zum 30:29 ein.

„Es war am Ende unglücklich für uns. Ein Unentschieden wäre für beide Mannschaften gerecht gewesen“, sagte ein enttäuschter PSV-Trainer Daniel Schnellhardt direkt nach dem Abpfiff. Und auch KSV-Coach Kai Harbach schloss sich dieser Meinung an und sagte: „Das Spiel musste eigentlich unentschieden ausgehen. Der letzte Siebenmeter für uns war glücklich. Das wurde vorher nicht gepfiffen.“

PSV Recklinghausen setzt sich leicht ab

Die Zuschauer in der gut gefüllten Hellwegsporthalle in Unna bereuten ihren Besuch nicht. Sie bekamen ein flottes Drittligaspiel geboten. Recklinghausen stellte mit Viola Klüsener und Annika Fricke einen kompakten Abwehr-Innenblock, der dem KSV einige Probleme bereitete. So konnte sich die PSV Mitte der ersten Hälfte auf 8:5 leicht absetzen.

„Da hatten wir auch die Chance, uns noch weiter absetzen zu können. Das haben wir uns dann auch selber zuzuschreiben. Die Chancenverwertung war da nicht gut“, sagte PSV-Coach Schnellhardt im Rückblick. Der KSV fing sich wieder. Immer wieder gelangen dabei Anspiele an Kreisläuferin Rabea Pein, die diese dann auch verwertete.

Lara Janz gleicht zum 29:29 aus

Nach dem 14:14-Pausenstand kam Recklinghausen besser aus der Kabine und legte gleich eine zwei Tore-Führung vor. Königsborn glich wieder aus und die zweite Hälfte wogte hin und her. Kein Team konnte sich absetzen. Die Spannung in der Halle war nicht mehr zu überbieten.

Lara Janz, die insgesamt zehn Treffer erzielte, glich in der Schlussminute per Siebenmeter für die PSV zum 29:29 aus. Doch dann kam ja noch Rabea Pein und setzte den „Lucky Punch“. „Heute haben wir ein supergeiles Handballspiel gesehen von zwei tollen Mannschaften. Wir haben heute Moral bewiesen. Eine ganz tolle Mannschaftsleistung. Darauf können wir weiter aufbauen. Die Punkte nimmt uns keiner mehr weg“, freute sich Harbach nach Abpfiff.

„Zoe Stens hat uns heute gefehlt. Aber aufstecken geht nicht und einfach weitermachen“, sagte PSV-Coach Schnellhardt zum Abschluss. Mit 6:6 Punkten schiebt sich der KSV in der aktuellen Tabelle auf Rang fünf vor. Recklinghausen belegt mit 4:8 Zählern den neunten Rang.

KSV: Röttger, Jünner – Liese, Webers (3), N. Hering, Fahn (2), Wrede (1), Krogull, Axtmann (3), Pelz (3), Köppel (1), Pein (12/2), Grünzig, Esterhaus, Krollmann (5)

PSV: Schultz, Vietor, Pape – Schmidhuber (3), Krüger (1), Küppers (2), Klüsener (3), Benthaus (1), Funke (1), Janz (10/4), Kegelmann (2), Fricke (3), Schmidt (1), Fagin (2)

Strafminuten: 4/6

Torfolge: 5:5, 5:8, 10:10, 14:12, 14:14 – 18:18, 22:22, 27:28, 30:29