Der Handballkreis Hellweg erklärt in seinem neuen Ehrenkodex: „Im Interesse der Vereine sollte auf das Abwerben von Jugendspielerinnen und -spielern aus anderen Vereinen und Kreisen im Regelfall verzichtet werden.“ Bei Nichtachtung drohen Konsequenzen. © imago
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Neuer Ehrenkodex im Handballkreis Hellweg: Abwerbeversuche von Jugendspielern „im Regelfall“ tabu

Immer mal wieder kam es in den vergangenen Jahren vor, dass Handballvereine versucht haben, Jugendspieler von anderen Klubs abzuwerben. Dem schiebt der Handballkreis Hellweg nun einen Riegel vor.

Der Handballkreis Hellweg hat auf die Abwerbeversuche durch Vereine von Jugendspielern reagiert und einen Ehrenkodex auf den Weg gebracht, der genau das in Zukunft verhindern soll.

In der Ehrenerklärung, die auf der Homepage des Handballkreises Hellweg einsehbar ist, heißt es: „Im Interesse der Vereine sollte auf das Abwerben von Jugendspielerinnen und -spielern aus anderen Vereinen und Kreisen im Regelfall verzichtet werden. In Zeiten der allgemeinen Krisen (Pandemie / Spielbetriebsaussetzung) sollte eine Ansprache von Jugendspielerinnen und -spielern anderer Vereine grundsätzlich unterbleiben.“

Fairplay und gegenseitige Achtung stehen im Vordergrund

Denn: „Ungeachtet der gezielten sportlichen Leistungsförderung der zertifizierten Leistungszentren respektieren der Handballkreis und die ihm angeschlossenen Vereine die Förderung und Ausbildung der Jugendspielerinnen und Jugendspieler in den Heimatvereinen vor Ort.“

Weiter erklärt der Handballkreis Hellweg, dass er aktiv die Bildung von Kooperationen und Spielgemeinschaften unterstützt, um den Jugendspielbetrieb in den Altersklassen vor Ort durchzuführen.

„Die Handlungen der Vereine untereinander sollten im Sinne des Fairplay und von gegenseitiger Achtung geprägt sein. Die Vereine begegnen sich respektvoll auf Augenhöhe, sie führen einen offenen, transparenten und vertrauensvollen Dialog im Vorfeld von möglichen Wechseln von Jugendspielerinnen und -spielern“, heißt es in der Erklärung weiter.

Bei Nichtachtung drohen Konsequenzen für die Vereine

Sollten Jugendspielerinnen und -spieler durch andere Vereine angesprochen werden, dann geschehe dies mit der „nötigen Transparenz gegenüber den Eltern, dem aktuellen Trainer und dem abgebenden Verein unter Einhaltung aller gesetzlicher Vorgaben und Einhaltung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen“.

Der Handballkreis Hellweg betont auch, dass es bei Nichtachtung der Vorgaben Konsequenzen für die Vereine gibt: „Sollten Datenquellen des Kreises genutzt werden, um mögliche Kontaktadressen der Jugendspielerinnen und -spieler in Erfahrung zu bringen, wird dies aufgrund der Verletzung der Datenschutzverordnungen durch den Kreisvorstand direkt den entsprechenden Landesstellen und Behörden gemeldet.“

Kreis-Chef Carsten Umbescheidt vom Umfrageergebnis überrascht

Laut dem Kreisvorsitzenden Carsten Umbescheidt hätten sämtliche dem Handballkreis Hellweg angeschlossenen Vereine diese Ehrenerklärung unterschrieben. „Wir hatten in der Vergangenheit immer wieder große Diskussionen wegen der Abwerbeversuche von anderen Vereinen und haben die Vereine abstimmen lassen, wer sich diesem Ehrenkodex anschließen möchte. Das fanden alle Vereine im Kreis Hellweg gut und haben sich angeschlossen.“

Diese Resonanz sei für Umbescheidt durchaus überraschend gewesen, gesteht er: „Das fand ich echt klasse und damit habe ich auch so nicht gerechnet. Ethisch gesehen, ist es ja auch das einzig Richtige. Aber es gab ja immer mal Vereine, die in der Vergangenheit häufiger versucht haben, Spieler abzuwerben. Deshalb hat uns das Ergebnis schon überrascht.“

Über den Autor
Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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Marcel Schürmann

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